„Also Verdi, lasst die Streiks“

Zu „Streik in Peine – viele Kitas zu, Müllabfuhr eingeschränkt“ vom 1 März. Alle Jahre wieder, Verdi lässt die Muskeln spielen, und fordert Gehaltserhöhungen, die in dieser Höhe und Form nicht tragbar erscheinen. Lineare Erhöhung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Das würde bedeuten, untere Einkommen würden bei etwa zehn Prozent liegen.

Sicherlich mag es den Anschein haben, die Kassen sind voll. Dennoch muss man Gehaltsforderungen mit Auge betrachten und das langfristig. Zeiten verändern sich laufend, Einnahmen verändern sich. Niemand möchte in schlechteren Zeiten über Gehaltsabschläge verhandeln. Erhöhungen müssen zukunftsorientiert sein und auch später noch bezahlbar sein.

Die angesetzten Warnstreiks, betroffen sind Kitas, Abfallwirtschaft, Stadtentwässerung und weitere kommunale Verwaltungen, sind nicht verhältnismäßig.

Kitas und Abfallwirtschaft betreffen viele Menschen in Deutschland. Hier werden auf Kosten der Menschen Streiks abgehalten.

Selbstverständlich sollen die Menschen Erhöhungen ihrer Gehälter erfahren, gemessen an den Inflationsraten zuzüglich kleinerer Aufschläge. Das würde in Zahlen bedeuten: 2,3 Prozent lineare Erhöhung. Auch kann man bei jüngeren Mitarbeitern, um diese Berufe attraktiv zu halten, mit pauschalen Erhöhungen agieren. Urlaubstage sollten nicht nach Alter oder Berufszugehörigkeit gestaffelt sein. Also Verdi, lasst die Streiks, setzt Euch an den Verhandlungstisch, und schaut auch auf die Argumente der anderen.

Rainer Kummer, Vechelde

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