Bei uns ehrenamtlichen Helfern passiert so eine Schande nicht

Zu „Massiver Kröten-Tod in Duttenstedt“ vom 12 April erreichte uns folgender Leserbrief:. Als eine von – immer noch zu wenigen – freiwilligen Sammlern komme ich nicht umhin, hierzu ein paar Worte zu schreiben.

Es ist ein Drama, ein Skandal, welcher sich am Duttenstedter Kieswerk ereignet hat. Als die Herren Prof. Oelke und Henke das noch managten, hat es wunderbar geklappt. Aber nun musste ja der Landkreis eingreifen und es kam, was ich befürchtet habe, es klappt eben nicht so. Schon vor wenigen Jahren beklagte Prof. Oelke die Vernichtung der Kröten während der Laichzeit am Herzbergweg! Hinweise – auch von mir – an die Naturschutzbehörde wurden gar nicht erst beantwortet!

Die Fotos der verendeten Kröten zeigen, dass sie niemals an einem einzigen Tag dermaßen vertrocknen konnten! Ich glaube nicht an die Aussage der Firma Biodata, dass jeden Morgen die Eimer geleert wurden!

Wir freiwilligen Sammler leeren morgens und abends bis in die Nacht die Eimer. Inzwischen hat die Rückwandersaison begonnen, so dass an einem Abend schon mal über 500 Amphibien gesammelt werden. Der Kommentar des Diplom-Biologen Matthias Fischer („von der plötzlich auftretenden Häufung an Kröten wurden wir überrascht“) lässt erahnen, dass er scheinbar überhaupt nicht weiß, wann die Hin- und Rückwandersaison beginnt und bei welchen Wetterverhältnissen eine extreme Zunahme von Wanderungen zu erwarten ist. Zur Zeit besteht die Rückwanderquote fast täglich aus über 400 bis 700 Tieren. Sollten die schützenswerten Tiere nun aufgrund mangelnder Kenntnisse einem qualvollen Tod des langsamen Austrocknens mit über 30 Kröten pro Eimer erlegen sein, so muss ich sagen, bei uns ehrenamtlichen Helfern passiert so eine Schande nicht! Wir beklagen jeden Tod einer überfahrenen Kröte – doch ein schneller Tod unter einem Autoreifen wäre erlösender als jämmerliches, stundenlanges Verbrutzeln in der Mittagshitze!

Herrn Kuklik sei angemerkt, es bleibt nicht mehr viel Zeit eine Straße zu sperren, dies hätte viel eher passieren müssen! Bis hier was genehmigt wird, sind die Kröten dort wohl weiterhin der Willkür einer Behörde ausgeliefert? Aber wie immer muss erst ein Drama geschehen, dass „die da oben“ handeln!

An Herrn Fischer, besuchen Sie einfach mal unser Einsatztreffen am Ende der Saison und lassen sich von den freiwilligen Sammlern etwas über Laich- und Wanderzeiten der Amphibien erklären.

Lorina Seiler, Groß Lafferde

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