Hart erkämpft

Die Weddeler Schleife würde weiterhin brach liegen, wenn unsere Region nicht endlich Muskeln gezeigt hätte.

Es wäre das Ende einer schier unendlichen Geschichte: Die Weddeler Schleife kann jetzt hoffentlich bald ausgebaut werden. Die sinnlose Warterei in überfüllten Zügen zwischen Wolfsburg und Braunschweig würde ein Ende finden – bisher ist die Strecke eingleisig; Gegenverkehr führt zum Zwangshalt. Es ist gut, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages den Löwenanteil der Baukosten locker machte. Ins industrielle Herz Niedersachsens ist das Geld gut investiert. Die Finanzierung ist damit noch nicht komplett, aber die Lücke sollte noch zu schließen sein. Dann wäre es auch nicht nötig, das Projekt in zwei Bauabschnitte zu teilen. Noch vor kurzem schien dies unvermeidlich.

In diesem Fall hat der Erfolg tatsächlich viele Väter und Mütter. Die IHK Braunschweig und ihre Schwester in Lüneburg-Wolfsburg, die Handwerkskammer, die Allianz für die Region, das Amt für regionale Landesentwicklung, die Oberbürgermeister von Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter, die Landesregierung, viele Abgeordnete in Land- und Bundestag, zum Schluss allen voran Hubertus Heil, Falko Mohrs und Carsten Müller.

Wer redlich ist, stellt fest: Die Entscheidung kommt sehr, sehr spät. Das Projekt Weddeler Schleife lag viele Jahre brach, obwohl alle rechtlichen Voraussetzungen für den Bau vorlagen. Und dabei wäre es geblieben, wenn die Region nicht – endlich! – Muskeln gezeigt hätte. Zusagen von Staatssekretär Ferlemann aus dem Bundesverkehrsministerium und Erfolgsmeldungen des damaligen Landesverkehrministers Lies reichten nicht; letztlich musste sich unsere Region die Finanzierung selbst erkämpfen.

Die Weddeler Schleife müsste alle Verantwortlichen in der Region davon überzeugen, dass wichtige Vorhaben nur gemeinsam zum Erfolg geführt werden können. Noch immer treten viel zu häufig Solisten auf, wo die politische Partitur ein Orchester erfordern würde. Nur Einigkeit macht stark!

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