Schäfer demonstrieren für Jagd auf Wölfe in Hannover

Hannover.  Die Weidetierhalter fordern Schutzjagden, um Schaden zu begrenzen. In Niedersachsen hätten Wölfe kürzlich erst mehr als 40 Tiere gerissen.

Ein Wolf steht in einem Wald.

Ein Wolf steht in einem Wald.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Schäfer und Weidetierhalter wollen am Montag (16. Dezember) mit dem Aktionsbündnis „Aktives Wolfsbündnis“ gegen die Ausbreitung der Wölfe vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover demonstrieren. „Der Staat lässt seine Bürger im Stich und Eltern sind zunehmend in Sorge“, teilte der Förderverein der Deutschen Schafhaltung in Winsen/Luhe am Samstag mit. In Niedersachsen hätten Wölfe kürzlich erst mehr als 40 Tiere gerissen. Der Vorsitzende des Vereins, Wendelin Schmücker, fordert Schutzjagden, um Schaden zu begrenzen.

Förderverein kritisiert einseitigen Wolfsschutz

Die Umweltministerkonferenz räume der Weidetierhaltung einen hohen Stellenwert ein, hieß es. Zugleich hielten die Vertreter jedoch „an der Ausbreitung von gefährlichen Wolfsrudeln in menschlich geprägten Kulturlandschaften fest“. Schmücker sagte, dies sei ein einseitiger Wolfsschutz: „Dem Staat dürfen seine Bürger und ihr Anspruch auf Schutz und Interessenwahrung nicht egal sein. Schutzvorkehrungen mechanischer oder biologischer Art, die häufig ins Spiel gebracht werden, reichen dafür nicht aus.“

Konstruktive Lösungsansätze von der Politik gefordert

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht vor allem Weidetierhalter von der Rückkehr der Wölfe betroffen. Die Politik müsse sich daher auf konstruktive Lösungsansätze fokussieren, hieß es vor wenigen Wochen. Dabei stehe der Herdenschutz an erster Stelle. Die Entwicklung der Wolfsbestände sei ein gutes Zeichen, aber immer noch weit von einem günstigen Erhaltungszustand von 1.000 erwachsenen Tieren entfernt.

Derzeit 105 Wolfsrudel in Deutschland unterwegs

Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) gibt es derzeit 105 Wolfsrudel in Deutschland. 21 davon lebten in Niedersachsen. Daneben seien für das Monitoringjahr 2018/19 bundesweit 25 Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe bestätigt. In 2017/18 seien 77 Rudel, 40 Paare und 3 Einzelwölfe nachgewiesen worden.

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