Hotels und Freibäder öffnen: neue Corona-Regeln treten in Kraft

Hannover.  Besonders Hotels, Restaurants und Fitnesscenter profitieren von den weiteren Corona-Lockerungen in Niedersachsen. Andere Regeln bleiben bestehen.

Eine Frau mit medizinischem Mundschutz desinfiziert ein Laufband im Fitnessstudio. Auch Indoor-Sportanlagen wie Fitnesscenter können von Montag an wieder genutzt werden (Symbolbild).

Eine Frau mit medizinischem Mundschutz desinfiziert ein Laufband im Fitnessstudio. Auch Indoor-Sportanlagen wie Fitnesscenter können von Montag an wieder genutzt werden (Symbolbild).

Foto: Elia Bianchi / dpa

Niedersachsen lockert die Corona-Regeln von Montag an weiter. Wie die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, ankündigte, profitieren insbesondere Gastronomie und Hotels, Sport, Freizeitangebote im Freien sowie begrenzte Teile des Tourismus. Angesichts niedriger Infektionszahlen geht die Landesregierung dabei sogar etwas über den ursprünglichen Plan hinaus. Einige Beschränkungen bleiben aber noch mindestens bis zum 8. Juni bestehen.

Corona-Lockerungen: Hotels und Restaurants dürfen mehr Gäste empfangen

Restaurants: Das Land kündigte an, dass Restaurants vom 25. Mai an wieder mehr als die Hälfte ihrer Plätze vergeben dürfen. Die Regelung, dass die Hälfte der Plätze besetzt werden darf, galt seit dem Wiederanlauf der Gastronomie am 11. Mai. Allerdings müssen die Mindestabstände eingehalten werden. Gastronomen haben bereits darauf hingewiesen, dass ihnen diese Lockerung wenig bringt.

Hotels: Darauf haben viele Hoteliers lange gewartet – am Montag sollen sie ihre Häuser wieder öffnen können, und das mit einer Auslastung von bis zu 60 Prozent. Damit geht das Land über seine bisherige Planung hinaus. Die hatte in Phase drei des Stufenplans eine maximale Hotel-Auslastung von 50 Prozent sowie zusätzlich eine Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen vorgesehen.

Insbesondere Wirtschaftsminister Bernd Althusmann warb aber für eine großzügigere Auslegung. „Wir brauchen jetzt zügig ein Wiederanfahren der größten Teile unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens“, sagte der CDU-Politiker am Freitag. Für Ferienwohnungen, die schon seit dem 11. Mai vermietet werden dürfen, bleibt die siebentägige Belegungsfrist allerdings bestehen.

Etwas komplizierter ist es auf den Inseln: Hier müssen die Landkreise für die Öffnung von Hotels eine Ausnahmegenehmigung erteilen. „Das wollten wir nicht von Hannover aus für alle Inseln einheitlich regeln“, sagte eine Regierungssprecherin. Die Landesverordnung lässt die Anreise auf die Inseln nur für mindestens einwöchige Aufenthalte in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Campingplätzen zu.

Fitnesscenter können nach Corona-Lockdown wieder genutzt werden

Sport: Auch Indoor-Sportanlagen wie Fitnesscenter können von Montag an wieder genutzt werden. Innenminister Boris Pistorius (SPD) begrüßte das, denn dabei gehe es nicht nur um „Muckibuden“, sondern auch um Reha- und Gesundheitssport. Erst vor einer Woche hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die bisherige Schließung von Fitnesscentern angesichts des Infektionsgeschehens für rechtens erklärt. Auch weiterhin muss beim Sport ein Mindestabstand von zwei Metern gewahrt werden – egal, ob drinnen oder draußen. Während die Landesregierung das Risiko in Hallenbädern weiter als zu hoch einschätzt, können Freibäder wieder öffnen. Besucher von Freibädern müssen dagegen lediglich eineinhalb Meter Abstand zu Menschen aus einem anderen Haushalt einhalten. Freizeit- und Kletterparks können ebenfalls wieder öffnen.

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Schulen und Kitas haben während der Corona-Krise eigene Phasenpläne

Schulen und Kitas: Für Schulen und Kindertagesstätten gelten in Niedersachsen eigene Phasenpläne. Am Montag kehren demnach die 11. Klassen zurück, Mitte Juni sollen alle Jahrgänge zurück im Unterricht sein. Eltern von Kita-Kindern müssen sich dagegen noch gedulden: Zwar wird die Notbetreuung schrittweise ausgeweitet, die Rückkehr zum Regelbetrieb ist allerdings erst für den 1. August geplant.

Einige Beschränkungen bleiben: Kultur muss weiter warten

Beschränkungen: Trotz der Corona-Lockerungen bleiben einige Beschränkungen auch in der kommenden Woche bestehen. So sieht Niedersachsens Stufenplan kein Datum für die Öffnung von Bars, Kneipen und Discos vor.

Indoor-Freizeiteinrichtungen wie Kinos sollen demnach noch bis zur noch nicht terminierten Stufe fünf geschlossen bleiben. Mindestens bis zum 8. Juni müssen die Menschen in Niedersachsen voraussichtlich noch auf den Besuch von Theatern, Kinos sowie Opern- und Konzerthäusern verzichten. In der für den 8. Juni geplanten Phase vier des niedersächsischen Stufenplans soll allerdings eine Neubewertung stattfinden.

Zugelassen sind bisher lediglich Autokinos, bei denen die Zuschauer im Fahrzeug bleiben. So zum Beispiel in Braunschweig, Wolfsburg oder auch Grasleben.

Touristische Schifffahrt und Kutschfahrten, Boots- und Fahrradverleih sind hingegen auch wieder möglich.

Die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, sagte mit Blick auf die Vorgabe, dass sich in der Öffentlichkeit die Mitglieder von maximal zwei Haushalten treffen dürfen: „Was bleibt, sind ganz klar die Kontaktbeschränkungen.“ Frühestens zum 8. Juni soll es hierzu eine Neubetrachtung geben.

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Corona-Regeln im Sozialwesen werden gelockert

Im Zuge der nächsten Öffnungen in der Corona-Krise am Montag lockert Niedersachsen auch einige Beschränkungen im sozialen Bereich. So darf die Tagespflege für Ältere und Pflegebedürftige sowie für Menschen mit Behinderung dann maximal die Hälfte der Plätze wieder belegen, ein Hygienekonzept vorausgesetzt. Auch Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Tagesförderstätten dürfen die Hälfte der Plätze öffnen, wie das Sozialministerium in Hannover am Freitag ankündigte. Außerdem können Menschen, die soziale, pädagogische oder psychologische Unterstützung brauchen, wieder die entsprechenden Beratungsstellen aufsuchen. Das soll insbesondere die pflegenden Angehörigen entlasten.

Sozialministerin Carola Reimann (SPD) sagte, sie sei froh, dass das Infektionsgeschehen mehr Freiheiten zulasse. „Das entlastet insbesondere die pflegenden Angehörigen.“

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