Bund und Land stecken 400 Millionen in Niedersachsens ÖPNV

Braunschweig.  Die Corona-Krise schlägt allein bei den Verkehrsbetrieben in unserer Region mit bis zu 40 Millionen Euro voll durch.

Die Regionalbahn Erixx hält am Bahnhof in Gifhorn.

Die Regionalbahn Erixx hält am Bahnhof in Gifhorn.

Foto: Franz, Christian

Homeoffice, geschlossene Schulen, Kurzarbeit und die Angst vor Ansteckung: Die Corona-Krise hat dem öffentlichen Nahverkehr ganz besonders zugesetzt. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rechnet mit einem Corona-Rettungsschirm von 400 Millionen Euro für die angeschlagenen Verkehrsbetriebe in Niedersachsen.

Demnach erhält Niedersachsen rund 200 Millionen Euro aus dem 2,5 Milliarden Euro schweren Rettungspaket der Bundesregierung. Weitere 190 Millionen Euro stellt das Land selbst mit dem 2. Corona-Nachtragshaushalt zur Verfügung. Der VDV-Landesgruppenvorsitzende Michael Neugebauer sagte dazu: „Ich bin der Politik für diese wichtigen Signale dankbar. Nur mit massiver finanzieller Unterstützung – insbesondere auch durch das Land Niedersachsen – wird es uns gelingen, die Krise zu überstehen.“

Bis zu 90 Prozent Einnahmeverluste

Trotz Corona-Krise haben die 19 Verkehrsunternehmen zwischen Harz und Heide ihr Angebot an Bussen und Bahnen häufig nur geringfügig verringert, um für Sicherheitsabstände zu sorgen und somit die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Inzwischen sind überall die Fahrpläne wieder auf Vorkrisen-Niveau. Viele Verkehrsunternehmen sind laut VDV jedoch an ihre wirtschaftlichen Grenzen gestoßen, da Fahrgastrückgänge von bis zu 90 Prozent massive Einnahmeverluste verursacht haben.

In unserer Region ist der Regionalverband Großraum Braunschweig der Aufgabenträger für den öffentlichen Nahverkehr. Der neue Regionalverbands-Direktor Ralf Sygusch mahnte, dass die versprochenen 400 Millionen Euro für Niedersachsens Verkehrsbetriebe schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden müssten. Er sagte: „Wenn das Geld nicht spätestens ab September fließt, wird es für den einen oder anderen Verkehrsbetrieb in der Region sehr schwierig.“

Regionalverband: Maskenpflicht schafft Sicherheit

Sygusch rechnet mit Einnahmeverlusten von bis zu 40 Millionen Euro bei den 19 Verkehrsbetrieben zwischen den Landkreisen Gifhorn und Goslar in diesem Jahr. Der Verbands-Direktor wirbt um Kunden: „Die Verkehrsunternehmen legen jeden Tag Sonderschichten ein und reinigen und desinfizieren regelmäßig die Fahrzeuge. Die Hygienestandards sind stark angehoben worden.“ Eine Garantie könne aber niemand geben.

Sygusch sprach sich für eine weitere Maskenpflicht aus. Das gelte für den Einzelhandel, vor allem aber für Busse und Bahnen. „Eine Abschaffung ist auf keinen Fall förderlich. So sehr die Maske im Alltag auch hinderlich sein mag, sie schafft mehr Sicherheit.“

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