Grenze durchbrochen: Corona-Zahlen in Cloppenburg steigen weiter

Hannover.  Cloppenburg hat den kritischen Sieben-Tage-Index von 50 überschritten. Damit müssen nun striktere Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden.

Der sogenannte Sieben-Tage-Indey liegt im Kreis Cloppenburg bei. Ab einem Wert von 50 müssen verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen implementiert werden. (Symbolbild)

Der sogenannte Sieben-Tage-Indey liegt im Kreis Cloppenburg bei. Ab einem Wert von 50 müssen verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen implementiert werden. (Symbolbild)

Foto: CDC / dpa

Der Landkreis Cloppenburg hat den 7-Tages-Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen überschritten. Am Freitag wurden 61,5 neue Infektionen auf 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche gemeldet, teilte das Sozialministerium in Hannover mit. Ab einem Wert von mehr als 50 müssen verstärkte Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Die Zahl ist auch am Samstag weiter gestiegen. Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums erhöhte sie sich innerhalb eines Tages von 61,5 auf 63,9. Von Freitag auf Samstag wurden 18 neue Infektionen gemeldet, insgesamt waren es 109 in den vergangenen sieben Tagen.

Cloppenburg ist der erste Kreis in Niedersachsen, der den Grenzwert übersteigt

Cloppenburg mit seinen rund 170.000 Einwohnern ist damit nach Angaben von Ministeriumssprecher Oliver Grimm vom Freitag der erste Kreis in Niedersachsen, der diesen Wert übersteigt. Allerdings wurde im Juni nach Angaben der Stadt Göttingen auch dort der Schwellenwert von 50 im Landkreis Göttingen knapp überschritten.

Bundesweit gibt es immer wieder Städte und Landkreise, die den Wert zeitweise überschreiten. Nach einer Auflistung des Robert-Koch-Institutes vom Freitag, in der die Werte allerdings teilweise zeitverzögert erfasst werden, waren zuletzt drei Kommunen in Bayern betroffen.

Cloppenburg verschärft Corona-Regeln – Treffen nur mit sechs Menschen

Von einem lokalen Shutdown wollte Landrat Johann Wimberg nicht sprechen, er fügte aber hinzu: „Wir gehen in so eine Richtung.“ Betroffen von den Maßnahmen sind die Stadt Löningen sowie die Gemeinden Essen, Lastrup und Lindern, wie Landrat Johann Wimberg am Freitag in Cloppenburg sagte. Von einem lokalen Shutdown wollte der Landrat nicht sprechen, er fügte aber hinzu: „Wir gehen in so eine Richtung.“

In den betroffenen Teilen des Landkreises dürfen sich bis zum 4. Oktober privat maximal sechs Menschen treffen. Vereinen ist es untersagt, Zusammenkünfte abzuhalten, Gaststätten müssen um 22.00 Uhr schließen. Zuvor waren in den betroffenen Gemeinden bereits Schulen geschlossen worden. Zudem war landkreisweit Mannschaftssport untersagt worden.

Am Freitag wurden im Landkreis Cloppenburg 61,5 neue Infektionen auf 100 000 Einwohner in der vergangenen Woche gemeldet. Ab einem Wert von mehr als 50 müssen verstärkte Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Landrat kündigt verstärkte Kontrollen der Corona-Maßnahmen an

Der Landrat sprach von „maßvollen und angemessenen“ Maßnahmen. Er kündigte verstärkte Kontrollen der Einhaltung der Corona-Regeln für die kommenden Tage an. Bisher seien die Infektionszahlen im Landkreis stets sehr niedrig gewesen. Todesfälle habe es bisher keine gegeben. Daher seien manche Bürger zuletzt nachlässig bei der Einhaltung der Schutzmaßnahmen geworden.

Der Landkreis warnte seine Bewohner vor möglichen Problemen, in andere Regionen zu fahren. „Das Überschreiten dieser kritischen Marke kann zu Einschränkungen bei privaten oder beruflichen Reisen in Gebiete außerhalb des Landkreises Cloppenburg führen“, hieß es. „Auch die Ausübung des Berufs außerhalb des Landkreises könnte für Pendler ein Problem darstellen.“ Die Bürger sollten sich über die Bestimmungen am Zielort erkundigen. „Es kann unter anderem vorkommen, dass am Zielort für den Aufenthalt oder eine berufliche Tätigkeit ein negatives Covid-19-Testergebnis vorgelegt werden muss.“

Der Hotspot im Kreis Cloppenburg heißt Löningen

Von Donnerstag auf Freitag (Stand 9 Uhr) 28 neue Infektionen im Kreis Cloppenburg gemeldet, insgesamt waren es 105 in den vergangenen sieben Tagen.

Der Anstieg im Kreis Cloppenburg geht vor allem auf Ausbrüche in der Stadt Löningen zurück. Dort war vergangene Woche fast eine ganze Fußballmannschaft samt Trainer positiv getestet worden, es gab nach Angaben des Kreises auch Fälle in einem Altenheim und in Schulen.

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Als Konsequenz untersagte der Kreis bereits am Donnerstag den Sportunterricht an allen Schulen bis Ende des Monats. Die Ordnungsbehörden kündigten intensivere Kontrollen in Bussen an - Schülern, die bewusst fahrlässig die Maskenpflicht verletzen, drohen demnach Bußgelder statt Ermahnungen. Der Sprecher des Sozialministeriums führte den Anstieg im Kreis Cloppenburg auf die Fußballer, aber auch auf betroffene Schüler, Angehörige von Pfingstgemeinden und Reiserückkehrer zurück.

Im Kreis Peine sowie in Hannover steigen die Fallzahlen ebenfalls

Niedersachsenweit wurden seit März 18.622 Infektionen mit dem Corona-Virus nachgewiesen worden, seit Donnerstag kamen 194 Fälle dazu. Am zweitstärksten betroffen in Niedersachsen war am Freitag der Landkreis Peine mit 24,5 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Auch in der Region Hannover gehen die Zahlen langsam hoch, dort kamen seit Donnerstag 40 Neuerkrankugen hinzu, der 7-Tages-Wert liegt bei 23,4.

In Göttingen waren im Sommer zwei Wohnkomplexe von Corona-Ausbrüchen betroffen gewesen, dort wurden unter anderem 700 Einwohner eines der Gebäudekomplexe unter Quarantäne gestellt.

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