Verfassungsschutz befürchtet Radikalisierung von Linksextremisten

In Braunschweig und Hannover wurden Brandanschläge auf Aufnahmebehörden verübt. Laut Verfassungsschutz steigt die Anzahl linker Straftaten.

Auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig wurde ein Brandanschlag auf Fahrzeuge verübt.

Auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig wurde ein Brandanschlag auf Fahrzeuge verübt.

Foto: Phil-Kevin Lux

Nach den mutmaßlich politisch motivierten Brandanschlägen auf Aufnahmebehörden in Braunschweig und Hannover warnt der niedersächsische Verfassungsschutz vor einer Radikalisierung bei Linksextremisten. „Es ist zu befürchten, dass Teile der linksextremistischen Szene sich zu einem neuen Linksterrorismus entwickeln könnten“, sagte Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Es sei festzustellen, dass die Szene in Niedersachsen ebenso wie bundesweit wachse und sich radikalisiere.

Eine Radikalisierung sei anhand der Anzahl von Aktionen und Straftaten zu spüren, die der linksextremistischen Szene zugerechnet würden. Dazu zählt Witthaut auch den Brandanschlag auf Fahrzeuge auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig vom vergangenen Wochenende. Darauf deute ein Bekennerschreiben hin. Auch am Gebäude der Aufnahmebehörde in Hannover-Langenhagen wurden Brandsätze gefunden. Diese zündeten aber nicht. Mehr dazu: Feuer an Landesaufnahmebehörde Braunschweig: Täter noch unbekannt

Verfassungsschutzpräsident: „Strukturen, die Abschiebungen mit allen Mitteln verhindern wollen“

„Möglicherweise entwickeln sich hier Strukturen, die Abschiebungen mit allen Mitteln verhindern wollen“, sagte Witthaut. Es werde nun auch geprüft, inwieweit vier Anschläge ab Januar 2019 in Göttingen in einem Zusammenhang mit den aktuellen Anschlägen stehen könnten.

Wichtig sei es, sagte der Verfassungsschutzpräsident, Tendenzen möglichst rechtzeitig zu erkennen. Dazu sollten Erkenntnisse der Behörden in Niedersachsen auch vor dem Hintergrund von Erkenntnissen aus anderen Ländern und dem Bund analysiert werden.

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