Kita-Betreuung

Pläne von SPD und CDU für mehr Kita-Personal sorgen für Kritik

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Ab 2027 sollen Kitagruppen eine sogenannte dritte Kraft mit 20 Wochenstunden bekommen, wenn die Kinder dort ganztags betreut werden (Symbolbild).

Ab 2027 sollen Kitagruppen eine sogenannte dritte Kraft mit 20 Wochenstunden bekommen, wenn die Kinder dort ganztags betreut werden (Symbolbild).

Foto: Oliver Berg / dpa

Hannover.  SPD und CDU in Niedersachsen hatten sich nach langem Ringen darauf geeinigt, mit einem Stufenplan mehr Personal für Kitagruppen einzuführen.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag halten den von SPD und CDU angekündigten Stufenplan zum Personalausbau in Kitas für unzureichend. Kitas bräuchten verlässlich und schneller Entlastung, sagte Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg am Montag. Die Änderungen am neuen Kita-Gesetz reichten bei weitem nicht, um dem dringenden Bedarf an Kita-Personal nachzukommen.

Kitagruppen sollen dritte Kraft bekommen – aber erst ab 2027

SPD und CDU in Niedersachsen hatten sich am Wochenende nach langem Ringen darauf geeinigt, mit einem Stufenplan mehr Personal für Kitagruppen einzuführen. Darin wird der Start des Personalausbaus ab August 2023 gesetzlich verbindlich vorgeschrieben. Dann sollen zunächst mindestens 2000 zusätzliche Auszubildende mit je 15 Stunden in die Kitagruppen kommen, in denen die drei bis sechs Jahre alten Kinder betreut werden.

Ab 2027 sollen Kitagruppen dann eine sogenannte dritte Kraft mit 20 Wochenstunden bekommen, wenn die Kinder dort ganztags betreut werden. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte am Sonntag, die zeitliche Streckung sei die einzige Möglichkeit der Umsetzung. „Der Stufenplan bringt das Wünschenswerte mit dem Machbaren zusammen“, betonte er.

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Verdi: Stufenplan für Kita-Personal ist wenig ambitioniert

Von der Gewerkschaft Verdi hieß es am Montag, der Stufenplan sei wenig ambitioniert und nicht ausreichend. „Erst in sechs Jahren ist eine verbindliche dritte Kraft vorgesehen. Das betrifft Kinder, die jetzt noch nicht mal geplant sind und Erzieherinnen, die bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze arbeiten“, sagte Katja Wingelewski von Verdi. Der Stufenplan sei aber ein Schritt in die richtige Richtung – die Proteste der letzten Wochen und Montane hätten Wirkung gezeigt. Für Mittwoch kündigte die Gewerkschaft eine Kundgebung vor dem Landtag an.

„Für die meisten Kitas gibt es bis 2027 noch eine lange Durststrecke, bis eine Entlastung durch eine dritte Kraft kommen wird“, sagte der Vorstandssprecher der Diakonie Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen sei enorm und wachse immer noch. Es sei aber ein richtiges Signal an Eltern und Mitarbeitende, die Rahmenbedingungen in den Kitas zu verbessern. Im Grundsatz begrüße er die Initiative der Landesregierung. dpa

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