Azubis der Region feilen am Umgang mit Medien

Lesedauer: 6 Minuten
Die Auszubildenden unseres Medienhauses Fynn Stemper, Mariam Faal und Jana Klimesch haben fleißig die Zeitung gelesen und am monatlichen Quiz von „Zukunft Bilden“ teilgenommen.

Die Auszubildenden unseres Medienhauses Fynn Stemper, Mariam Faal und Jana Klimesch haben fleißig die Zeitung gelesen und am monatlichen Quiz von „Zukunft Bilden“ teilgenommen.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Braunschweig.  103 Auszubildende aus 12 Unternehmen erhalten bei der „Zukunft Bilden“-Abschlussveranstaltung symbolisch ihre Medienzertifikate.

Das Einmaleins der Instagramnutzung. Ein Rhetorikseminar. Oder auch ein Arbeitstag im Garten statt im Büro. Die Liste ist lang. Es gab in den vergangenen elf Monaten allerhand Angebote für die Teilnehmer des Projektes „Zukunft Bilden“ unserer Zeitung: 103 Auszubildende aus 12 Unternehmen der Region nahmen insgesamt teil – und trainierten so auf vielfältige Weise ihre Medienkompetenz.

Dabei musste auch unsere Zeitung neue Wege gehen: „Fast alles hat digital stattgefunden, so nun auch die Abschlussveranstaltung“, erklärt die Projektredakteurin und Leiterin des Projekts „Zukunft Bilden“, Ida Wittenberg.

Herausforderungen haben die Azubis gut gemeistert

Homeoffice, keine Veranstaltungen – das sei sicher für die jungen Menschen, die gerade erst ins Berufsleben gestartet sind, nicht ganz einfach, so Anna Waiblinger, stellvertretende Contentchefin und Regionalleiterin Nord bei unserer Zeitung. „Begrüßungen wie diese finden nicht mehr im Konferenzcenter statt, in dem man sich gegenübersteht oder gegenübersitzt, man sich sieht, auch mal anlächeln könnte – sondern über Zoom. In diesem Fall ist es extrem schade. Ich hätte Sie und Euch gerne persönlich kennengelernt“, bedauert Waiblinger, die auf weitere Herausforderungen in der Krise eingeht: Jeder hatte zu Beginn der Pandemie Sorgen und Nöte, und doch saß man meist allein zu Hause an seinem Küchentisch und schien erst einmal unerreichbar. Für sie persönlich seien die Seminare, an denen sie als junge Führungskraft teilnahm, sehr wichtig gewesen. Sie habe viel über gute Zusammenarbeit, aber auch sich selbst gelernt – ähnlich wie die jungen Menschen, die in den vergangenen Monaten Teil von „Zukunft Bilden“ waren.

Eine eigene „Zukunft Bilden“-Zeitung ist im Projekt entstanden

Für die Lehrlinge gab es viele Workshops – und in jedem feilten die Teilnehmer an ihrer Medienkompetenz. Das ist schwarz auf weiß festgehalten: In Form eines Medienzertifikates, das es üblicherweise persönlich gibt. In diesem Jahr erreicht es die Auszubildenden per Post. Ebenso wie eine ganz besondere Zeitung. „In diesem Jahr entstand zum ersten Mal eine Zukunft-Bilden-Zeitung“, berichtet Wittenberg stolz und präsentiert den Teilnehmern das Ergebnis der „ZuBi-Zeitung“. Vier Seiten hatten fünf Auszubildende gelayoutet und die Artikel geschrieben. „Es war spannend zu sehen, wie der Redaktionsalltag so aussieht“, erzählt Emma Koslowski, die ihre Ausbildung bei Volkswagen Financial Services absolviert. „Das Layouten hat mir besonders viel Spaß gemacht. Eigene Texte zu schreiben und erst einmal in einen Schreibfluss zu kommen, fand ich auch gut“, berichtet die junge Frau. Die Zeitung landet bei jedem der Teilnehmer nun im Briefkasten – „da steckt viel Arbeit drin – und ich freue mich, dass nun auch alle anderen eine Erinnerungen an dieses Jahr erhalten.“

Teilnehmer haben sich im WOL-Zirkel weiterentwickelt und Ziele verfolgt

Eine klassische Weihnachtsfeier fiel im vergangenen Jahr ins Wasser. Stattdessen starteten einige Auszubildende beim „Working Out Loud“-Zirkel, der erstmals im Zuge von „Zukunft Bilden“ im Programm zu finden war. Das Ziel: neue Fähigkeiten entwickeln, konkrete Ziele erreichen und die eigene Arbeit sichtbar machen, damit auch andere davon profitieren können. Jeder setzte sich zunächst ein persönliches Ziel. Und schließlich fanden über einen Zeitraum von zwölf Wochen regelmäßig Treffen statt. Sind die Ziele nun erreicht? „Jein“, schmunzelt Niklas Krause, Auszubildender bei der Braunschweigischen Landessparkasse. Er hatte sich vorgenommen, gesünder zu essen und mehr Sport zu machen. „Es geht immer weiter – sein Ziel erreicht man doch nie komplett“, sagt er. Gebracht hat es ihm aber allemal etwas. „Es waren nette Leute dabei, wir waren ein cooles Team. Die Disziplin war uns sehr wichtig“, fasst es der Auszubildende zusammen. Seine Kollegin Celine Hildebrandt fügt hinzu: „Da sieht man erst einmal, wie zielstrebig und ehrgeizig man doch ist.“

Alle Teilnehmer haben Medienkompetenz trainiert und erhalten Medienzertifikate

Ein weiteres besonderes Projekt starteten sieben Teilnehmer der Mehrwerk gGmbH der Stiftung Neuerkerode. In einer Projektwoche mit Foto- und Instagram-Workshop haben die jungen Erwachsenen mit Handicap eine Woche lang Einblicke in ihre Arbeitsbereiche gegeben. Entstanden ist ein Instagram-Takeover, welches einen Blick hinter die Kulissen der verschiedenen Arbeitsbereiche gewährt. Zu finden ist das Ergebnis der Projektwoche in den Highlights des Instagram-Accounts der Braunschweiger Zeitung.

Zur Medienkompetenz gehört aber auch, sich im Internet zu behaupten, Hassbotschaften entgegenzutreten – und darüber hinaus ein selbstbewusstes Auftreten an den Tag zu legen. So stünden für Azubis dann und wann Präsentationen an. Mit einem Rhetorikcoach arbeiteten die jungen Frauen und Männer an ihrer Körpersprache. „Das sind ja die Kleinigkeiten, die man in der Schule so gar nicht beigebracht bekommt“, erzählt Fynn Stemper, der eine Ausbildung bei Funke Medien Niedersachsen macht. Vor vielen Menschen reden, ist schließlich nicht jedermanns Sache. „Mich hat das auf jeden Fall weitergebracht – auch für das heutige Gespräch etwa“, sagt der junge Mann vor seinem Bildschirm sitzend.

Auch soziales Engagement gehört zu „Zukunft Bilden“ dazu

„Seid ein Geschenk für die Region“ ist indes eine große Herzensangelegenheit im Zuge des Projekts. 40 Auszubildende haben sich engagiert und die verschiedensten Projekte umgesetzt, eines davon: den Stadtgarten Bebelhof etwas auf Vordermann bringen. So tauschten in diesem Jahr vier Jugendliche das Bürooutfit gegen Gartenhandschuhe, den Stift gegen eine Schaufel. Diese Aktion unserer Zeitung läuft übrigens gemeinsam mit der Bürgerstiftung Braunschweig. „Wir stellen mit unserem langjährigen Projekt „Brücken bauen“ bereits eine Verbindung zwischen Unternehmen und sozialen Einrichtungen her und es ist toll, dass wir bei dieser Aktion den jungen Erwachsenen die Möglichkeit bieten können, sich sozial zu engagieren und ihre Zeit zu verschenken“, erklärt Patrick Scheunemann von der Bürgerstiftung. Auch, dass das Projekt im zweiten Jahr trotz Corona so viel Zuspruch erhalten hat, freut ihn. Und für die Azubis ist „es eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag und hat trotz des Regens Spaß gemacht“, berichtet Tabea Mense, Auszubildende bei BS Energy. Wiederholung garantiert.

Das Thema recherchierten Katharina Keller und Ida Wittenberg.
Haben Sie Anmerkungen oder Fragen?
Schreiben Sie an

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder