Dogdance

Harzer Tierärztin tanzt mit Hunden – und gewinnt Meistertitel

| Lesedauer: 4 Minuten
Tierärztin Uta Opel trainiert mit ihrem Rüden Takutai für eine Choreographie in der Sportart Dogdance.

Tierärztin Uta Opel trainiert mit ihrem Rüden Takutai für eine Choreographie in der Sportart Dogdance.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Bockenem.  Meisterin des Tanzes mit tierischen Partnern: Uta Opel aus Bockenem tanzt mit Hunden und holt damit Meistertitel. So funktioniert Dogdance.

Wenn Uta Opel sportlich aktiv wird, muss sie eigentlich nur in den Garten gehen. Manchmal geht sie aber auch in die Innenstadt oder einen Baumarkt. Immer mit dabei sind Dexter, Takutai und Puku – drei Hunde der Rasse Miniature American Shepard. Die 62-jährige Tierärztin macht gemeinsam mit ihren Hunden Dogdance, eine Sportart bei der Mensch und Tier zur Musik Kunststücke vorführen.

In Deutschland gehört Uta Opel zu den besten ihrer Sportart. Dreimal hat sie bereits die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Im Team wurde sie schon Weltmeisterin. Alleine reichte es bei Welt- und Europameisterschaften immerhin für das Finale.

Damit ihre Tiere durch den Lärm bei Turnieren nicht zu sehr gestresst werden, übt sie mit ihnen auch an kuriosen Orten, wie der Innenstadt oder am Straßenrand. Oder eben im Baumarkt. 2009 nahm die 62-Jährige, die eigentlich Inhaberin einer Tierarztpraxis in Bockenem ist, zum ersten Mal an einem Wettkampf teil. Damals noch in der sogenannten Fun-Klasse, also der freien Konkurrenz.

Spaß steht im Vordergrund

Zuvor war Opel in anderen Hundesportarten aktiv und auch sonst dreht sich bei ihr alles um Hunde. Selbst ihre Ohrringe sehen aus wie Hundepfoten. Der Spaß und das Kennenlernen neuer Menschen stehen für die 62-Jährige seit ihrer ersten Teilnahme bei einem Dogdance-Wettkampf im Vordergrund.

Erfolg? Nicht so wichtig, sagt sie. „Es gibt einfach unzählige Möglichkeiten bei den Kunststücken, die man mit seinen Hunden umsetzen kann“, so Opel. Mehrere Dutzend davon führt sie bei einem Wettkampf mit ihren Hunden vor.

Positiver Nebeneffekt: Es halte fit. Eine Vorführung dauert je nach Klasse zwischen zwei und vier Minuten. Unter anderem durch Auftritte in Fernsehshows hat der Dogdance zuletzt an Popularität in Deutschland gewonnen. Die Sportart stammt ursprünglich aus den USA. In ihrem Garten verbringt Uta Stunden damit, die Kunststücke mit ihren Hunden, die eigentlich einer anderen Frau gehören, einzuüben.

So funktioniert Dogdance

Mit der klassischen Konditionierung bringt sie Takutai, Puku und Dexter die Posen und Sprünge bei. Für richtige Darbietungen gibt es also Leckerli. Nicht immer klappt das. Wenn ein Hund partout eine Figur falsch macht, wird mitunter auch die verkehrte Ausführung ins Programm mit aufgenommen.

Bis eine Choreographie fertig ist, dauert es Monate – und fast immer muss wegen kleinerer Fehler bei der eigentlichen Aufführung trotzdem improvisiert werden. Wann die Hunde was tun sollen, macht ihnen Opel mit Gesten oder Lauten deutlich: Ein Fingerzeig gibt die Richtung vor, ein „Hepp“ und Takutai läuft los, um über Opels Arm zu springen.

Ein paar andere Signale und das Tier springt gegen Opels Brust und macht einen Rückwärtssalto. „Ich versuche möglichst viel über Laute und Rufe mitzuteilen, denn das wird besser bewertet.“ Wichtig bei der Bewertung sind auch die Originalität, der Schwierigkeitsgrad und die dargestellte Geschichte, für die die Hund-Mensch-Teams auch Requisiten nutzen dürfen.

Pro & contra des Dogdance

Wie bei anderen Hundesportarten würden auch beim Dogdance Tier und Halter in Bewegung gebracht, lobt ein Sprecher des Deutschen Tierschutzbundes Niedersachsen. Da Mensch und Hund der gleichen Anstrengung ausgesetzt seien, käme es auch nicht zu einer Überforderung des Tieres.

Die Hunde würden ihre Aufgaben freiwillig ausführen und spielerisch dazu motiviert. Einzig viele, lange Reisen zu Wettkämpfen könnten für die Tiere zur Belastung werden. „Deswegen fahre ich immer nachts, wenn die Hunde schlafen“, sagt Opel.

Nicht alle Leute finden diese Kunststücke allerdings gut. Sie meinen, Hunde würde diese Bewegungen in der Natur normalerweise nicht machen.

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