Hitzewelle: Einzelhändler leiden unter hohen Temperaturen

Freiburg.  Am Donnerstag folgte ein Hitzerekord auf den nächsten. Höhepunkt: 42,6 Grad im Emsland. Es bleibt heiß. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Der Donnerstag war heiß bis sehr heiß.

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In der Woche sind mehrere Hitzerekorde hintereinander geworden, doch am Wochenende fallen die Temperaturen in vielen Teilen Deutschlands. Dazu kommen vielerorts Gewitter.

Mehr als 42 Grad – das gab es noch nie. Erstmals seit der Aufzeichnung der Messungen in Deutschland stieg die Temperatur über diese Marke. Bis zu diesem Rekord hatte es gleich mehrere neue Höchstmarken gegeben.

Waren Mittwoch noch 40,5 Grad in Geilenkirchen erreicht worden, waren es am Folgetag schon 40,6 in Bonn. Doch dann kam Lingen im Emsland – und übertrumpfte sich auch noch selbst.

Die extreme Wärme ist eine Gefahr für viele Menschen und Branchen. Der Thalys stellte den Ticketverkauf wegen der Hitze vorerst ein. Hoch „Yvonne“ hat Europa weiter im Griff, der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Hitzewarnung für ganz Deutschland ausgesprochen.

Alle Entwicklungen im Newsblog.

Hitzewelle hat Deutschland im Griff: Alle Entwicklungen

  • Seit Mittwoch ist es richtig heiß in Deutschland
  • In Geilenkirchen in NRW wurden 40,5 Grad gemessen – der Wert wurde offiziell als neuer Hitzerekord gemeldet
  • Schon am Donnerstag wurde er offenbar eingestellt: 40,6 Grad in Bonn
  • Noch am selben Tag hieß es dann aber: 42,6 Grad in Lingen
  • Am Freitag bleibt es heiß
  • Der deutsche Wetterdienst hat eine offizielle Hitzewarnung ausgegeben
  • Das Wochenende bringt Unwetter, danach sollte es etwas abkühlen – es bleibt aber warm

Samstag, 27. Juli – Bei Hitze haben Deutsche keine Lust zu shoppen

10.31 Uhr: Einzelne Produkte sind bei der aktuellen Hitze gefragt, doch in vielen Geschäften herrscht bei Hitze eine Flaute. Kaum jemand will bei 40 Grad wie in den vergangenen Tagen einen längeren Einkaufsbummel machen.

Der Handelsverband Textil (BTE) sieht die Hitzewelle mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Die Nachfrage nach leichter Kleidung steigt natürlich“, sagte der stellvertretende BTE-Hauptgeschäftsführer Siegfried Jacobs. Doch andererseits dämpften allzu hohe Temperaturen die Lust der Kunden auf einen Shoppingbummel. Inzwischen bekämen die Läden sogar Anrufe, in denen sich Verbraucher erkundigten, ob die Geschäftsräume klimatisiert seien.

8.47 Uhr: In der Südwesthälfte Deutschland sind nach Angaben des DWD Gewitter möglich. Starkregen, Hagel und Windböen sind dann zu erwarten. Am Freitagabend hatte es unter anderem in Baden-Württemberg schon heftige Gewitter gegeben.

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Freitag, 26. Juli – Hitze in Deutschland, Hagel und Eis in Frankreich

22.23 Uhr: Im Rheinbad in Düsseldorf hat die Hitze am Freitag wohl einigen Besuchern nicht gut getan. Das Bad wurde nach Zwischenfällen geschlossen. 60 Jugendliche randalierten: Freibad in Düsseldorf geräumt.

17.01 Uhr: Während in Deutschland die meisten unter der Hitze leiden, hat es in Frankreich heftige Hagelschauer und sogar Eis gegeben. Deshalb musste auch eine Alpen-Etappe bei der Tour de France abgebrochen werden.

Die Veranstalter der Radrundfahrt wollten den Fahrern nicht zumuten über Eisplatten zu fahren, die sich nach den starken Hagelschauern auf der Straße gebildet hatten. Nach dem Unwetter waren die Temperaturen zudem deutlich gesunken. War es zuvor sommerlich waren am Nachmittag nur noch 15 Grad gemessen worden, berichtete die ARD während der Fernsehübertragung der Tour de Fance.

12.54 Uhr: Viele sehnen sich nach Abkühlung. Allerdings: Nicht jedes Gewässer eignet sich. Das betrifft vor allem auch Flüsse – im Rhein sind zum Beispiel zwei Männer verschwunden.

Seit Donnerstag sind sie vermisst, einer in Düsseldorf, einer in in Dormagen-Zons. Im Düsseldorfer Fall entstand durch ein vorbeifahrendes Schiff ein Sog, der drei badenden Männer in die Rheinmitte zog. Zwei von ihnen konnten sich selber an Land retten. Der dritte, ein 18-Jähriger aus Wuppertal, wird vermisst.

In Dormagen-Zons haben, genau wie in Düsseldorf, Rettungskräfte mit Hubschraubern und mit Booten der Feuerwehr und der DLRG nach einem 22-Jährigen gesucht. Laut Zeugenaussagen geriet er im Bereich einer Buhne unters Wasser und tauchte nicht wieder auf.

10.48 Uhr: In Gevelsberg und in Dortmund mussten Einsatzkräfte Donnerstag Kinder aus parkenden Autos befreien – die Eltern hatten sie jeweils zurückgelassen. Eine bei diesen Temperaturen rasend schnell lebensgefährliche Nachlässigkeit, weil die Autos sich schnell aufheizen.

In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr nochmals daraufhin, weder Kinder noch Tiere bei den derzeitigen Außentemperaturen alleine im Auto zu lassen. Schon wenige Minuten in einem verschlossenen Auto reichen aus, dass Kinder und Tiere schwer geschädigt oder sogar getötet werden können.

9.11 Uhr: Es wird bald scheppern – zumindest im Osten. Nach der anhaltenden Hitze sorgen aufziehende Gewitter und etwas kühlere Luft am Wochenende für eine leichte Erfrischung in Berlin und Brandenburg. Am Freitag bleibe es mit Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad Celsius durchaus heiß, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Potsdam.

08.02 Uhr: Viele wildlebende Tiere leiden zunehmend unter der Trockenheit und Hitze. Betroffen seien vor allem Amphibien, teilte die Umweltschutzorganisation BUND mit. Schon im vergangenen Jahr seien zahlreiche Kaulquappen bedrohter Arten wie Moorfrosch, Laubfrosch, Rotbauchunke oder Knoblauchkröte wegen des Wassermangels in den Laichgewässern vertrocknet, sagte BUND-Experte Georg Wilhelm der Deutschen Presse-Agentur. Dies wiederhole sich in diesem Jahr in noch größerem Ausmaß. „Ein solch totes Amphibienjahr wie 2019“ habe er bisher noch nicht erlebt, sagte Wilhelm.

5.27 Uhr: Auch am Freitag wird es hochsommerlich warm – so heiß wie am Donnerstag allerdings nicht mehr. Die kommenden Tage bleibt es laut Deutschem Wetterdienst mit teilweise knapp 40 Grad sehr heiß, der Höhepunkt der Hitzewelle ist demnach aber wohl überschritten.

Heiß ist es auch in anderen Europäischen Ländern. Auch in Paris wurde am Donnerstag mit mehr als 42 Grad ein neuer Hitzerekord gemessen. Und auch in den Niederlanden stieg das Thermometer auf über 40 Grad. Kühler ist es hingegen im Süden: Fast schön kühl etwa in Athen bei knapp 31 Grad, auf Ibiza bei 30 Grad und in Lissabon nur bei gerade einmal 26,5 Grad.

Der Donnerstag war laut deutschem Wetterdienst „ein Tag für die Wettergeschichte“. An 25 Wetterstationen wurden demnach 40 Grad und mehr gemessen. Hitze-Gefahr: Woran man Sonnenstich und Hitzschlag erkennt.

Donnerstag, 25. Juli – Hitzerekorde in Lingen nacheinander gerissen

20.36 Uhr: Dass diese Dinge immer noch passieren: In Nordrhein-Westfalen hat eine Frau ihre Tochter bei Hitze im Auto sitzen lassen. Die Konsequenz: ein Polizeieinsatz. Zeugen hatten das Baby zuvor aus dem heißen Auto gerettet, während die Mutter einkaufen war.

18.55 Uhr: Der Betreiber des europäischen Hochgeschwindigkeitszuges Thalys hat wegen der Hitze den Verkauf seiner Tickets vorerst eingestellt.

Die Thalys-Züge sind unter anderem zwischen Paris und Nordrhein-Westfalen unterwegs. Zuvor hatte Thalys bereits darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Hitze zu Verkehrsbehinderungen zwischen Paris und Brüssel kommt. „Wir empfehlen unseren Reisenden, ihre für den 25. Juli geplante Reise zu verschieben wenn möglich“, hieß es.

18.23 Uhr: Auf einem Zeltplatz bei einem niederländischen Bauernhof ist 20 Kindern durch die Hitze so übel geworden, dass sie behandelt werden mussten. 16 Kinder seien vorsorglich in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Polizei mit. Rettungskräfte waren in großer Zahl zu dem Zeltplatz in Leusden in der Provinz Utrecht ausgerückt. Die Lage sei aber nun unter Kontrolle.

17.38 Uhr: Und hier ist zum dritten Mal am Tag Lingen: Hier ist der nächste Hitzerekord gefallen. In der Stadt im Emsland wurden am Nachmittag 42,6 Grad Celsius gemessen.

16.35 Uhr: Kaum zu glauben, aber der nächste Rekord ist gefallen. Lingen hat sich selbst übertroffen. Um 15.50 Uhr wurden 41,6 Grad gemessen, wie der DWD nun bekanntgab.

16.27 Uhr: So schnell kann es gehen: Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland ist die 41-Grad-Marke durchbrochen worden. Lingen im niedersächsischen Emsland war am Donnerstag mit 41,5 Grad nach vorläufigen Daten des DWD der heißeste Ort in Deutschland.

15.45 Uhr Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe appelliert an die Kommunen und Sozialeinrichtungen, Obdachlose bei der aktuellen Hitze mehr zu unterstützen. „Die Wohnungslosen sollten sich tagsüber in kühlen Räumen aufhalten können und nicht aus den Gemeinschaftsunterkünften morgens auf die Straße zurückgeschickt werden“, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. Kühle Räume könnten ihnen Schutz vor der mitunter lebensbedrohlichen Hitze bieten.

15.21 Uhr: Das Klinikum Links der Weser in Bremen hat wegen der Hitze mit wiederholten Stromausfällen zu kämpfen. Nach Angaben der Feuerwehr fielen am Donnerstag vorübergehend drei Trafos aus, woraufhin die Notstromversorgung ansprang. Die Feuerwehr habe daraufhin Hochleistungslüfter zur Kühlung der Trafos bereitgestellt.

15.16 Uhr: Deutschland hat nach vorläufigen Ergebnissen am zweiten Tag in Folge einen Hitzerekord: Um 14.20 Uhr wurden an der Station Bonn-Roleber 40,6 Grad gemessen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dies sei aber nur ein Zwischenstand mit vorläufigen Mess-Ergebnissen.

14.19 Uhr: Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich am Freitag gegen Mittag abgeschaltet werden. Dann werde für das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Donnerstag.

Zum Schutz des Ökosystems der Weser dürfe dann kein wärmeres Wasser mehr in den Fluss geleitet werden.Sobald sich die Weser nachhaltig abkühle, werde der Betrieb wieder aufgenommen, teilte die Betreibergesellschaft Preussen Elektra mit. Dies werde voraussichtlich am Sonntag der Fall sein.

13.31 Uhr: Im Ersten wird es am Abend einen „Brennpunkt“ geben. Claudia Schick führt durch die 15-minütige Sondersendung vom Hessischen Rundfunk. Der Sender reagiert damit nicht nur auf den frisch gebrochenen Hitzerekord, sondern vor allem auf die vielen Belastungen und übergeordneten Probleme, die die Ausnahmewärme mit sich bringt.

12.56 Uhr: Es ist offiziell: Der Deutsche Wetterdienst hat den neuen deutschen Hitzerekord von 40,5 Grad in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen vom Mittwoch bestätigt. Damit ist die bisherige Höchstmarke von 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen aus dem Jahr 2015 offiziell überboten, wie ein Sprecher am Donnerstag in Offenbach mitteilte.

12.43: Die Hitzewelle lässt viele träumen – für einige soll die Hoffnung auf ein frühes Arbeitsende wegen Wärme Wahrheit werden: Für diese Berufe wollen die Grünen hitzefrei.

12.22 Uhr: Zuhause schwitzen? Muss nicht sein. Richtig Lüften ist entscheidend für das gute Gefühl in den eigenen vier Wänden. Unbedingt beachten:

  • Nur morgens und abends richtig durchlüften, die etwas kühlere Nacht nutzen zum Luftaustausch – und mit offenem Fenster schlafen
  • Auch tagsüber das Fenster auf Kipp zu lassen ist keine gute Idee: Die Wärme kommt schleichend rein
  • Dunkel gleich kühler: Vorhänge zu, Rollläden runter, im Zweifel Decken vor die Scheibe nageln

10.46 Uhr: „Es gibt Sonne von morgens bis abends. Es wird knüppelheiß“, sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mit dem Blick auf die Vorhersage für Nordrhein-Westfalen. Die Experten rechnen mit mehreren Orten, die bei der Höchsttemperatur „vorne eine 4“ vorweisen werden. Es könne sogar bis zu 41 Grad geben. Besonders heiß soll es zwischen der Eifel und Köln, am Niederrhein und an einigen Orten im Ruhrgebiet geben.

8.52 Uhr: Auch wenn es sich in diesen Tagen angemessen anfühlt – es gibt in Deutschland kein „Hitzefrei-Gesetz“. Was aber festgeschrieben ist: Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen „soll +26 °C nicht überschreiten“. Bei mehr als 30 Grad im Büro muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um Gesundheitsgefahren vorzubeugen.

Darunter könnte die Lockerung von Kleidungsvorschriften, Gleitzeitregelungen oder die Bereitstellung von Trinkwasser können fallen – oder eine Nummer größer: das Installieren von Sonnenschutz-Systemen.

7.45 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will am Donnerstag klären, ob der bei einer Messstation in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen gemessene Temperatur-Höchstwert offiziell anerkannt wird. Die Messstelle gehört nicht zum DWD-Netz.

Sollten die gemessenen 40,5 Grad offiziell werden, würden sie als der höchste Wert seit Beginn der Wetteraufzeichnung gelten. Mit 40,3 Grad waren im unterfränkischen Kitzingen im Jahr 2015 die bundesweit bislang heißesten Temperaturen gemessen worden. Die Daten der Wetterexperten gehen bis ins Jahr 1881 zurück.

Das Ergebnis der Prüfung könnte aber nur kurze Zeit Bestand haben: Die DWD-Experten gehen von weiter steigenden Temperaturen aus. „Es wird noch heißer“, kündigte ein DWD-Sprecher an.Die Meteorologen gehen davon aus, dass eine Stadt in Nordrhein-Westfalen auf der offiziellen DWD-Hitze-Hitliste die neue Nummer eins werden kann. Die Region zwischen Kölner Bucht und Niederrhein haben die Fachleute dabei besonders im Blick.

Mittwoch, 24. Juli: Hält die neue Höchsttemperatur?

21.15 Uhr: Heißester Ort Deutschlands war am Mittwoch Saarbrücken. 40,2 Grad wurden im Stadtteil Burbach vom Deutschen Wetterdienst (DWD) registriert – den bundesweit höchsten gemessenen Wert in diesem Jahr. Der deutsche Hitzerekord von 40,3 Grad wurde dabei denkbar knapp verfehlt.

Am Mittwoch habe es auch noch den Wert einer Bundeswehr-Messstation in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen mit 40,5 Grad gegeben, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Diesen Spitzenwert könne der DWD aber nicht bestätigen.

14.45 Uhr: Auf der Donau ist bei den aktuellen Temperaturen die Schifffahrt gefährdet. In Niederbayern könnte sie bei sinkenden Pegelständen schon Ende der Woche beschränkt oder eingestellt werden.

Vor allem Hotelschiffe könnten dann teilweise nicht mehr zwischen Straubing und Vilshofen fahren, weil der Wasserstand zu niedrig sein werde, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts des Bundes am Mittwoch in Regensburg. Güterschiffe dürfen dann nur noch einen Teil ihrer Ladung transportieren oder gar nicht mehr fahren.

13.21 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst stellt ein vorläufiges Ende des Extremwetters in Aussicht. Nach den heißen Tagen zur Mitte der Woche, soll es am Wochenende in vielen Landesteilen wieder kühler werden. So bringe der Samstag vor allem in Hessen Schauer und Gewitter.

Am Sonntag und zu Beginn der kommenden Woche könnten auf dem Thermometer in Mittel- und Westdeutschland wieder längere Zeit Temperaturen unterhalb der 30-Grad-Marke erscheinen. Im Norden sind in der Nacht sogar Abkühlungen auf 20 bis 14 Grad denkbar.

12.17 Uhr: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt angesichts der Klimakrise vor einem „Waldsterben 2.0“. In Deutschland seien die Wälder am stärksten von der Klimakrise betroffen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin. In Folge der anhaltenden Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre spitze sich die Situation dramatisch zu.

„Waldbrände, Stürme und Massenvermehrungen von Borkenkäfer und Nonne lassen in der Folge ganze Waldbestände aus naturfernen Fichten- und Kiefernmonokulturen zusammenbrechen“, sagte Weiger.

10.47 Uhr: Europa schwitzt – und die Niederländer streuen Salz. „Das tun wir auf einigen Straßen, um Asphalt zu kühlen“, sagt eine Sprecherin der Kommune Utrechtse Heuvelrug. Auch in Noordenveld im Nordosten bereitet ihre Bürger auf Twitter auf das ungewöhnliche Bild von Streuwagen vor: „Wir streuen (im Sommer)!“

Das Salz entzieht der Luft Feuchtigkeit, und die wiederum kühlt den Asphalt. Auf diese Weise sollen Schäden und das Kleben der Straßenoberfläche verhindert werden. Vor allem Städte und Gemeinden im Osten des Landes nahe der deutschen Grenzen setzen diese Methode ein. Bei tropischer Hitze kann der Asphalt so heiß werden, dass er aufbricht und Dellen bekommt.

9.24 Uhr: Es geht langsam, aber direkt heftig los: Vor allem im Westen können laut Deutschem Wetterdienst mancherorts 40 Grad erreicht werden. Am Donnerstag soll es dann sogar noch einmal heißer werden.

Im Ruhrgebiet, Saarland und im Moseltal könnten Werte von bis zu 41 Grad erreicht werden. Dies könnte auch den Temperaturrekord aus dem Sommer 2015 brechen – damals wurden im bayerischen Kitzingen 40,3 Grad gemessen.

Eine Hitzewarnung galt nach DWD-Angaben für Mittwoch bereits in ganz Deutschland. Die Warnstufe 2 wird ausgerufen, wenn tagsüber extreme Wärmebelastung herrscht. Die sogenannte gefühlte Temperatur liegt dann über 38 Grad. Für die Wärmebelastung müssen neben der Lufttemperatur die Feuchtigkeit der Luft, der Wind und die Strahlung berücksichtigt werden.

Dienstag, 23. Juli: Experten erwarten heißeste Woche des Jahres in NRW

17.10 Uhr: Steigende Temperaturen lassen auch die Anzahl an Krankenscheinen in Deutschland ansteigen, das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. 40.000 Fehltage seien so zuletzt entstanden, die neuesten Zahlen stammen aus dem Jahr 2017.

Die Zahlen der entsprechenden Arbeitsunfähigkeitstage schwankten in den vergangenen Jahren deutlich. So waren es 2015 rund 52.000, 2008 nur rund 18.000. Berücksichtigt werden hierbei unter anderem Patienten mit Hitzschlag, Sonnenstich oder bestimmten sonnenbedingten Hautschäden.

7.07 Uhr: Sommer und Sonne sollen heute ganz Deutschland erfreuen. Nach den Vorhersagen des DWD werden im Verlauf des Tages vielerorts Temperaturen von über 30 Grad erreicht.

Besonders warm soll es im Westen Deutschlands mit 36 Grad im Saarland sowie 34 Grad in Hessen werden. Nur im Norden, an der Küste und in Teilen Süddeutschlands bleibt es zunächst etwas kühler. Hier werden etwa 24 Grad im Norden Schleswig-Holsteins und 25 Grad an der Ostseeküste erwartet. Für weite Teile Deutschlands bestehe außerdem eine Hitzewarnung.

Nach Prognosen des DWD wird der Donnerstag zum wohl heißesten Tag der Woche werden. Im Ruhrgebiet, im Raum Köln, an der Mosel und im Saarland seien dann sogar 41 Grad möglich. Im Rhein-Main-Gebiet seien mit erwarteten 40 Grad ebenfalls stationäre Hitzerekorde möglich. Der historische Hitzerekord von 40,3 Grad im mittelfränkischen Kitzingen von 2015 könnte dann möglicherweise wackeln.

Montag, 22. Juli: Experten erwarten heißeste Woche des Jahres in NRW

18.52 Uhr: Droht eine Hitzewelle, die Rekorde sprengt? Nach neuesten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnten schon am Mittwoch im Saarland und im Moseltal Temperaturen von 40 Grad erreicht werden.

Am Donnerstag, dem laut Prognosen wohl heißesten Tag der Woche, seien nach derzeitigen Berechnungen im Ruhrgebiet, im Raum Köln, an der Mosel und im Saarland sogar 41 Grad möglich, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich am Montagabend.

Im Rhein-Main-Gebiet seien mit erwarteten 40 Grad ebenfalls örtliche Hitzerekorde möglich. Der historische Hitzerekord von 40,3 Grad in Kitzingen könnte wackeln. „Wenn diese Vorhersagen eintreffen, würde diese Hitzewelle in die Geschichtsbücher eingehen“, sagte Friedrich.

10.13 U hr: Den Menschen in Nordrhein-Westfalen steht nach Einschätzung des DWD die bislang heißeste Woche des Jahres mit bis zu 40 Grad am Donnerstag bevor. Bei Höchsttemperaturen von 30 Grad wird es am Montag demnach sommerlich warm, in der Nacht sinken die Temperaturen auf 13 Grad. Der Höhepunkt der Woche wird nach der Vorhersage am Donnerstag erreicht: Mancherorts werden dann bis zu 40 Grad erreicht. Mit Regen und Gewitter sei vorerst nicht zu rechnen.

Viel Sonne und Temperaturen über 30 Grad sagen die Wetter-Experten auch für den Rest Deutschland voraus. Unangenehm kann die warme Periode nach Angaben des Sprechers in den Städten gerade auch nachts werden. Dort kühle es in den Nächten zu Donnerstag und Freitag voraussichtlich vergleichsweise wenig ab.

Gerade im Norden könnte Trockenheit ein Problem werden, meint der DWD. Regen sei erst ab Freitag zu erwarten, wenn die Temperaturen langsam wieder sinken. Ein Problem sei dies vor allem für die ohnehin schon trockenen Böden. Auch die Waldbrandgefahr steige durch den ausbleibenden Regen deutlich.

Sonntag, 21. Juli: Hitzewelle im Anmarsch

16.28 Uhr: Auch Frankreich hat mit einer Hitzewelle zu kämpfen. Dort wird aufgrund der Hitze in diesem Jahr mit einer deutlich niedrigeren Weinernte gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr befürchtet das Landwirtschaftsministerium in Paris einen Rückgang der Produktion von bis zu 13 Prozent. Die Weinstöcke hätten unter klimatisch ungünstigen Bedingungen geblüht, wie die Behörde auf ihrer Internetseite mitteilte.

16.09 Uhr: Nach den verbreiteten Gewittern vom Wochenende soll es im Laufe der kommenden Woche immer wärmer werden. Ursache sei das Hoch „Yvonne“, dass sich zum Wochenbeginn über Deutschland breit mache und zunehmend warme bis heiße Luft von Süden bringe. „Der Donnerstag könnte nach jetzigem Stand den Höhepunkt der Hitzewelle markieren“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Sonntag voraus.

33 bis 38 Grad werden erwartet, im Westen und Südwesten könne es noch etwas heißer werden. „In den Nächten wird es spätestens ab der Wochenmitte auch schwierig was das Durchlüften angeht“, sagte der DWD-Sprecher. Gerade in den Ballungszentren werde die Temperatur dann kaum noch unter 20 Grad sinken. Zum nächsten Wochenende hin werden wieder Gewitter erwartet. Ob sie Abkühlung bringen, sei noch unklar.

Samstag, 20. Juli: Gewitter bringt nur kurze Abkühlung

10.01 Uhr: „In den folgenden Tagen werden die Menschen in manchen Teilen Deutschlands mit der Warnstufe 2 leben müssen“, sagte Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD in Freiburg, der Deutschen Presse-Agentur.

Warnstufe 2 bedeutet: Tagsüber herrscht eine extreme Wärmebelastung. Die sogenannte gefühlte Temperatur liegt dann über 38 Grad. Starke Wärmebelastung und damit die Voraussetzung für die Warnstufe 1 liegt vor, wenn um 14 Uhr die gefühlte Temperatur 32 Grad und mehr beträgt. Die vom DWD verwendete Gefühlte Temperatur ist nicht mit der Lufttemperatur gleichzusetzen. Für die Wärmebelastung müssen neben der Lufttemperatur der Wasserdampfgehalt der Luft, der Wind und die Strahlung berücksichtigt werden.

Angesichts der erwarteten Hitzebelastungen, die nach bisherigen Prognosen mindestens bis zum folgenden Wochenende anhalten können, empfahl Matzarakis, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Nicht nur für gesundheitlich geschwächte Menschen sei es an so heißen Tagen wichtig, viel zu trinken. „Halten Sie Ihre Wohnung kühl, denn ein erholsamer Schlaf hilft dabei, die Hitze des Tages besser zu verkraften“, so eine Empfehlung des DWD.

Das funktioniert nur dann, wenn nicht auch die Nächte „tropisch“ sind – denn dann sinken die Temperaturen nicht unter 20 Grad, was die Kühlung der Wohnung erschwert. „Gebäude hinken auch nach dem Ende einer Hitzeperiode hinterher“, sagte Matzarakis. „Bis die wieder ausgekühlt sind, dauert es auch dann noch, wenn die Außentemperaturen bereits wieder gesunken sind. Wer da Probleme hat: So einfach baut man sich eine Klimaanlage für zu Hause.

08.30 Uhr: Drei Hitzewellen gab es bisher schon in diesem Sommer, meldet der DWD: Das seien ungewöhnlich viele, und sie hätten zum Teil lang angehalten. Im Juni wurden an mehreren Orten die regionalen Rekordtemperaturen übertroffen. Insgesamt handelte es sich um den wärmsten und sonnigsten Juni seit Beginn flächendeckender Messungen.

Extreme Hitze in den USA – Ex-Athlet stirbt an Hitzschlag

Auch Teile der USA und Kanadas leiden unter extremer Hitze. Für das Wochenende werden für den östlichen Bereich des Nordamerikanischen Kontinents gefühlte Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius vorhergesagt.

Bill de Blasio, Bürgermeister von New York City, warnte vor extremer Hitzebelastung in der Metropole.

Im US-Bundesstaat Arkansas starb ein 32-jähriger ehemaliger Hochleistungssportler an einem Hitzschlag. Mitch Petrus, der mit den New York Giants 2012 den Super Bowl – die Meisterschaft im American Football – gewonnen hatte, hatte im Freien gearbeitet und hatte sich Berichten zufolge immer schlechter gefühlt. Er starb in einem Krankenhaus.

Wie das Wetter entsteht, lesen Sie hier. Wer Haustiere hat, sollte sich auch um deren Wohlbefinden Gedanken machen: Das hilft Hund, Katze und Co. bei tierischer Sommerhitze.

(dpa/moi/ac)

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