Firma fordert 250.000 Euro von Kollegah – Keine Einigung

Düsseldorf.  Gangster-Rapper Kollegah steht in Düsseldorf vor Gericht. Eine Firma will 250.000 Euro Schadenersatz. Ist der Musiker vertragsbrüchig?

Der Rapper Kollegah in einem Tonstudio: Eine Dresdner Online-Handelsfirma verklagt den Musiker auf 250.000 Euro Schadenersatz.

Der Rapper Kollegah in einem Tonstudio: Eine Dresdner Online-Handelsfirma verklagt den Musiker auf 250.000 Euro Schadenersatz.

Foto: Matthias Balk / dpa

Es geht um eine Forderung auf Schadenersatz in Höhe von 250.000 Euro: Eine Dresdner Online-Handelsfirma hat Gangster-Rapper Kollegah verklagt, am Mittwoch wurde der Streit vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt – zu einer Einigung kam es dabei nicht.

Das Düsseldorfer Landgericht schlug vor, dass die Firma 200 000 Euro bekommt. Kollegahs Anwalt bot aber nur 160.000 Euro. Nun wollen beide Seiten versuchen, doch noch auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ohne Ergebnis und ohne neuen Termin wurde das Verfahren vertagt.

Kollegah, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt, habe die mit dem Unternehmen getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten, argumentiert die Klägerin. Kollegahs Anwälte sehen das anders. Die Handelsfirma gibt an, sie habe mit Kollegah einen Lizenzvertrag abgeschlossen und Produkte für dessen Marke „Deus Maximus“ vertrieben. Im Gegenzug habe Kollegah die Produkte beworben.

In der mündlichen Verhandlung hatten die Dresdner Firma ihre Forderungen zwischenzeitlich auf 410.000 Euro hochgeschraubt.

Kollegah soll Vertrag mit Dresdener Firma gebrochen haben

Ende 2017 habe der bekannte Rapper die Werbung auf seinen Social-Media-Kanälen aber eingestellt und im Januar 2018 ein anderes Unternehmen unterstützt, das Produkte mit der Marke verkauft habe. Die Dresdner Firma gibt an, deshalb auf ihrer Ware sitzengeblieben zu sein. Es sei eine Kündigungsfrist von acht Monaten vereinbart gewesen, die Kollegah nicht eingehalten habe.

Kollegah und seine Anwälte bestreiten dies. Die Zusammenarbeit sei einvernehmlich beendet worden. Eine entsprechende Kündigungsfrist sei nicht vereinbart worden. Außerdem sei Kollegah selbst gar nicht Vertragspartner, sondern eines seiner Unternehmen. Nach Angaben des Gerichts sind einige der Vereinbarungen mündlich getroffen worden.

Wirbel um Echo-Verleihung 2018

Kollegah erlangte im Zuge der Echo-Verleihung 2018 große Bekanntheit auch über Rapper-Kreise hinaus – wegen eindeutig antisemitischer Textpassagen. Etliche Künstlerkollegen kritisierten die Preisverleihung an Kollegah und dessen Musiker-Freund Farid Bang massiv, viele gaben ihre Auszeichnungen aus Protest zurück. Die Kritik führte letztlich zur Abschaffung des Musikpreises .

Strafrechtliche Ermittlungen gegen die beiden Musiker wurden eingestellt. Nach wochenlanger öffentlicher Kritik besuchten Kollegah und Farid Bang im Oktober 2018 die Gedenkstätte Auschwitz. Zumindest Kollegah gab sich anschließend reumütig : „Wenn du mit eigenen Augen siehst, wie dort fabrikmäßig Menschen vergast wurden, vergisst du das nie.“ (küp/dpa)

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