„Sendung mit der Maus“: Armin Maiwald feiert 80. Geburtstag

Köln.  Er ist die berühmte Stimme der „Sendung mit der Maus“, jetzt feiert Armin Maiwald seinen 80. Geburtstag. An einem ganz besonderen Ort.

Armin Maiwald ist vielen Fernsehzuschauern aus der „Sendung mit der Maus“ bekannt.

Armin Maiwald ist vielen Fernsehzuschauern aus der „Sendung mit der Maus“ bekannt.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Generationen von Fernsehzuschauern sind mit ihm aufgewachsen und haben sich von ihm alle großen Fragen des Alltags erklären lassen. Am Donnerstag feiert Armin Maiwald, der Mann aus der „Sendung mit der Maus“, seinen 80. Geburtstag.

In seinen Sendungen erklärt der Miterfinder der „Sendung mit der Maus“ knifflige Fragen wie „Warum kräuselt sich eine Geschenkschleife, wenn man sie an einer Schere entlangzieht?“ Oder: „Woher weiß die Kopfschmerztablette, dass sie in den Kopf soll, wenn ich sie doch in den Magen schlucke?“ Oder: „Wie kommen die Löcher in den Käse?“

„Sendung mit der Maus“: Maiwald erzählt die Geschichten frei

Auf der Straße werde er oft erkannt, an seinem Aussehen, oder an seiner Stimme. Das erzählt Maiwald in seinem Haus in Köln und schmunzelt dabei. Einmal saß Armin Maiwald im Zug von Potsdam nach Berlin, und plötzlich stieg eine große Gruppe Punks zu. Ihm wurde etwas mulmig.

„Aber die waren unglaublich nett. Haben mich erkannt, mir die Hand geschüttelt, und jeder hat fünf Geschichten erzählt. So in der Art „Ich hab das und das gesehen“ und „Ich hab den und den Film immer besonders geliebt“.“

MausSpots Folge 1 – Die Sendung mit der Maus

Ein anderes Mal, an einem sehr heißen Tag in Berlin, ist Maiwald zu einem Getränkestand gegangen und hat gesagt: „Ich hätt gern ein Bier“. Daraufhin fragte ihn der Mann hinter der Theke: „Sind Sie nicht der von der Maus?“ Es ist einmal Maiwalds Stimme, an der man ihn erkennt, und dann seine ruhige, natürliche Sprechweise.

Sie kommt in den Kurzfilmen dadurch zustande, dass Maiwald keine vorformulierten Texte vorliest, sondern bei der Aufnahme frei erzählt. Das ergab sich schon vor Jahrzehnten durch einen Zufall.

Er hatte dem zuständigen WDR-Redakteur Gert Müntefering einen schon geschnittenen Film vorgespielt und dabei sinngemäß erzählt, was später noch von einem professionellen Sprecher aufgenommen werden sollte. Müntefering gefiel Maiwalds improvisierte Version aber viel besser. „Das machst du ab jetzt immer so.“

Glückliche Kindheit trotz Nachkriegszeit

Neugierig war Armin Maiwald schon als Kind. „Ich habe meiner Mutter immer Löcher in den Bauch gefragt“, erinnert er sich, „und sie hat versucht, mir alles zu erklären. Sie hat nie gesagt „Dafür bist du noch zu klein“. Ich hatte eine tolle Mutter, die leider viel zu früh verstorben ist.“ Hat sie ihm das Erklärtalent vererbt? „Möglicherweise“, sagt er.

„Von meinem Vater kann ich’s nicht haben, den habe ich nur zweimal in meinem Leben gesehen, weil er zum Kriegsdienst eingezogen war.“ Am 18. April 1945, wenige Tage vor der deutschen Kapitulation, kam er bei einem Luftangriff ums Leben. Maiwalds Kindheit fiel in den Krieg und in die Nachkriegsjahre. Hatte er überhaupt eine Kindheit?

„Wir fanden das ja damals normal, weil alle so lebten“, ist seine Antwort. „Deshalb würde ich sagen: Ja, trotz großer Not und Armut hatte ich eine glückliche Kindheit.“ Spielzeug war kaum vorhanden, aber das machte nichts. „Wir haben aus Ästchen Schiffe gebastelt und mit Steinen gespielt. Das heißt, der Blick auf die alltäglichen Dinge des Lebens, die einen so umgeben, den habe ich von frühester Kindheit an gehabt.“

Geburtstagsfeier in der Kölschkneipe

Maiwald hat im Laufe seines langen Berufslebens nicht nur für die Maus gearbeitet. Er machte zum Beispiel auch den „Spatz vom Wallrafplatz“, eine Kinderserie, die in den 70er Jahren so beliebt war, dass sie irgendwann an ihrem eigenen Erfolg zugrunde ging: Sobald das Team auf dem Wallrafplatz in der Kölner Innenstadt filmen wollte, bildete sich eine solche Menschentraube, dass die Arbeiten unmöglich wurden. „So ist es kaputt gegangen.“

Zahllose Male wiederholt wurde die aufwendige Puppenserie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“, für die viele Filmtricks eigens erfunden wurden. „Das war eine technische Pionierleistung.“ Die Maus aber ist es, die vor allem mit Maiwalds Namen verbunden bleibt. Noch immer ist er für die Sendung aktiv. „Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann komplett aufzuhören“, sagt er. Die Maus steht sogar als Marmorfigur in seinem Büro im Kölner Eigelsteinviertel hinter dem Hauptbahnhof.

Eine Gegend voller Individualisten, nicht besonders hübsch oder sauber, aber dafür sehr lebendig. Hier wird er auch seinen 80. Geburtstag in einer Kölschkneipe feiern. „Ich hätte eigentlich nicht unbedingt feiern wollen, aber meine Frau hat das so beschlossen.“ Das sagt er mit leicht ironischer Maus-Erzählstimme. Und fügt hinzu, dass er zwei Vorgaben gemacht habe: „Keine Geschenke! Und keine Reden! Es wird nie mehr gelogen als bei runden Geburtstagen und Beerdigungen.“

„Sendung mit der Maus“ – mehr zum Thema:

Seit Ende Dezember 2019 gibt es die „Sendung mit der Maus“ auch als Podcast. Jeden Tag geht eine neue Folge online. In den Folgen erforscht die Maus zusammen mit dem Elefanten, Kinder-Reportern und den Moderatoren André Gatzke und Nina Heuser Rätsel des Alltags. Bei der Themenwahl können die Zuhörer auch selbst mitwirken. Die Moderatoren freuen sich immer über Anrufe und Nachrichten mit Themenvorschlägen.

Im Sommer 2019 durften sich Fernsehzuschauer auch über die Rückkehr eines anderen Kinderfilmklassikers freuen: Der Sandmann feierte seinen 60. Geburtstag mit neuen Folgen. (dpa/msb)

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