Urlaub trotz Corona: Reisen innerhalb Deutschlands möglich?

Berlin.  Wegen der Corona-Lockerungen soll Reisen in Deutschland wieder einfacher werden. Wo Sie Ihren Urlaub in Deutschland planen können.

Reisen und Coronavirus: Wohin kann ich jetzt fahren?

Hotels und Ferienwohnungen waren lange leer: Wann hat das ein Ende? Millionen Deutsche wollen raus und Urlaub machen. Klappt Camping oder gar eine Auslandsreise? Wir klären im Video auf.

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  • In welche Bundesländer darf man wieder reisen – trotz Corona?
  • Jedes Bundesland hat andere Regeln für Restaurants, Bars, Hotels und Ferienwohnungen
  • Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern
  • Einige Länder haben aber bereits weitere Lockerungen angekündigt
  • Hier lesen Sie, wo – und wie – Sie in Zeiten der Coronavirus-Pandemie Urlaub in Deutschland machen können

Noch ist kein Ende der Coronavirus-Pandemie in Sicht. Allerdings lockern viele Länder zunehmend die strengen Beschränkungen, die zur Eindämmung des Virus erlassen wurden. Das gilt auch für Deutschland. Im Zuge der Lockerungen fragen sich viele, ob und wie Urlaub wieder möglich ist.

Urlaub in Deutschland: Geht das während der Corona-Pandemie?

Kurz gesagt: Es gibt keine einheitlichen Regelungen für die Wiederaufnahme des Tourismus und der Gastronomie in Deutschland. Jedes Bundesland hat selbst geregelt, wann und in welchem Umfang Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen.

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Wir geben einen Überblick über alles, was man zu Reisen innerhalb Deutschlands in der Corona-Krise wissen muss.

Urlaub machen in Bayern: Was ist erlaubt?

In Bayern dürfen Restaurants sowohl die Außenbereiche als auch die Innenräume öffnen. Für auf den Getränkeausschank ausgerichtete Lokale wie Bars gibt es noch keine Perspektive. Hotels dürfen ab dem 30. Mai wieder Touristen beherbergen. „Allerdings ohne Sauna, ohne Wellness, ohne Schwimmbäder, mit strengen hygienischen Konzepten“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Urlaub in Berlin: Wann dürfen Touristen wieder die Hauptstadt besuchen?

In Berlin dürfen seit dem 25. Mai Hotels und andere Beherbergungsbetriebe sowie Ferienwohnungen wieder öffnen – unter Einhaltung der Hygieneregeln. Spa- und Wellnessbereiche müssen allerdings weiter geschlossen werden. Auch gewerbliche Ausflugs- und Stadtrundfahrten und Führungen im Freien sind seit dem 25. Mai wieder erlaubt, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Restaurants dürfen seit dem 15. Mai wieder öffnen, jedoch nur bis 22 Uhr. Reine Schankwirtschaften, darunter auch Bars, müssen geschlossen bleiben.

Lesen Sie hier: Und was ist mit dem Urlaub in Ausland? In welche Länder kann man bald reisen?

Reisen nach Brandenburg: Geht das jetzt?

Brandenburg erlaubt seit dem 15. Mai Dauercamping, Camping in Wohnmobilen und Übernachtungen in Ferienwohnungen und -häusern. Seit dem 25. Mai sind „sämtliche touristische Vermietungen wieder uneingeschränkt unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln“ möglich, wie die Landesregierung verlauten ließ. Restaurants dürfen seit dem 15. Mai wieder Gäste bewirten. Bars bleiben geschlossen.

Hamburg-Urlaub: Ab wann ist er möglich?

Hamburg erlaubt das Übernachten in Hotels seit dem 18. Mai. Auch Restaurants dürfen wieder öffnen. Die Öffnung von Bars wird noch geprüft.

Auszeit in Hessen: Das geht zu Corona-Zeiten

Pensionen, Privatzimmer und Hotels dürfen in Hessen seit dem 15. Mai wieder Gäste aufnehmen. Auch Campingplätze und Ferienwohnungen können wieder vermietet werden. Gaststätten und Bars sind geöffnet, pro fünf Quadratmeter Fläche ist nur ein Gast erlaubt.

Mecklenburg-Vorpommern-Urlaub: Das dürfen Touristen

Hotels und Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern sind geöffnet, gleiches gilt für Campingplätze. Restaurants dürfen ebenfalls öffnen. Bars müssen noch geschlossen bleiben.

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Urlaub in Niedersachsen: Während der Corona-Pandemie möglich?

In Niedersachsen dürfen seit dem 25. Mai Hotels, Pensionen und Jugendherbergen touristisch genutzt werden. Restaurants sind geöffnet. Bars noch geschlossen.

Zusätzlich laufen an vielen Stränden Niedersachsens die Vorbereitungen für einen baldigen Start in die Saison. Einige Strandkörbe sind schon aufgestellt. Mit einem Drei-Stufen-Plan will Niedersachsen schrittweise die coronabedingten Einschränkungen für den Tourismus zurücknehmen.

Bereits seit Anfang Mai können Dauercamper ihre Quartiere wieder nutzen und die Inseln sind wieder für Menschen zugänglich, die dort eine Zweitwohnung oder einen Dauerplatz auf einem Campingplatz besitzen.

Ein aktueller Überblick:

  • Cuxhaven: Tagestouristen dürfen wieder an die Strände.
  • Norddeich: Im Kreis Aurich dürfen Besitzer von Zweitwohnungen und Dauercamper ihre Quartiere seit 6. Mai wieder betreten. Ab dem 11. Mai können Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten wieder öffnen, ohne Begrenzung der Öffnungszeiten, allerdings mit organisatorischen Einschränkungen.
  • Lesen Sie hier: Darum dämpft Heiko Maas Urlaubs-Hoffnungen der Deutschen in der Corona-Zeit.
  • Butjadingen: Ein Betretungsverbot für Auswärtige galt nur über Ostern, nun dürfen auch wieder Tagesausflügler kommen.
  • Die Strände werden in diesem Jahr parzelliert – auf 25 Quadratmetern können sich dann nur eine Familie oder maximal zwei Personen aufhalten.
  • Schillig/Hooksiel: Die Strände können grundsätzlich betreten werden.
  • Bremerhaven: Schiffe gucken ist erlaubt. Die Parkplätze und der Weserdeich sind nicht gesperrt.

Lesen Sie hier: Urlaub in Griechenland - wann ist es wieder möglich?

Nordrhein-Westfalen: Das sind die Pläne für den Tourismus

Ferienwohnungen und Campingplätze sind in Nordrhein-Westfalen seit dem 11. Mai wieder geöffnet, ebenso wie Gaststätten. Seit dem 21. Mai sind auch Übernachtungen in Hotels wieder erlaubt. Schwimmbäder und Thermen können ab dem 30. Mai wieder ihre Pforten öffnen.

Urlaub in Rheinland-Pfalz: Das ist erlaubt

In Rheinland-Pfalz dürfen Campingplätze für Dauercamper und Wohnmobile sowie Tagesausflugsschiffe seit dem 13. Mai wieder den Betrieb aufnehmen. Hotels, Ferienwohnungen und Jugendherbergen folgten am 18. Mai. Restaurants dürfen ab dem 13. Mai Innen- und Außenbereichen wieder öffnen.

Reisen und Urlaub im Saarland: Die aktuellen Regelungen

Im Saarland wird der touristische Betrieb seit dem 18. Mai schrittweise wieder hochgefahren und nach Maximalbelegung gestaffelt. Seit dem 18. Mai dürfen maximal 50 Prozent der Einheiten belegt werden, seit dem 25. Mai maximal 75 Prozent. Je nach Infektionszahlen soll eine Vollbelegung erst ab dem 2. Juni wieder möglich sein. Restaurants dürfen seit dem 18. Mai in der Zeit von 6 bis 22 Uhr öffnen.

Familie besuchen und Kurzurlaub in Sachsen: Ab wann wieder möglich?

Sachsen erlaubt seit dem 15. Mai das Übernachten in Ferienwohnungen und Hotels wieder, auch Gaststätten dürfen seit dem 15. Mai Besucher empfangen.

Urlaub in Sachsen-Anhalt: Die momentane Situation

In Sachsen-Anhalt dürfen Hotels, Ferienhäuser und -wohnungen seit dem 15. Mai wieder vermietet werden – allerdings nur an Einheimische. Ab dem 28. Mai sollen Urlaube für Touristen aus ganz Deutschland möglich sein.

Strandurlaub in Schleswig-Holstein: Muss er dieses Jahr ausfallen?

Schleswig-Holstein lässt Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper seit 4. Mai wieder einreisen – das gilt auch für die Inseln und Halligen. Derzeit sind Besuche in Ferienwohnungen, Hotels und auf dem Campingplatz möglich. Inseln und Halligen dürfen wieder betreten werden. Auch Gaststätten dürfen seit dem 18. Mai wieder öffnen, müssen aber um 22.00 Uhr schließen. Pro Raum sind 50 Gäste erlaubt, Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Seit dem 25. Mai dürfen jeden Tag bis zu 300 Tagestouristen Helgoland besuchen.

Reisen nach und Urlaub in Thüringen: Was ist erlaubt?

Auch Thüringen öffnet sich wieder dem Tourismus. Ab 13. Mai ist Campingtourismus wieder möglich. Auch Hotels und Ferienwohnungen dürfen wieder aufmachen.

Urlaub in Deutschland: Das sagt die Politik

Seitens der Politik stehen die Signale für einen Sommerurlaub generell auf grün. Bund und Länder haben sich am 26. Mai darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Ab dem 6. Juni können die Länder danach Lockerungen gestatten - etwa, dass sich künftig maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Thüringen hält sich aber einen Sonderweg für weitergehende Lockerungen offen, andere Länder wollen dagegen eventuell bei strengeren Vorgaben bleiben.

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Da die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert hat, sollte man seinen Fokus für den Sommerurlaub eher auf Ziele in Deutschland richten. Außenminister Heiko Maas erklärte: „Die Urlaubssaison 2020 wird ganz anders als wir es zuletzt gewohnt waren, das lässt sich schon jetzt sagen. Und sie wird anders als wir uns das alle unter normalen Umständen wünschen.“

Trotz der Lockerungen in einigen Bundesländern – und der damit verbundenen Möglichkeit auf Urlaub – werde niemand seinen Urlaub verbringen können, wie er es kennt. Es werde keine vollen Strände oder Berghütten geben, so Maas.

„Generell wird der ländliche Raum in diesem Jahr beim Sommerurlaub eine besondere Rolle spielen. Denn der Tourismus muss sich ein bisschen besser verteilen“, sagte Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sieht das ähnlich. Die CDU-Politikerin rät besonders zu Urlaub in ländlichen Regionen, so beispielsweise auf dem Bauernhof oder in Ferienwohnungen. Diese Ansicht vertritt auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß: „Es steht für viele Heimaturlaub auf dem Programm.“

Trotz der Lockerungen ist es wichtig, die aktuelle Corona-Fallzahlen im Blick zu halten. Steigen die Zahlen wieder, ist auch eine Rückkehr zu den strengeren Auflagen möglich.

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(ck/fmg/bef/küp/dpa/AFP)

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