Newsblog

Corona: Merkel verlangt „nationale Kraftanstrengung“

| Lesedauer: 87 Minuten

Livestream- PK von Merkel nach dem Bund-Länder-Treffen

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Bund und Länder haben beim Corona-Gipfel in Berlin neue und verschärfte Maßnahmen beschlossen. Alle weiteren Infos im Corona-Newsblog.

  • Beim Corona-Gipfel haben Bund und Ländern neue und verschärfte Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie beschlossen
  • So sollen etwa Gastronomiebetriebe schließen, die Kontaktbeschränkungen werden ausgeweitet und Profisport darf nur ohne Zuschauer stattfinden
  • Schulen und Kindergärten sollen offen bleiben, auch Friseure dürfen unter bestimmten Hygienevorgaben weiterhin arbeiten
  • Der Bund plant zudem milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von neuen Maßnahmen betroffen sind
  • Die beim Corona-Gipfel beschlossenen Maßnahmen sollen nicht am 4. November, sondern bereits am 2. in Kraft treten
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Mittwoch einen neuen Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet: 14.964 neue Fälle
  • Nach der Corona-Infektion von Bushido ist der Prozess gegen den Clanchef Arafat Abou Chaker unterbrochen
  • Hinter dem Ausfall der RKI-Website Ende Oktober steckt laut Informationen des „Spiegel“ ein Cyberangriff
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert mehr Polizeikontrollen in privaten Wohnungen
  • In Deutschland sind bislang mehr als 464.700 Corona-Infektionen registriert worden, mehr als 10.170 Menschen sind in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben am Mittwoch neue und verschärfte Corona-Maßnahmen beschlossen. Die Regeln sollen vom 2. November bis zum Ende des Monats andauern. Schulen und Kindergärten sollen weiterhin geöffnet bleiben – dafür liegen andere Branchen vorerst brach.

Besonders hart trifft es die Gastronomie und die Unterhaltungsbranche, zu der etwa Kinos, Theater oder Opern zählen. Sie müssen im November schließen. Auch Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios müssen im November geschlossen bleiben. Friseursalons dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Für die von den Beschränkungen betroffenen Unternehmen plant die Regierung Hilfen in Milliardenhöhe.

Bund und Länder einigten sich zudem darauf, dass künftig nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit insgesamt maximal zehn Personen in der Öffentlichkeit zusammenkommen dürfen. Übernachtungsangebote für touristische Zwecke werden ausgesetzt. Gottesdienste bleiben weiterhin erlaubt.

Corona-News: Sieben-Tage-Inzidenzwert in Deutschland steigt weiter

Der kritische Sieben-Tage-Inzidenzwert wird für ganz Deutschland auch weiterhin überschritten. Der Wert lag am Mittwoch laut RKI bei 93,6.

Das Robert Koch-Instituts (RKI) hat innerhalb eines Tages bis zum Mittwochmorgen 14.964 neue Coronavirus-Infektionsfälle registriert. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 7595 gelegen. Die aktuellen RKI-Zahlen zur Pandemie in Deutschland lesen Sie hier: Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionszahl

Mittwoch, 28. Oktober: Wirtschaftsverbände kritisieren massive Beschränkungen

20.49 Uhr: Wir schließen diesen Newsblog. Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie in unserem neuen Ticker.

19.35 Uhr: Wirtschaftsverbände haben die von Bund und Ländern beschlossenen massiven Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise kritisiert. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer erklärte am Mittwoch: „Es ist gut, dass Bund und Länder einen pauschalen Wirtschafts-Lockdown erkennbar vermeiden wollten, gleichwohl ist das nicht durchgängig gelungen und ein harter und bitterer Tag für viele Handwerksbetriebe.“

Der nun vereinbarte Teil-Lockdown treffe die Betriebe besonders, die durch den ersten Lockdown bereits massiv angeschlagen seien. Es sei daher entscheidend, dass das angekündigte zusätzliche Unterstützungspaket zeitnah festgelegt werde – der Bund plant Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro.

19.28 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will mit dem Einsatz tausender Bundespolizisten die Einhaltung der neuen Corona-Regeln überwachen. Die Beamte sollten in Absprache mit den Ländern in Großstädten, Hotspots und der Einreise an Flughäfen Bahnhöfen und Straßen eingesetzt werden, twitterte sein Ministerium am Mittwoch. Mehr dazu hier: Corona: Horst Seehofer will Schleierfahndung verstärken

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert Schutz von Lehrkräften

19.20 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Offenhaltung von Schulen und Kitas einen besseren Schutz der Beschäftigten. Ein „Weiter so“ dürfe es nicht geben, hieß es am Mittwochabend in einer Mitteilung der Gewerkschaft. „Wenn offene Schulen und Kitas höchste Priorität aus sozialen Gründen haben sollen, müssen Lehrkräfte und Erzieherinnen besonders geschützt werden.“

„Die GEW schlägt vor, dem Rat des Robert Koch-Instituts zu folgen und in der Schule in kleineren Gruppen zu unterrichten“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe. Sie forderte einen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht ab der fünften Klasse, wenn der sogenannte Inzidenzwert die Marke von 50 erreicht. „So können die Gruppen verkleinert und Abstände eingehalten werden“, sagte Tepe. Zusätzlich müsse gesichert sein, dass in den Klassenzimmern regelmäßig und konsequent gelüftet werde.

Thüringen geht keinen Sonderweg bei Corona-Beschränkungen

19.00 Uhr: Thüringen wird nach den Worten von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linken) bei der Eindämmung der Corona-Pandemie im November keinen Sonderweg einschlagen. „Es gibt keine Verweigerung Thüringens“, sagte Ramelow am Mittwochabend in Erfurt nach der Video-Konferenz von Bund und Ländern. Er trage trotz einer Thüringer Protokollnotiz die Beschlüsse der Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mit. Er werde sie aber dem Thüringer Landtag und seinem rot-rot-grünen Kabinett zur Bestätigung vorlegen, kündigte er an.

Thüringens Regierungschef schlug vor, eine ohnehin auf CDU-Antrag für den 3. November geplante Sondersitzung des Parlaments auf diesen Freitag vorzuziehen. Ob das gelinge, sei noch offen.

Gottesdienste bleiben weiterhin erlaubt

18.13 Uhr: Trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen sollen Gottesdienste nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin erlaubt sein. Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden. Merkel verwies darauf, dass auch Schulen und Kitas offen seien sowie Geschäfte. Nach den Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sind Eingriffe in die Religions- und Versammlungsfreiheit besonders sensibel.

Italien: Fast 25.000 Neuinfektionen in 24 Stunden

17.55 Uhr: In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25.000 erreicht. Wie die Behörden in Rom am Mittwoch mitteilten, wurden 24 991 neue Corona-Fälle registriert. In dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus. Erst am Sonntag war in Italien die Schwelle von 20 000 Neuinfektionen überschritten worden.

Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in dem Mittelmeerland nun fast 590.000 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf 37.905.

Thüringens Ministerpräsident Ramelow distanziert sich teilweise von Corona-Beschlüssen

17.52 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich teilweise von den Beschlüssen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie distanziert. Das Land trage nur „diejenigen Maßnahmen mit, die für eine wirksame Eindämmung des Infektionsgeschehens durch wissenschaftliche Erkenntnisse geeignet und verhältnismäßig“ seien, heißt es in einer Protokollerklärung der Erfurter Staatskanzlei, die der (Online-Ausgabe) vorliegt.

Gleichzeitig erwartet die Landesregierung vom Bund eine „evidenzbasierte Untersetzung“ aller Maßnahmen. Mit der Verabschiedung des Beschlusses der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) sei darüber hinaus „kein Präjudiz das für parlamentarische Verfahren im Freistaat Thüringen verbunden“.

Merkel warnt in Pressekonferenz vor „ernster Lage“

17.47 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach auf der Pressekonferenz nach den Bund-Länder-Beratungen von einem „exponentiellen Anstieg“ der Corona-Infektionsszahlen. Die Beratungen hätten „in einer sehr ernsten Lage“ stattgefunden. Bund und Länder hätten die Gesundheit, Arbeit und die wirtschaftliche Situation der Menschen im Blick. „Es ist vollkommen klar, wir müssen handeln, und zwar jetzt“, so Merkel.

Die Kanzlerin forderte in der Pressekonferenz eine „nationalen Kraftanstrengung“, die vom 2. November an noch einmal nötig sei, um den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. „Wir müssen harte Auflagen machen für die Beschränkung von Kontakten“, sagte Merkel. Die Bürger würden aufgefordert, auf private Reisen und tagestouristische Ausflüge zu verzichten. Zwei Wochen nach Inkrafttreten würden Bund und Länder erneut beraten.

Bund plant neue Corona-Nothilfen für Unternehmen

17.12 Uhr: Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Vorerst keine touristischen Übernachtungsangebote

17.04 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verbieten. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden, beschlossen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kanzlerin Angela Merkel(CDU) und die Ministerpräsidenten bei einer Videokonferenz am Mittwoch

Firmen sollen Homeoffice ermöglichen

17.00 Uhr: Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen – wo immer dies umsetzbar ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder.

Friseure dürfen unter Auflagen offen bleiben – beschränkte Kundenzahl in Geschäften

16.16 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der sich verschärfenden Corona-Krise Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November schließen. Friseursalons bleiben aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch.

16.13 Uhr: Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.

Schulen und Kindergärten bleiben offen – Profisport ohne Zuschauer

16.06 Uhr: Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. Darauf einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Bund und Länder bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch.

15.47 Uhr: Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. Das gilt auch für die Fußballbundesliga. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den virtuellen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Bund und Länder beschließen bundesweite Kontaktbeschränkungen

15.46 Uhr: Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über diese Einigung berichtet.

Unterhaltungs- und Freizeit-Veranstaltungen sollen untersagt werden

15.42 Uhr: Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

Bund und Länder einig bei Gastronomie-Schließung – Reisewarnung für ganze Türkei

15.39 Uhr: Bund und Länder haben sich beim Corona-Gipfel auf eine Schließung der Gastronomie zur Eindämmung der Pandemie verständigt. Das erfuhren unsere Redaktion am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen.

15.30 Uhr: Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

Regierung könnte Firmen bis zu 75 Prozent der Umsatzausfälle ersetzen

14.26 Uhr: Firmen, die besonders von neuen Corona-Regeln betroffen sind, könnten große Teile ihres Umsatzausfalls vom Bund ersetzt bekommen. Das habe Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch bei einer Sitzung im Kanzleramt vorgeschlagen, berichtete die „Bild“-Zeitung. Der Deutschen Presse-Agentur wurden die Pläne von Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aus Regierungskreisen bestätigt. Es werde allerdings noch darüber beraten. Die Kosten bezifferte Scholz demnach auf sieben bis zehn Milliarden Euro für vier Wochen.

Konkret könnten kleine Betriebe bis zu 75 Prozent ihrer Umsatzausfälle erstattet bekommen, größere Betriebe bis zu 70 Prozent. Vergleichsmaßstab sind die Umsätze des Vorjahresmonats, also zunächst von November 2019. Nach Informationen des „Handelsblatts“ sollen bereits gewährte Zahlungen wie Überbrückungshilfen oder Kurzarbeitergeld von den Nothilfen abgezogen werden. Es gehe vor allem um Betriebe in der Gastronomie oder im Tourismus. Das Geld könnte aus dem bereits existierenden Topf für Überbrückungshilfen stammen.

Corona-Maßnahmen sollen ab 2. November in Kraft treten

14.24 Uhr: Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Nach zwei Wochen - also etwa um den 11. November – wollen die Kanzlerin und die Regierungschef erneut beraten, die durch die Maßnahmen erreichten Ziele bewerten und notwendige Anpassungen vornehmen.

Lesen Sie auch: Quarantäne: Reisende bekommen keinen Verdienstausfall mehr

Labor in bayerischer Klinik liefert mehrere Dutzend falsch positive Tests

14.00 Uhr: Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Corona-Testergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, sagte Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach am Mittwoch. Zuvor hatte der „Münchner Merkur“ über die Panne berichtet.

In der bezirkseigenen Klinik wurden demnach nach der Analyse durch das Labor in Schwaben an einem Tag 60 positive Tests registriert. Dies kam den Mitarbeitern des Krankenhauses merkwürdig vor. „Uns ist die schiere Menge an positiven Tests aufgefallen“, sagte die Sprecherin. Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorgenommen wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der 60 Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demnach waren 58 Tests falsch.

Programmänderung bei ARD und RTL wegen Corona-Gipfel

13.52 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel berät sich momentan mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Noch ist nicht klar, welche neuen Einschränkungen kommen. Deutschlandweit werden die Ergebnisse des Gipfels erwartet. Das Erste und RTL haben aufgrund der aktuellen Lage Sondersendungen für heute angesetzt.

Nach der Tagesschau um 20.15 Uhr folgt ein ARD extra, die nachfolgenden Sendungen werden um 20 Minuten verschoben. Zudem übertrag das Erste am Donnerstag ab 9 Uhr die Regierungserklärung zur Coronalage mit anschließender Ansprache live aus dem Bundestag. RTL sendet um 20.15 Uhr ein RTL Aktuell Spezial zu den Beschlüssen des Corona-Gipfels und den daraus entstehenden Folgen.

Altmaier sagt Firmen bei weiteren Einschränkungen Hilfen zu

13.46 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Firmen im Falle neuer und massiver Beschränkungen in der Corona-Krise Unterstützung zugesagt. Altmaier sagte am Mittwoch im Bundestag, es wären dann zusätzliche Hilfen notwendig, die schnell und unbürokratisch fließen sollten. Mögliche Einschränkungen würden die Frage aufwerfen, wie mit Firmen umgegangen werde, die aufgrund von Anordnungen der Länder an ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit gehindert werden.

EU-Kommission setzt auf mehr Schnelltests und auf eine europaweite Tracing App

13.01 Uhr: Viel mehr Schnelltests und in ganz Europa nutzbare Tracing Apps sollen aus Sicht der EU-Kommission helfen, der zweiten Corona-Welle Herr zu werden. Zusätzliche Maßnahmen auf nationaler und EU-Ebene seien dringend nötig, erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei der Vorstellung der Vorschläge, über die ein EU-Videogipfel am Donnerstag beraten soll.

Die Kommission ruft die 27 EU-Staaten auf, ihre Strategien zur Entdeckung und Rückverfolgung von Corona-Infektionen zu verbessern. Bis Mitte November sollen die Regierungen ihre Teststrategien nach Brüssel melden. Dabei setzt die Kommission vor allem auf neue Antigen-Schnelltests, die binnen 15 Minuten ein Ergebnis zeigen. Diese könnten gemeinsam für die EU-Staaten beschafft werden, schlägt die Behörde vor.

Zweiter Baustein sind Handy-Warn-Apps: Bisher gibt es nach Angaben der Kommission 19 verschiedene in den EU-Staaten. Die Apps für Deutschland, Irland und Italien sind immerhin inzwischen verknüpft. Die Kommission fordert alle EU-Staaten auf, kompatible Apps einzuführen und für die Nutzung zu werben. Darüber hinaus drängt die Behörde die EU-Staaten zu Impfstrategien für die Zeit, wenn ein Impfstoff verfügbar ist, sowie zu Informationskampagnen gegen Falschinformationen.

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen ruft Europäer zum Durchhalten auf

12.51 Uhr: Angesichts der zweiten Corona-Welle hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Europäer zum Durchhalten aufgerufen. „Die Corona-Lage ist sehr ernst“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Brüssel. „Wir sind tief in der zweiten Welle.“ Diesmal habe man es mit zwei Feinden zu tun: Dem Virus selbst - und einer zunehmenden Müdigkeit bei allen Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

„Wir bringen alle seit Monaten Opfer“, sagte von der Leyen. Viele Menschen zahlten wirtschaftlich und sozial einen hohen Preis. „Aber jetzt ist nicht die Zeit, locker zu lassen.“ Die Lage sei ernst; noch habe man es aber in der Hand, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu müssten alle ihren Teil der Verantwortung übernehmen – auf regionaler und lokaler Ebene, auf nationaler sowie auf EU-Ebene.

Ökonomen fürchten wirtschaftlichen Abwärtstrend wegen neuen Einschränkungen

12.41 Uhr: Die sich abzeichnenden erneuten Einschränkungen wegen steigender Corona-Infektionszahlen drohen nach Einschätzung von Volkswirten den wirtschaftlichen Aufschwung abzuwürgen. „Der Aufschwung wird sehr wahrscheinlich deutlich ausgebremst werden“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claus Michelsen, am Mittwoch in Berlin. „Es drohen wieder schärfere Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.“ Das Pandemiegeschehen nehme Verbrauchern und Unternehmen die Zuversicht. Viele Unternehmen hätten noch mit den Folgen des Lockdowns vom Frühjahr kämpfen und kaum noch finanzielle Reserven.

Sollten die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen beschlossen werden, dürfte das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer im vierten Quartal zum Erliegen kommen. Bestenfalls sei mit einer schwarzen Null gegenüber dem Vorquartal zu rechnen. „Die Wirtschaft lässt sich nicht wie eine Lampe ein- und abschalten, ohne dass es zu Schäden kommt.“

Studie: Covid-19-Erkrankung lässt den IQ schrumpfen

11.20 Uhr: Eine neue Studie des Imperial College in London legt nahe, dass Menschen nach einer Corona-Erkrankung einen deutlich niedrigeren IQ aufweisen als zuvor. Die Arbeit ist bisher als Preprint-Version erschienen und noch nicht umfangreich begutachtet worden. Die Forscher haben für ihre Studie mehr als 84.000 Covid-19-Patienten untersucht. Nach ihren Ergebnissen kann eine Infektion ernsthafte kognitive Einschränkungen nach sich ziehen. Im Schnitt sei ein Rückgang des IQ um 8,5 Punkte beobachtet worden.

Bericht: RKI-Website angegriffen

11.10 Uhr: Ein Cyberangriff hat den rund zweistündigen Ausfall der Website des RKI am 22. Oktober verursacht, berichtet der „Spiegel“. Das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) habe die Attacke auf Anfrage bestätigt, heißt es in dem Bericht. Über die Server des ITZBund wird die RKI-Website betrieben. Eine sogenannte DDos-Attacke habe die Seite mit einer großen Zahl künstlich generierter Anfragen überlastet. Daten seien dabei nicht abgeflossen. Wer hinter der Attacke steckt sei bisher noch unklar, zitiert der „Spiegel“ das ITZBund. Es seien zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen worden, um derartige Angriffe in der Zukunft zu verhindern.

Lauterbach fordert mehr Corona-Kontrollen in privaten Wohnungen

10.44 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat verstärkte Corona-Kontrollen in privaten Wohnungen gefordert. „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Behörden müssten einschreiten können, wenn private Feiern die öffentliche Gesundheit gefährden könnten. Lauterbach kritisierte zudem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der sich Ende September gegen Polizeikontrollen in privaten Wohnungen ausgesprochen hatte. „Laschet irrt, wenn er solche Superspreading-Events weiterhin tolerieren will“, sagte Lauterbach.

Grüne wollen Beteiligung des Parlaments bei neuen Corona-Beschränkungen

10.31 Uhr: Die Grünen im Bundestag fordern, das Parlament in die Debatte über neue Einschränkungen in der Corona-Krise einzubeziehen. Die Entscheidungen über drastische Maßnahmen und Einschränkungen der Freiheit zu Gunsten der Sicherheit „brauchen den öffentlichen Diskurs und brauchen auch die parlamentarische Verankerung“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Britta Haßelmann. Sowohl in dieser als auch in der nächsten Woche fänden Sitzungen des Bundestages statt. „Deshalb glaube ich, ist die Regierung und die sie tragende Koalition gut beraten, sich des Rückhalts des Parlamentes zu versichern.“ Dazu gebe es nun ausreichend Gelegenheiten.

China testet 4,7 Millionen Menschen innerhalb von vier Tagen

10.11 Uhr: Die chinesischen Behörden haben in der Stadt Kashgar innerhalb von nur vier Tagen 4,7 Millionen Einwohner auf Corona-Infektion getestet. In der Metropole im Nordwesten Chinas war es zuvor zu einem Ausbruch des Virus gekommen.

Bei 183 Menschen sei der Erreger nachgewiesen worden, davon 161 ohne Symptome wie Husten oder Fieber, berichtete das Gesundheitsamt der autonomen Region Xinjiang am Mittwoch. Nur 22 zeigten demnach Anzeichen für die Atemwegserkrankung Covid-19. Daneben zählte China lediglich 20 aus dem Ausland importierte Krankheitsfälle.

Spahn hofft auf Besserung der Situation bis Weihnachten

10.09 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hofft, die Lage in der Corona-Pandemie bis Weihnachten wieder unter Kontrolle zu haben. Dafür müssten im November in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Kontakte in der Bevölkerung reduziert werden. „Es liegt jetzt tatsächlich an uns, an uns allen“, sagte Spahn. Kontakte sollten vor allem im Freizeitbereich und im Privaten verringert werden. Priorität hätte, dass Kitas und Schulen offen blieben und dass die Wirtschaft weiterlaufen könne.

Prozess gegen Arafat Abou Chaker wegen Bushidos Corona-Infektion unterbrochen

9.34 Uhr: Der Prozesstermin am Mittwoch gegen einen Berliner Clanchef Arafat Abou Chaker ist wegen der Corona-Infektion von Bushido kurzfristig abgesagt worden. Der Rapper ist in dem Verfahren mutmaßliches Opfer und Nebenkläger. „Der heutige Termin am Landgericht ist aufgehoben“, sagte eine Sprecherin des Landgerichts der Hauptstadt. Jetzt wolle man mit Gesundheitsamt und Arbeitsmedizinischem Zentrum das weitere Vorgehen besprechen.

Corona-Regeln sollen drastisch verschärft werden

2.01 Uhr: Der Bund will Kranke, Pflegebedürftige, Senioren und Behinderte besonders gegen die sich verschärfende Corona-Krise schützen. Die verfügbaren Corona-Schnelltests „sollen jetzt zügig und prioritär in diesem Bereich eingesetzt werden“, damit sichere Kontakte ermöglicht werden könnten, heißt es in dem uns vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin und Länderchefs am heutigen Tag.

Neuer Gastro-Lockdown: Das steht in Merkels Beschlussvorlage

1.06 Uhr: Kontakte auf „absolutes Minimum“ beschränken, Schließungen von Gastronomie, Bars und Diskotheken bis Ende November, Schulen, Kitas sollen offen bleiben, Supermärkte ebenfalls unter Auflagen: Das sind die Pläne der Regierung, die aus einer uns vorliegenden Beschlussvorlage für das Treffen der Kanzlerin mit den Länderchefs hervorgehen. Lesen Sie hier, was Merkel plant: Diese drastischen Corona-Maßnahmen sollen ab dem 4. November gelten.

Dienstag, 27. Oktober: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

22.54 Uhr: In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.

Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18.418 auf gut 1,1 Millionen.

Münchens OB Reiter: Entscheidung über Oktoberfest 2021 im April

21.47 Uhr: Die Entscheidung über das Oktoberfest 2021 soll im April nächsten Jahres fallen. Das sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag dem Sender München TV. Er äußerte sich dabei zurückhaltend: Die Wiesn 2021 werde nur stattfinden können, wenn die Corona-Lage weltweit es erlaube.

Das diesjährige Oktoberfest hatte Reiter gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 21. April abgesagt. Ein Fest in der Größe und mit der Internationalität bedeute in der Corona-Pandemie eine zu hohe Gefahr. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen sonst zum größten Volksfest der Welt und feiern teils dicht gedrängt in den Bierzelten.

Rapper Bushido mit Corona infiziert

21.33 Uhr: Der Rapper Bushido hat bei Instagram mitgeteilt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. In seiner Instagram-Story, die nur 24 Stunden lang sichtbar bleibt, appellierte er: „Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen.“

Virologe Drosten hält neue Lockdowns für unausweichlich

20.05 Uhr: In der neuen Folge des NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ zeigt sich der Virologe Christian Drosten besorgt über die exponentiell wachsende Zahl der Neuinfektionen in Deutschland. „Das Virus verlangt ab einer bestimmten Fallzahl einen Lockdown“, sagt Drosten.

„Es gibt europäische Nachbarländer, die haben diesen Punkt schon überschritten, und wir werden in den nächsten Tagen und Wochen sehen, dass sie wieder in einen Lockdown gehen“, so der Leiter der Virologie an der Berliner Charité weiter. Lesen Sie hier, was Drosten zu möglichen Lockdowns sagt.

Erneut Corona-Infektionsfälle in Schlachthof

19.20 Uhr: Bei Reihentestungen in einem Schlachthof sind erneut Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden. Wie der Landkreis Vechta am Dienstag mitteilte, wurden in einem Geflügelschlachthof in Steinfeld unter 150 Beschäftigten bei 14 Menschen Infektionen festgestellt.

<