Corona-Lage in Sachsen spitzt sich zu: Inzidenzen über 2000

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Wer wird zuerst geimpft?

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Dresden.  In Sachsen breitet sich das Coronavirus weiter ungebremst aus. In mehreren Orten liegt die Inzidenz bereits im vierstelligen Bereich.

  • Kaum eine Region in Deutschland ist derzeit so stark von der Corona-Pandemie betroffen wie Sachsen
  • Trotz hartem Lockdown sind in dem Freistaat die Zahlen weiter auf hohem Niveau
  • Die Sieben-Tage-Inzidenzen steigen in einigen Orten sogar auf neue Höchstwerte über 2000
  • Am Sonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen landesweit bei 427,4 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner – bundesweit lag sie laut Robert Koch-Institut bei 192,2

Die Corona-Lage in dem am stärksten betroffenen Bundesland Sachsen spitzt sich weiter zu. Die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie hat in dem Freistaat die 100.000er-Marke überschritten. In zahlreichen Städten und Gemeinden hat die Sieben-Tage-Inzidenz, also der Wert an Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, die Schwelle von 1000 überschritten.

Corona in Sachsen: 19 Orte mit Inzidenz über 1000

Insgesamt traf das Überschreiten dieser Schwelle zum Stichtag 15. Dezember auf 19 Orte in Sachsen zu, wie die „Sächsische Zeitung“ unter Berufung auf interne Unterlagen der Staatsregierung in Dresden berichtet. Viele weitere Orte liegen demnach nur knapp darunter.

Besonders stark hat sich das Coronavirus in den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz/Osterzgebirge, Zwickau, Mittelsachsen und Meißen ausgebreitet. In all diesen Landkreisen beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz mehr als 500.

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Der Landkreis Bautzen meldete am Freitag sogar einen Inzidenzwert von 711, am Samstag lag er laut RKI-Meldung vom Sonntag bei 598. Im Landkreis Görlitz lag er am Freitag bei 652, am Samstag immer noch bei 646. Das Sozialministerium in Dresden gab am Freitag etwas niedrigere Zahlen an. Die Werte unterscheiden sich wegen unterschiedlicher Meldezeiträume.

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Corona in Sachsen: Gemeinde Käbschütztal am stärksten betroffen

Landesweit hält die 2700 Einwohner zählende Gemeinde Käbschütztal im Landkreis Meißen den traurigen Spitzenplatz. Dort sei die Inzidenz auf 2921 geklettert, heißt es im Bericht der „Sächsischen Zeitung“. Den zweithöchsten Wert in dem Bundesland weist demnach die Gemeinde Neukirch im Landkreis Bautzen mit 2408 auf.

Ebenfalls Inzidenzen von über 2000 haben demnach die Orte Weißkeißel und Jonsdorf im Landkreis Görlitz.

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Wie das Sächsische Sozialministerium am Freitag meldete, wurden im Freistaat insgesamt bislang 102.190 Corona-Fälle registriert. Von Donnerstag auf Freitag kamen 3412 neue Infektionsfälle und 119 weitere Tote hinzu. Die Gesamtzahl der gestorbenen Corona-Patienten stieg auf 2128. Neuere Zahlen gibt es aktuell nicht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Sachsen liegt bei 415. Das ist der mit Abstand höchste Wert aller Bundesländer. Bundesweit lag diese Kennzahl laut Robert Koch-Institut am Freitag bei 184,8.

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Corona: 46 Prozent mehr Todesfälle in Sachsen

Die Sterbefallzahlen in Sachsen haben sich im November als Folge der Pandemie erheblich erhöht. In der 47. Kalenderwoche vom 16. bis 22. November lagen die Sterbefälle in Sachsen um 46 Prozent über dem Durchschnitt der vier Vorjahre in dieser Woche. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hervor. Auch deutschlandweit waren die Sterbezahlen in dieser Woche erhöht, mit einem Plus von neun Prozent aber weniger stark.

Ein Mediziner aus dem sächsischen Zittau hatte in dieser Woche mit Äußerungen um eine Triage von Corona-Patienten für Aufregung gesorgt. In einem Online-Forum hatte der Ärztliche Direktor des Oberlausitzer Bergland-Klinikums, Mathias Mengel, Berichten zufolge davon gesprochen, dass in Zittau schon mehrfach triagiert worden sei. Die Klinik bestätigte oder dementierte die Schilderungen des Arztes am Mittwoch nicht ausdrücklich. (mit dpa/afp)

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