Das Ende von Corona: 2022 könnte das normale Leben beginnen

Berlin  Die ganze Welt fragt sich, wann die Corona-Pandemie endlich vorbei ist. Viele Expertinnen und Experten haben schon Tipps abgegeben.

Lesedauer: 4 Minuten
Corona-Pandemie: Wann fing alles an?

Die Welt kämpft mittlerweile schon seit ca. einem Jahr mit der Corona-Pandemie. Alles steht Kopf und niemand hätte gedacht, dass sich das Virus so schnell und aggressiv ausbreitet. Wie und wann alles anfing, sehen Sie im Video.

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  • Vor mehr als einem Jahr wurde der erste Corona-Fall in Deutschland gemeldet
  • Seitdem prägen harte Einschränkungen des Leben
  • Die Hoffnung auf eine Rückkehr der Normalität sind groß. Doch wann kann man damit rechnen?

Optimismus tut gut in diesen Tagen. Der Lockdown versetzt das Land immer noch in eine halbgare Winterstarre, die Durchimpfung kommt nur schleppend voran und auch Freunde und Freundinnen und Verwandte kann man nicht treffen wie gewohnt. Und deshalb stellt sich bei vielen Menschen die Frage: Wann ist diese leidige Corona-Pandemie endlich vorbei?

Ganz genau kann man das natürlich nicht sagen. Zu viele Faktoren sind einfach noch nicht bekannt: Wie schnell wird die so wichtige Herdenimmunität durch Impfungen erlangt? Gelingt es, die Ausbreitung der südafrikanischen, brasilianischen und britischen Corona-Varianten einzudämmen?

RKI-Chef: “Werden Pandemie bis zum Ende des Jahres kontrolliert haben”

Da sind zum einen die optimistischen Stimmen. Der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen etwa: “Wenn sich mein Szenario bewahrheitet, dann sollte das Frühjahr 2021 spürbar unbeschwerter sein, der Sommer schon fast wieder normal und der Herbst so gut wie normal”, sagte Weber dem “Focus.”

Zu den Optimisten zählt auch der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. In einer Pressekonferenz am 14. Januar gab er sich überzeugt davon, dass “wir am Ende dieses Jahres die Pandemie kontrolliert haben”. Bis dahin würden ausreichend viele Impfdosen bereit stehen, “um die gesamte Bundesbevölkerung zu impfen.”

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Superforecaster: “Im Sommer ist der Spuk vorbei”

Und auch Roman Hagelstein glaubt, dass die Pandemie uns nicht mehr im ganzen Jahr 2021 begleitet. Er ist Superforecaster - also jemand, dessen Vorhersagen überdurchschnittlich oft eintreffen. Hagelstein schätzt die Chancen dafür, dass jede und jeder Deutsche bis zum Sommer ein Impfangebot auf über 80 Prozent. Auch die Probleme mit Logistik und Technik seien dann behoben, erklärte Hagelstein der “FAZ”. Spätestens im Sommer sei “der Spuk dann vorbei. Dann werden wir wieder ein annähernd normales Leben haben.”

Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt, dass sich das Ende der Pandemie noch etwas länger als bis zum Sommer hinauszögert. Mit einer Herdenimmunität in einem großen Teil der westlichen Industriestaaten rechnet das Unternehmen im vierten Quartal 2021. Dabei stützt sich McKinsey auf verschiedene amerikanische Studien. Nachdem die Herdenimmunität erreicht sei, vermutet McKinsey, beginne die langfristige Überwachung des Virus sowie seine langfristige Eindämmung durch Nachimpfungen. Diese Schritte seien laut McKinsey allerdings Teil der “normalen” Seuchenbekämpfung.

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Brasilianische Studie rechnet 250.000 Möglichkeiten zum Corona-Verlauf durch

Auch der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar rechnet nicht damit, dass die Pandemie in diesem Jahr vollständig eingedämmt werden kann. Bis zum Herbst sehe er “keine Chance” für große Kulturevents - danach beginne der Prozess des “langsamen Ausblendens”, sagte er am 20. Januar bei “maischberger. die woche.” Dazu würden vor allem die steigende Impfquote und die langsamere Ausbreitung des Virus durch die warmen Temperaturen im Frühling und im Sommer beitragen.

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Einen ganz sicheren Weg ist der Bioinformatiker Osmar Pinto Neto von der Anhembi Morumbi University in São Paulo gegangen. Er hat in einer Studie 250.000 Möglichkeiten durchrechnen lassen, wie sich verschiedene Arten des Social Distancing in Verbindungen mit weiteren Maßnahmen wie dem Tragen von Masken und regelmäßiges Händewaschen auf den Verlauf der Pandemie auswirken könnten.

Corona könnte uns bis 2023 begleiten

Das Ergebnis: Halten sich 50 - 65 Prozent der Menschen an die Maßnahmen, könnte eine Abschwächung der Corona-Maßnahmen in Zeitintervallen von jeweils 80 Tagen verhindern, dass innerhalb von zwei Jahre sogenannte Peaks entstehen, in denen sich das Virus ungehindert verbreitet. “Normales” Leben ohne Einschränkungen könnte demnach Anfang 2023 möglich sein.

Wie eingangs schon erwähnt, weiß allerdings keiner der Genannten genaueres über das Ende der Corona-Pandemie. Sicher ist nur, dass alle auf ein baldiges Ende der Pandemie mit möglichst wenig Toten hoffen. Und dafür lohnt es sich dann fast schon wieder, optimistisch zu bleiben.

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