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Corona: Neue RKI-Zahlen - Erstes Land stoppt Moderna-Impfung

| Lesedauer: 96 Minuten
Gegen Corona und Grippe: Moderna entwickelt Kombi-Impfstoff

Gegen Corona und Grippe: Moderna entwickelt Kombi-Impfstoff

Mit einer Spritze gegen das Coronavirus, das Grippevirus und das Erkältungsvirus (RSV) gleichzeitig geimpft sein. An einer solchen Kombi-Impfung arbeitet der US-Pharmahersteller Moderna.

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Aufgrund eines erhöhten Risikos für Herzmuskelentzündungen stoppt Island die Impfungen mit Moderna. Mehr Infos im Corona-Newsblog.

  • Das RKI meldet am Dienstag 4971 Corona-Neuinfektionen
  • In Island sind Impfungen mit Moderna wegen erhöhtem Risiko für Herzmuskelentzündungen komplett gestoppt
  • Laut Bundesregierung ist der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen angestiegen
  • Die EU-Arzneimittelbehörde prüft die Zulassung eines weiteren Corona-Medikaments
  • Merck & Co. beantragt eine US-Notfallzulassung für sein Corona-Mittel
  • Dieser Blog ist geschlossen. Weitere Corona-News finden Sie in unserem aktuellen Newsblog

Berlin. Die Infektionszahlen in Deutschland steigen in der Tendenz wieder leicht an. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Dienstagmorgen mit 65,8 an. Vor einer Woche lag er bei 63,6. Experten wie Christian Drosten und Karl Lauterbach warnen vor einer erneuten Infektionswelle im späten Herbst und Winter.

Corona-Schnelltests müssen seit diesem Montag meist selbst bezahlt werden. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter zwölf Jahren. Das legt eine neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest. Damit wird ein entsprechender Bund-Länder-Beschluss umgesetzt.

Auch 2G- oder 3G-Regeln sollen weitere Anreize schaffen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Auf eine einheitliche Testpflicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt konnten sich die Gesundheitsministerkonferenz am Montag allerdings nicht einigen.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4971 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.19 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4799 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 88 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 90 Todesfälle gewesen. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Dienstag, 12. Oktober: Corona-Newsblog schließt

18.30 Uhr: Dieser Blog ist nun geschlossen. Weitere Corona-News finden Sie jedoch in unserem aktuellen Newsblog.

Starkes globales Wachstum dank Impfungen – Arme Länder als Verlierer

17.06 Uhr: Die Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen bestimmt die Entwicklung der Weltwirtschaft: Industrieländer können in diesem Jahr nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter mit starkem Wachstum rechnen, ärmere Staaten hingegen stecken in der Corona-Krise fest. „Der Ausblick für die ärmeren Entwicklungsländer hat sich deutlich verdunkelt“, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath. „Der Zugang zu Impfstoffen bleibt der wichtigste Antrieb der Verwerfungen bei der globalen Erholung.“ Den ärmeren Staaten fehle zudem der finanzielle Spielraum, die Konjunktur zu stützen.

Der IWF senkte am Dienstag seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr marginal um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Für 2022 rechnet der IWF wie in der vorigen Prognose vom Juli weiter mit einem Wachstum von 4,9 Prozent. Die Inflationsrate wird sich demnach erst Mitte 2022 wieder normalisieren.

Bund und Länder unterstützen Messen mit Sonderfonds

16.17 Uhr: Bund und Länder unterstützten die Messewirtschaft in Deutschland angesichts anhaltender Corona-Risiken mit einem neuen Sonderfonds. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte, sollen Vorbereitungskosten von Messen und Ausstellungen gegen das Risiko einer Corona-bedingten Veranstaltungsabsage abgesichert werden. Ziel ist es demnach, Anreize zu geben, damit Messen organisiert werden und dann auch stattfinden.

Derzeit würden entsprechende Versicherungslösungen für Pandemierisiken am Markt nicht angeboten, hieß es. "Veranstaltende Unternehmen sind daher aufgrund der langen Vorbereitungszeit und hohen Investitionen von einem enormen Kostenrisiko betroffen." Über das Programm könnten veranstaltungsbezogene Kosten von insgesamt bis zu 600 Millionen Euro abgesichert werden

Curevac zieht Impfstoffkandidaten aus Zulassungsverfahren zurück

15.02 Uhr: Das Biotechunternehmen Curevac zieht seinen ersten Impfstoffkandidaten aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurück. Wie das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mitteilte, war man davon ausgegangen, dass eine Zulassung bei der EMA frühestens im zweiten Quartal 2022 erfolgt wäre. Einen förmlichen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten CVnCoV gab es nicht, CVnCoV befand sich noch im sogenannten rollierenden Verfahren für eine Zulassung.

Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten der ersten Generation niedriger sei als die einiger anderer Impfstoffe. Das Tübinger Biotechunternehmen war Anfang Juli davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen werde. Das Curevac-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt. Damit ist es insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe.

Youtube stellt gelöschtes Video von #allesaufdentisch wieder online

14.17 Uhr: Im Streit um die Löschung zweier Videos der Aktion #allesaufdentisch hat Youtube einen der Beiträge wieder eingestellt. Die Plattform arbeite mit einer "Kombination aus Mensch und Technologie" um Inhalte zu moderieren, sagte ein Youtube-Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag in Berlin. Mehrere Videos des Kanals "allesaufdentisch" seien als Verstoß gegen die Community-Richtlinien erkannt worden. Nach einer weiteren Überprüfung sei festgestellt worden, dass eines dieser Videos den Richtlinien doch entspreche.

Bei den zuvor gelöschten Beiträgen geht es um die Videos mit den Titeln "Angst" und "Inzidenz". In "Angst" spricht der Schauspieler und Kabarettist Gernot Haas mit dem Neurobiologen Gerald Hüther. Hüther war mehrere Jahre im Beirat des Onlinemagazins Rubikon, das in der Kritik steht, Verschwörungsideologien zu verbreiten. Im zweiten Video interviewt der Sänger und Liedermacher Jakob Heymann den Mathematiker Stephan Luckhaus, der im Zuge eines abgelehnten kritischen Beitrages zum Lockdown die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina verlassen hatte.

Lebenserwartung in Ostdeutschland während Pandemie gesunken

13.34 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Lebenserwartung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gedrückt. Deutschlandweit ging die Erwartung nirgendwo so stark zurück wie bei Männern in Sachsen, wie aus am Dienstag veröffentlichten Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervorgeht. 2019 lag der Wert noch bei 78,2, im vergangenen Jahr nur noch bei 77,5 Jahren. Auch bei den Frauen sank die durchschnittliche Lebenserwartung im selben Zeitraum um 0,5 auf 83,6 Jahre. Ein stärkerer Rückgang war den Angaben nach lediglich in Bremen zu verzeichnen.

In Sachsen-Anhalt schrumpfte die Lebenserwartung bei Männern um 0,4 auf 76,4 Jahre, bei Frauen um 0,2 auf 82,8 Jahre. In Thüringen lebten beide Geschlechter um Schnitt 0,1 Jahre kürzer, Männer demnach 77,7 und Frauen 83,5 Jahre.

"Die Lebenserwartung wird selbstverständlich nicht nur durch Covid-19 beeinflusst", sagt Dr. Pavel Grigoriev vom BiB. "Detaillierte Sterbestatistiken zeigen aber, dass Covid-19 in vielen Ländern 2020 einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung hatte." Im Bundesdurchschnitt sank die Lebenserwartung zwischen 2019 und 2020 um rund 0,3 auf 76,6 Jahre bei Männern und um 0,1 auf 83,3 bei Frauen. Vor der Pandemie sei die Lebenserwartung noch durchschnittlich um 0,1 pro Jahr angestiegen.

Spahn fordert weniger Abhängigkeit von China bei Medikamenten

13.02 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat als Lehre aus der Corona-Pandemie weniger Abhängigkeit der EU von China bei Arzneimitteln gefordert. "Die Krise hat gezeigt, dass wir zu abhängig von China und von anderen Drittstaaten in der Welt sind, wenn es zum Beispiel um pharmazeutische oder medizinische Produkte geht", sagte Spahn am Dienstag vor einem Treffen der EU-Gesundheitsminister in Slowenien.

Spahn begrüßte die von der EU-Kommission vorgeschlagene Arzneimittel-Strategie, mit der unter anderem Lieferketten diversifiziert werden sollen. "Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Impfstoffe nur in China oder Russland entwickelt worden wären, und die westlichen Demokratien und die Europäische Union wären abhängig von diesen Autokratien für einen Impfstoff. Das wäre keine gute Welt", sagte Spahn. Er plädierte für mehr Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe in Europa.

Bund hat rund fünf Milliarden Euro für Corona-Tests ausgegeben

12.25 Uhr: Mehr als fünf Milliarden Euro hat der Bund bis Mitte September für Leistungen im Zusammenhang mit Corona-Tests ausgegeben. Bis zum 15. September seien rund 5,26 Milliarden Euro für Leistungen im Zuge der Coronavirus-Testverordnung aus dem Gesundheitsfonds ausgezahlt worden, bestätigte das Bundesgesundheitsministerium dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag auf Anfrage. Zuerst hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

In der Gesamtsumme seien neben den Ausgaben für die kostenlosen Bürgertests auch andere Tests wie Kontingenttestungen in Einrichtungen und Abstriche bei PCR-Testungen enthalten, erläuterte das Ministerium. Dem BAS zufolge hat der Bund bis zum 15. September für Leistungen der Labordiagnostik 1,12 Milliarden Euro gezahlt. Die Sachkosten für die Antigen-Schnelltests (PoC-Verfahren) lagen demnach bei 1,4 Milliarden Euro, weitere Leistungen wie Abstriche kosteten 2,4 Milliarden Euro. Zusätzlich habe der Bund bis Mitte September rund 92 Millionen Euro für Tests in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und in Obdachlosenunterkünften gezahlt.

Untersuchungsbericht stellt London miserables Zeugnis in Pandemie aus

11.14 Uhr: Die britische Regierung und die sie beratenden Wissenschaftler haben dem Bericht einer parlamentarischen Untersuchung zufolge zu Beginn der Corona-Pandemie schwere Fehler gemacht. Tausende Menschen seien in der Folge gestorben, so der am Dienstag veröffentlichte Report der Ausschüsse für Gesundheit und Wissenschaft des britischen Unterhauses. n der Kritik steht unter anderem das mehrfache Zögern der Regierung in London, Lockdowns zu verhängen. Doch auch das schleppende Anlaufen des Test- und Kontaktverfolgungsprogramms und die Verlegung Tausender älterer Menschen aus Krankenhäusern in Pflegeheime ohne vorherige Tests habe sich als verhängnisvoll erwiesen, resümieren die Abgeordneten.

Zu den Fehlentscheidungen habe unter anderem die Annahme geführt, die Ausbreitung des Virus könne nicht aufgehalten werden und eine Durchseuchung der gesamten Bevölkerung sei daher unvermeidlich, so der Bericht weiter. Von den Erfahrungen anderer Länder, besonders in Asien, die durch einen frühen und energischen Lockdown das Virus in Griff bekamen, habe man nicht gelernt. Die Abgeordneten kommen zu dem Schluss, dass die Entscheidungen über Lockdowns und Abstandsregeln während der ersten Pandemiewochen zum "größten Versagen im Gesundheitswesen in der Geschichte des Vereinigten Königreichs" gehören. Gleichzeitig loben sie das erfolgreiche Impfprogramm des Landes als "eine der effektivsten Initiativen", die der britischen Wissenschaft und öffentlichen Verwaltung je gelungen sei.

75,9 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft

10.35 Uhr: In Deutschland sind 65,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 75,9 Prozent, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,6 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen, sowie 79,4 Prozent der Erwachsenen. Mehr als 54 Millionen Bürger sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vollständig geimpft. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 43,3 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 37,2 Prozent sind vollständig geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte. Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen bereits über eine Million Menschen in Deutschland bekommen. Den Wert gab das RKI am Dienstag mit 1.044.188 an.

Herzmuskelentzündungen: Erstes Land stoppt Moderna-Einsatz

10.21 Uhr: Mehrere Studien deuten darauf hin, dass das Risiko einer Herzmuskelentzündung vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern höher ist als gedacht. Laut einer im "New England Journal of Medicine" publizierten Arbeit aus Israel, Berichten der kanadischen Gesundheitsbehörde Public Health Ontario und einer noch nicht veröffentlichte "Nordische Studie" aus Skandinavien sei vor allem das Moderna-Vakzin betroffen, in etwas geringerem Maße auch Biontech-Pfizer.

Seit Freitag wird der Moderna-Wirkstoff in Island überhaupt nicht mehr verabreicht, in Schweden und Finnland soll er vorerst nicht mehr bei unter 30-jährige Männer eingesetzt werden, in Norwegen und Dänemark wiederum nicht mehr an unter 18-jährige männliche Jugendliche. Laut einem Bericht der "New York Times" gebe es in Großbritannien, Hongkong und Norwegen zudem Übrlegungen, auch den Biontech-Impfstoff bei Jugendlichen nur eingeschränkt zu verabreichen. Im Klartext soll diese Personengruppe nur eine Einzeldosis und keine Zweifachimpfung verabreicht werden.

Australiens Hauptstadt will Lockdown nach zwei Monaten aufheben

8.36 Uhr: Nach zwei Monaten wird der Lockdown in der Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra am Freitag aufgehoben. Dies sei möglich, weil mittlerweile 72 Prozent der Bürger vollständig geimpft seien, teilte die Regionalregierung am Dienstag mit. Am Montag war bereits der Lockdown im Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney beendet worden - nach 106 Tagen. Die Region rund um Canberra liegt an der Ostküste und ist von New South Wales umschlossen.

Im ACT dürften sich ab Ende der Woche wieder Gruppen von bis zu 25 Menschen im Freien und von bis zu fünf Personen in ihren Häusern treffen, hieß es. Restaurants, Friseure und Schwimmbäder sowie viele weitere Einrichtungen können unter Einhaltung strenger Abstandsregeln ebenfalls wieder öffnen.

Gouverneur von Texas erklärt Corona-Impfpflicht für ungültig

8.33 Uhr: Die Auseinandersetzung zwischen der US-Regierung und dem Gouverneur von Texas geht weiter: Am Montag erklärte der texanische Regierungschef Gregg Abbott sämtliche Verpflichtungen zur Corona-Impfung in seinem Bundesstaat für ungültig. "Ich habe eine Durchführungsverordnung erlassen, die verpflichtende Impfungen durch jegliche Einrichtungen in Texas verbietet", schrieb der Gouverneur auf Twitter. Vergangenen Monat hatte US-Präsident Joe Biden eine Impfpflicht für Mitarbeiter von Bundesbehörden und zahlreicher Privatunternehmen erlassen

Viele führende Republikaner hatten die Impfpflicht als Angriff auf die persönlichen Freiheiten der Bürger bezeichnet. Abbotts Regierung erklärte nun, dass "keine Einrichtung in Texas" eine Corona-Impfung von Angestellten oder Kunden verlangen dürfe, wenn diese eine Impfung aus "persönlichen Gewissensgründen, aufgrund einer religiösen Überzeugung oder aus medizinischen Gründen" ablehnen.

Parlamentsbericht wirft Johnson riesige Fehler in der Corona-Pandemie vor

7.59 Uhr: Ein Parlamentsbericht hat dem britischen Premierminister Boris Johnson ein schlechtes Zeugnis für seinen Umgang mit dem Coronavirus ausgestellt. Das Herauszögern eines Lockdowns zu Beginn der Pandemie vergangenes Jahr war demnach "eines der größten Versäumnisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit" in der Geschichte des Landes, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Untersuchungsbericht. Der "falsche" Ansatz der Regierung habe Menschenleben gekostet.

Die Abgeordneten kritisierten nicht nur, dass die Regierung zu spät Ausgangssperren für die eigene Bevölkerung erlassen hatten - sie wiesen auch darauf hin, dass Großbritannien seine Grenzkontrollen erst sehr spät verschärft hatte. Demnach hatte die Regierung das Coronavirus anfangs unterschätzt und mit falschen Modellen gearbeitet. Der Regierungskurs "hätte von allen stärker in Frage gestellt werden müssen", heißt es in dem Bericht.

Thailand öffnet für Geimpfte aus sicheren Ländern - auch Deutschland

7.31 Uhr: Gute Nachrichten für Fernreisende: Thailand öffnet ab dem 1. November seine Grenzen zum quarantänefreien Urlaub für vollständig Geimpfte aus mindestens zehn Staaten - darunter auch Deutschland. Dies kündigte Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha in einer Fernsehansprache am Montagabend an. Andere Länder, die wegen ihrer geringen Corona-Inzidenz auf der Liste stehen, sind Singapur, China und die USA. Urlauber müssten lediglich einen PCR-Test vor der Abreise in ihrer Heimat und einen weiteren bei der Ankunft in Thailand machen, sagte Prayut. Danach könnten sie alle Landesteile frei bereisen.

Ab dem 1. Dezember sollen voraussichtlich weitere Länder zur Liste hinzugefügt werden. Dann werde voraussichtlich auch der seit Monaten wegen einer schweren Corona-Welle verbotene Ausschank von Alkohol in Restaurants wieder erlaubt sein.

Moderna will Impfstoff-Formel nicht veröffentlichen

6.15 Uhr: Das US-Biotechnologieunternehmen Moderna plant keine Offenlegung der Formel für seinen Corona-Impfstoff. Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Erhöhung der Produktion durch das Unternehmen selbst der beste Weg sei, die weltweite Versorgung zu verbessern, sagte Noubar Afeyan, Mitbegründer und Vorsitzender des Verwaltungsrats von Moderna, in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Die Weltgesundheitsorganisation hat Moderna sowie andere Impfstoffhersteller aufgefordert, die Formel offenzulegen. Afeyan sagte dazu, Moderna habe geprüft, ob ein solcher Schritt besser wäre, sei aber der Ansicht, dass die Produktion gesteigert werden könne und so 2022 Milliarden Dosen zusätzlich ausgeliefert werden könnten.

Apotheker wollen impfen

5.43 Uhr: Der Apothekerverband Nordrhein fordert, dass Corona-Impfungen künftig auch in Apotheken durchgeführt werden können. "Hier an Rhein und Ruhr sind wir dafür gut vorbereitet", sagt der Vorsitzende des Apothekerverbandes, Thomas Preis, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit etwa 1000 für das Impfen ausgebildeten Apothekerinnen und Apothekern könnten Corona-Impfungen unverzüglich in 500 Apotheken im Rheinland angeboten werden. Das sei jede vierte Apotheke. Zuvor hatte bereits SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärt, Apotheken könnten Corona-Impfungen problemlos übernehmen, da es bei diesen "so gut wie nie" Komplikationen gebe.

Gesundheitsministerium: Mehr geimpfte Covid-Patienten auf Intensivstationen

1.00 Uhr: Nach Angaben der Bundesregierung ist der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen angestiegen. Auf Grundlage der Daten des Robert Koch Instituts (RKI) registriert das Bundesgesundheitsministerium in den Wochen von Mitte August bis Anfang September (Kalenderwoche 33 bis 36) 1186 Corona-Fälle, die "intensivmedizinisch versorgt" werden mussten.

Davon waren den Angaben zufolge 119 Personen geimpft, in 10,03 Prozent der Fälle kam es demnach offenbar zu einem Impfdurchbruch, teilte das Ministerium in einer Antwort auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit, die unserer Redaktion vorliegt. In dem längeren Zeitraum von Anfang Februar bis Anfang September (Kalenderwoche 5 bis 36) habe der Anteil der geimpften Intensiv-Corona-Patienten noch bei 1,84 Prozent (210 von 11419 Fälle) gelegen.

Der gestiegene Anteil der geimpften Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hängt nach Angaben von Behörden und Fachleuten vor allem mit der stark gestiegenen Zahl der Geimpften insgesamt zusammen. Mittlerweile sind in Deutschland mehr als 65 Prozent der Bevölkerung doppelt gegen das Virus geimpft. Das Robert Koch Institut sagte auf Nachfrage unserer Redaktion: "Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen."

Corona-News von Montag, 11. Oktober: Lettland erklärt wegen Corona-Infektionen Gesundheitsnotstand

19.14 Uhr: Wegen einer starken Zunahme der Corona-Infektionen hat Lettland am Montag einen dreimonatigen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Nach den neuen Regeln dürfen öffentliche Gebäude nur noch mit Schutzmaske betreten werden, alle Angestellten des öffentlichen Dienstes müssen bis zum 15. November geimpft sein. Zuletzt wurden unter den 1,9 Millionen Einwohnern der Balten-Republik täglich mehr als eintausend Neuinfektionen registriert.

Wer nicht geimpft ist, darf in Lettland künftig keinen Supermarkt mehr betreten. Nur Geschäfte des täglichen Bedarfs dürfen am Wochenende öffnen. Alle Letten sind aufgerufen, im Home Office zu arbeiten. Regierungschef Krisjans Karins schrieb auf Twitter, er fordere seine Landsleute auf, sich "nicht zu versammeln, nicht zu besuchen und Ihre Kontakte zu beschränken".

Nur 48 Prozent der Letten sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das ist eine der niedrigsten Impfquoten in Europa, nur in Bulgarien, Rumänien und Kroatien ist die Impfquote noch niedriger.

Universität Erfurt beklagt Drohungen gegen Forschende

18.22 Uhr: Die Universität Erfurt hat Hass und Hetze gegen ihre Forscherinnen und Forscher in der Corona-Pandemie beklagt. "Einige unserer Kolleg*innen stehen seit der Corona-Pandemie unter Dauerfeuer", hieß es in einem am Montag verbreiteten Statement der Universitätsleitung. Vor allem im Netz gebe es Anfeindungen bis hin zur Androhung von körperlicher Gewalt. Das werde man nicht dulden und entsprechende Bedrohungen anzeigen.

Widerstreitende Positionen und das Hinterfragen gehörten zum Wesen der Wissenschaft, hieß es weiter. Auch manche wissenschaftliche Erkenntnis unterliege "einer gewissen Vorläufigkeit" und könne später wieder revidiert werden. Das sei für den Fortschritt existenziell. Allerdings nur, wenn die Kritik sachlich bleibe und nicht persönlich werde. Andernfalls drohe der Rückzug von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus öffentlichen Debatten.

WHO empfiehlt dritte Corona-Impfdosis für Immungeschwächte

18.06 Uhr: Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollen laut einem internationalen Expertengremium eine dritte Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Damit könne sichergestellt werden, dass sie vor einer Infektion in etwa so gut geschützt seien wie Menschen mit intaktem Immunsystem, die zwei Dosen erhalten haben, berichteten die Fachleute am Montag in Genf. Sie gehören zum unabhängigen Beirat für Immunisierungsfragen (SAGE) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die dritte Dosis solle zwischen ein und drei Monaten nach der ursprünglichen Impfung erfolgen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) ebenfalls eine Auffrischungsimpfung für Immungeschwächte.

Das SAGE-Team betonte, dass es bei ihrer Empfehlung nicht um eine dritte Impfung für die allgemeine Bevölkerung gehe. Vielmehr hat die WHO Regierungen, die viel Impfstoff haben, aufgerufen, von solchen Angeboten abzusehen. Sie sollten ihre Dosen stattdessen an Länder abgeben, die bislang noch nicht genügend Impfstoff haben, um die Bedürftigsten zu schützen.

Keine einheitliche Testpflicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt

17.20 Uhr: Bund und Länder konnten sich nicht auf ein einheitliches Vorgehen für das Erlassen einer Corona-Testpflicht für Mitarbeiter in Unternehmen mit Publikumsverkehr einigen. Die Gesundheitsministerkonferenz beschloss am Montag in ihrer Schaltkonferenz lediglich, dass Paragraf 28 im Infektionsschutzgesetz als Rechtsgrundlage dafür geeignet sei. "Auf dieser Rechtsgrundlage kann eine Testvorlagepflicht für die Beschäftigten mit direktem Kundenkontakt durch das Landesrecht erlassen werden", heißt es im einstimmig gefassten Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Mit einem "grundsätzlich einheitlichen Vorgehen" im ganzen Bundesgebiet sollte eigentlich eine Diskrepanz der Testvorschriften für die Beschäftigten bei beruflichen Tätigkeiten mit direktem Kundenkontakt möglichst vermieden werden, hieß es im Ursprungsentwurf. Dazu sollten alle Länder, die diesbezüglich noch keine Regelungen erlassen haben, diese zeitnah in ihren Corona-Verordnungen umsetzen. Eine solche Aussage findet sich im Beschluss nicht wieder - dem Vernehmen nach betonten aber in der Konferenz einige Länder, entsprechende Pläne umsetzen zu wollen, andere betonten, bereits entsprechende Regelungen umgesetzt zu haben.

EU-Arzneimittelbehörde prüft Zulassung von Corona-Medikament

16.40 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft die Zulassung eines weiteren Corona-Medikaments. Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche habe einen Antrag auf Zulassung seiner Antikörper-Therapie Ronapreve gestellt, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Mit dem aus zwei Wirkstoffen (Casirivimab und Imdevimab) bestehenden Mittel, das vom US-amerikanischen Hersteller Regeneron Pharmaceuticals mitproduziert wurde, sollen Menschen ab 12 Jahre behandelt werden, die mit dem Coronavirus infiziert sind und ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Zusätzlich kann das Mittel nach Angaben der Hersteller auch bei Menschen eingesetzt werden, die ein akutes Ansteckungsrisiko haben, etwa weil sie mit einem Infizierten in einem Haushalt leben. Erst kürzlich hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Cocktail aus Casirivimab und Imdevimab zur Vorbeugung einer schweren Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten empfohlen. In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt.

Merck & Co. beantragt in den USA Notfallzulassung für Corona-Medikament

15.35 Uhr: Der US-Pharmariese Merck & Co. hat in den USA eine Notfallzulassung für sein Corona-Medikament Molnupiravir beantragt. Angesichts der "Dringlichkeit" im Kampf gegen die Pandemie habe sein Unternehmen bereits zehn Tage nach Erhalt der Daten aus der klinischen Phase-3-Studie einen entsprechenden Antrag bei der Gesundheitsbehörde FDA gestellt, erklärte Merck-Chef Robert Davis am Montag. Er kündigte weitere Anträge in anderen Ländern an.

Der Antrag ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer einfachen Pille zur Behandlung von Covid-19. Anfang Oktober hatten Merck und sein Partner Ridgeback Biotherapeutics mitgeteilt, dass Molnupiravir bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung oder eines tödlichen Krankheitsverlaufes halbiere.

Demnach wurden während einer klinischen Phase-3-Studie 7,3 Prozent der 385 Patienten mit leichten oder mittleren Covid-19-Symptomen, die das antivirale Medikament erhielten, ins Krankenhaus eingeliefert. Einen Todesfall gab es nicht. In der Versuchsgruppe mit 377 Patienten, die ein Placebo erhielten, kam es in 14,1 Prozent der Fälle zu einer Krankenhauseinlieferung oder einem tödlichen Verlauf. Konkret starben acht Patienten.

Fahrgast ohne Maske bedroht Zugbegleiter mit Messer

14.33 Uhr: Weil er seinen Mund-Nasen-Schutz nicht tragen wollte, hat ein 34-Jähriger in einem Regionalzug im Ruhrgebiet nach Polizeiangaben einen Zugbegleiter mit einem Messer bedroht. Im Zug befindliches Sicherheitspersonal habe eingegriffen und den Mann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten, teilte diese am Montag über den Vorfall von Freitagabend mit. So habe der Mann das Messer fallen lassen, als der Sicherheitsdienst ihn dazu aufforderte, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Beamten der Bundespolizei nahmen ihn am Duisburger Hauptbahnhof vorläufig fest und leiteten ein Strafverfahren wegen Bedrohung ein.

Zwischen dem Fahrgast und dem 46-jährigen Zugbegleiter habe sich im RE6 auf der Strecke zwischen Mülheim und Duisburg ein Streit entwickelt, weil der Fahrgast sich weigerte eine Maske zu tragen und seinen Fuß auf den gegenüberliegenden Sitzpolstern abstellte. Der Zugbegleiter habe daraufhin den Fuß des unkooperativen Fahrgastes vom Polster gestoßen, woraufhin die Situation eskaliert sei.

Astrazeneca: Gute Test-Resultate bei Covid-19-Antikörperbehandlung

14.04 Uhr: Der Pharmakonzern Astrazeneca hat nach eigenen Angaben mit einem Antikörper-Präparat gute Resultate bei der Behandlung von Corona-Erkrankten erzielt. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, reduzierte das Mittel AZD7442 die Fälle von schwerer Erkrankung und Tod bei Covid-19-Erkrankten um die Hälfte, wenn es innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Symptome verabreicht wurde. Wurde das Mittel innerhalb von fünf Tagen gespritzt, war die Zahl der schwer Erkrankten oder Gestorbenen sogar um 67 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo-Mittel erhielt.

Durchgeführt wurde die Phase-III-Studie an rund 900 erwachsenen Patienten mit leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen, die nicht im Krankenhaus waren. Ein großer Teil der Teilnehmer (90 Prozent) gehörte aber zu Risikogruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf, beispielsweise durch Vorerkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Das Präparat könne sowohl als Profilaxe wie auch als Mittel zur Therapie eingesetzt werden, sagte Mene Pangalos, der bei Astrazeneca für den Bereich der Bio-Pharmazeutika zuständig ist, der Mitteilung zufolge.

65,3 Prozent vollständig geimpft - rund 1 Million Booster-Impfungen

12.55 Uhr: In Deutschland sind 65,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote unter den Erwachsenen lag am Sonntag bei 75,8 Prozent, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag hervorgeht. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,5 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen, sowie 79,3 Prozent der Erwachsenen. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 43,2 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 37,0 Prozent sind vollständig geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass vermutlich mehr Menschen geimpft sind als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte. Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen bereits über eine Million Menschen in Deutschland bekommen. Den Wert gab das RKI am Montag mit 1.021.344 an.

Malaysia lockert Corona-Regeln - 90 Prozent der Erwachsenen geimpft

12 Uhr: Malaysia hat mit seiner Impfkampagne ein wichtiges Etappenziel erreicht: 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in dem südostasiatischen Land sind mittlerweile zweifach gegen das Coronavirus geimpft. Weil die Infektionszahlen zudem weiter sinken, traten am Montag Lockerungen eines im Mai verhängten strikten Lockdowns in Kraft.

Vollständig Geimpfte dürfen jetzt wieder innerhalb von Malaysia und auch ins Ausland reisen, ohne eine Genehmigung der Behörden zu benötigen. "Wir befinden uns auf dem Abstieg vom Gipfel der Katastrophe und der Verzweiflung", teilte Gesundheitsminister Khairy Jamaluddin am Montag auf Twitter mit. Wann Touristen wieder in das beliebte Urlaubsland dürfen, ist noch unklar. Die Grenzen Malaysias sind seit März 2020 geschlossen.

Studie: Corona-Impfungen senken Risiko schwerer Krankheitsverläufe um 90 Prozent

11.50 Uhr: Corona-Impfungen schützen laut einer neuen französischen Studie sehr effektiv vor schweren Covid-19-Verläufen - auch im Fall der hochansteckenden Delta-Variante. "Geimpfte Menschen haben ein neunmal geringeres Risiko, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden oder an Covid-19 zu sterben als ungeimpfte", erklärte der Epidemiologe Mahmoud Zureik, Leiter der Wissenschaftsgruppe Epi-Phare, die am Montag die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichte.

Dafür untersuchten die Wissenschaftler die Daten von 22 Millionen Menschen über 50 Jahren im Zeitraum vom 27. Dezember 2020 bis 20. Juli. Dabei zeigte sich, dass Geimpfte zwei Wochen nach ihrer zweiten Dosis ein 90 Prozent niedrigeres Risiko einer Krankenhauseinlieferung oder eines tödlichen Krankheitsverlaufs hatten als Ungeimpfte. Untersucht wurde die Wirkung der Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

Die neueste Studie bestätigt ähnliche Erkenntnisse aus den USA, Großbritannien und Israel. Laut den französischen Wissenschaftlern ist es jedoch die bislang größte Untersuchung dieser Art. Sie deutet demnach auch darauf hin, dass der Schutz vor schweren Verläufen im Studienzeitraum von fünf Monaten nicht abnahm.

Neuseeland führt Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheits- und Bildungswesen ein

10.30 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die neuseeländische Regierung eine weitgehende Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen sowie für Lehrer angekündigt. "Wir können nichts dem Zufall überlassen", sagte Chris Hipkins, der im Kabinett von Premierministerin Jacinda Ardern sowohl Bildungsminister als auch für das Corona-Krisenmanagement zuständig ist, am Montag. Deshalb werde die Impfung für bestimmte Berufsgruppen obligatorisch. "Impfungen bleiben unser stärkstes und effektivstes Instrument, um uns gegen Infektionen und Erkrankungen zu schützen", betonte Hipkins.

Den neuen Regelungen zufolge müssen Ärzte, Krankenpfleger und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen bis zum 1. Dezember zweifach gegen das Coronavirus geimpft sein. Menschen im Bildungssektor mit direktem Kontakt zu Schülern haben bis zum 1. Januar Zeit, um sich vollständig immunisieren zu lassen.

3G-Regeln könnten drastisch verschärft werden

9.38 Uhr: Business Insider" zufolge, sollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern heute über eine Testpflicht von Beschäftigten in Unternehmen mit Publikumsverkehr beraten. Dem Portal soll ein Beschlussentwurf vorliegen, in dem es heißt: "Die Länder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen Bundesländern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur für Kundinnen und Kunden, Be­sucherinnen und Besucher oder sonstige externen Personen, sondern auch für Be­schäftigte gelten soll."

Dabei könne eine Testpflicht auch an "weitere Parameter wie Inziden­zen geknüpft werden". Und: "Über die Häufigkeit von Testnachweisen sowie die Möglichkeit von gleichwertigen alternativen Maßnahmen kann für jeden Bereich einzeln entschieden werden." Demnach könnte die Testpflicht für Genesene und Geimpfte bei Vorlage eines Nachweis entfallen.

Umfrage: Corona stresst Studenten und Auszubildende stark

7.32 Uhr: Zwei Fünftel aller Studenten, Studentinnen und Auszubildenden fühlen sich durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen stark gestresst. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Fast 40 Prozent der Befragten beider Gruppen berichteten von depressiven Symptomen während der Viruskrise und gaben an, schneller gereizt als üblich und häufiger demotiviert zu sein.

"Rund ein Viertel der Hochschüler und Lehrlinge berichtet außerdem von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen sowie von Ein- oder Durchschlafproblemen", so die KKH. Mit Blick auf die eigene Ausbildung befürchten 65 Prozent der Befragten, dass sich auch in den kommenden Monaten wichtige Praktika und Auslandssemester schlecht planen lassen. Fast die Hälfte mache sich darüber hinaus Sorgen, Lernstoff nachholen zu müssen, so dass es zu einer Verzögerung von Ausbildung oder Studium komme.

Die große Mehrheit (74 Prozent) treibt mit Blick auf die kommenden Monate vor allem die Sorge vor erneuten Kontaktbeschränkungen um, womit auch die Furcht vor Einsamkeit (44 Prozent) einhergeht. Fast die Hälfte der Studentinnen, Studenten und Auszubildenden setze auf eigene Strategien, um hohen psychischen Belastungen zu bewältigen. KKH-Ärztin Aileen Könitz riet von einer Selbstbehandlung als auch vom Aussitzen stressbedingter Beschwerden ab, vor allem wenn Symptome wie Niedergeschlagenheit und Erschöpfung länger anhielten oder stärker würden. Dann sei professionelle Hilfe angezeigt.

Lauterbach befürwortet das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests

7.27 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests. "Das Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests ist richtig", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). "Es wäre falsch, denjenigen, die sich selbst der Solidarität des Impfens verweigern, unbegrenzt solidarisch die Tests zu bezahlen."

Landkreistag begrüßt Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests

3.21 Uhr: Die deutschen Landkreise begrüßen das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests an diesem Montag: "Angesichts einer Impfquote von 80 Prozent bei Erwachsenen ist das der richtige Schritt", sagte Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags (DLT), dieser Redaktion. Das Impfangebot für Ungeimpfte bestehe nach wie vor. Wer davon keinen Gebrauch mache, habe in einer liberalen Gesellschaft natürlich jedes Recht dazu. "Solidarität vom Rest der Gesellschaft kann man dann aber nicht dauerhaft einfordern", mahnte Sager.

Zustimmung kam auch aus der FDP: Die Übernahme der Corona-Testkosten sei in Zeiten des Impfstoffmangels richtig gewesen. Jetzt aber gebe es genügend Impfangebote. "Wenn man sich gegen eine Impfung entscheidet, können die Kosten für Tests nicht auf unbestimmte Zeit von der geimpften oder genesenen Solidargemeinschaft übernommen werden", sagte FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus unserer Redaktion. "Daher ist es folgerichtig, dass die Kostenübernahme nun ausläuft." Die Testkosten für Kinder sowie für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, müssten aber selbstverständlich weiterhin übernommen werden.

Corona-News von Sonntag, 10. Oktober: Lauterbach kontert Kritik an RKI-Chef Wieler

21.00 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Personaldiskussionen beim RKI zum jetztigen Zeitpunkt für unangebracht. "Wir sind in einer besonders vulnerablen Phase, wo es jederzeit wieder ein Aufflammen der vierten Welle geben könnte.", sagte Lauterbach im "Bericht aus Berlin".

FDP und Grüne hatten RKI-Chef Wieler im Zusammenhang mit der Ausweisung der Impfquote kritisiert. Das Institut hatte in der vergangenen Woche neue Zahlen veröffentlicht, die eine höhere Impfquote in der Bevölkerung ausweisen, als bisher angenommen. Dieser Unterschied müsse natürlich aufgearbeitet werden, so Lauterbach.

Corona-Urlaub in Griechenland boomt - Lieblingsziel der Deutschen

18.55 Uhr: Zu Beginn des Jahres befürchten die sehr vom Tourismus abhängigen Griechen noch das Schlimmste für die Urlaubssaison. Doch im Corona-Jahr 2021 hat sich Griechenland zum absoluten Lieblingsziel der Deutschen und auch anderer Europäer entwickelt. Auf griechischen Inseln wie Santorini werden sogar Besucherrekorde gebrochen, die aus der Zeit vor der Pandemie datieren. In der gerade begonnenen Herbstsaison gibt es einen wahren Run auf Kreta und Co. Das hat auch mit geltenden Corona-Regeln zu tun.

Maskenverweigerer sprüht Pfefferspray in Wiesbadener Nachtbus

17.30 Uhr: Nach einem Streit über die Maskenpflicht hat ein Unbekannter in Wiesbaden Pfefferspray in einen Bus gesprüht. In der Nacht zu Samstag sei in einem Fahrzeug der Nachtlinie ein Streit ausgebrochen, weil sich ein junger Mann geweigert habe, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, erklärte die Polizei.

Nachdem er des Busses verwiesen worden sei, habe der Mann Pfefferspray aus der Tasche gezogen und in den Fahrgastraum gesprüht. Drei Fahrgäste klagten über Augenreizungen, eine Rettungswagenbesatzung versorgte sie. Der Täter floh zwar, wurde aber später festgenommen.

Literaturnobelpreisträger Handke ärgert sich über Corona-Lockdowns

16.09 Uhr: Die Corona-Lockdowns haben aus Sicht des österreichischen Literaturnobelpreisträgers Peter Handke die Einsamkeit der Alten dramatisch gesteigert. "Mir kommt alles so falsch vor. Man sieht fast nur noch die Jungen unterwegs, und es gibt unendlich vereinsamte Alte", sagte der in Frankreich lebende Schriftsteller dem Wiener "Kurier" (Sonntag). "Wenn ich daran denke, wie man die Leute im Altersheim hat sterben lassen! Für mich müsste man die Verantwortlichen vor das Völkergericht stellen." Er selbst habe für mehr Bewegungsfreiheit von seinem Verlag einen "Schwindelzettel" bekommen. Darauf habe gestanden, er sei nachts unterwegs, um ein großes Werk zu schreiben.

Als er "mit meinem Flachmann allein vor der Fassade von Notre Dame" gesessen habe, habe dieser Zettel bei einem Polizisten tatsächlich genutzt. Nicht hingegen, als er in Chaville im Departement Hauts-de-Seine, wo der 78-Jährige lebt, auf der Straße ging: "Auf der anderen Straßenseite fängt das Departement Yvelines an. Ich ging dort, da kam ein Polizeiwagen: "Ist Ihnen bewusst, dass Sie das andere Departement in Gefahr bringen?" Ich dachte, der Polizist macht einen Witz. Zwei Wochen später bekam ich den Strafbescheid", sagte Handke dem Blatt weiter.

Corona-Todeszahlen in Russland erreichen neue Höchststände

13.02 Uhr: Die Zahlen der Corona-Toten und Neuinfektionen in Russland haben am Wochenende neue Höchststände erreicht. Nach Angaben des offiziellen Corona-Stabs in Moskau vom Sonntag starben im flächenmäßig größten Land der Erde 962 Menschen an Covid-19 binnen 24 Stunden. Am Samstag waren es 968 gewesen. Das waren die Höchststände seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt bei etwas unter 30.000 Fällen täglich. Die Bundesregierung hat Russland als Hochrisikogebiet eingestuft.

Die offiziellen Corona-Zahlen in Russland stehen seit langem als geschönt in der Kritik. Das kremlkritische Portal zona.media wies gerade wieder darauf hin, dass das russische Statistikamt für August fast 50.000 Corona-Tote (49.389) ausgewiesen habe. Der Corona-Stab der Regierung nannte allerdings weniger als die Hälfte – und zwar 24.661 Todesfälle.

Die russischen Behörden sehen den Hauptgrund für die hohen Todes- und Infektionszahlen vor allem in der geringen Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Westliche Impfstoffe die die von Moderna oder Biontech/Pfizer, die international die größte Verbreitung haben, sind in Russland nicht zugelassen.

Die russische Führung besteht darauf, dass sich die Menschen das von Moskauer Forschern entwickelte Vakzin Sputnik V oder andere der insgesamt fünf eigenen Impfstoffe verabreichen lassen. Sputnik V wird zwar von rund 70 Ländern anerkannt als Impfstoff, nicht aber von der Europäischen Union und den USA. Auch viele Russen trauen den im eigenen Land entwickelten Impfstoffen nicht.

Nach Corona-Ausschreitungen in Rom: Zwölf Randalierer festgenommen

10.58 Uhr: Nach den schweren Ausschreitungen bei Corona-Protesten in Rom sind zwölf Randalierer festgenommen worden. Zu ihnen gehören auch die beiden Anführer der rechtsextremen Partei Forza Nuova, Giuliano Castellino und Roberto Fiore, die am Samstag bei den Gewaltexzessen in der Hauptstadt dabei waren. Das berichteten italienische Medien am Sonntag. Die Polizei werte zudem Videoaufnahmen aus, um zu entscheiden, ob gegen weitere Personen vorgegangen werden müsse.

Einige Zehntausend Menschen waren am Samstag durch Rom gezogen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Dabei kam es zu etlichen Zusammenstößen mit der Polizei. Am frühen Abend wurde die Zentrale der größten Gewerkschaft CGIL gestürmt. Dabei wurden drei Carabinieri verletzt. Auf Amateuraufnahmen ist zu sehen, wie die Demonstranten mit Stöcken und Fahnenstangen auf die Ordnungskräfte losgehen. Auch in anderen Teilen der Stadt kam es zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Politik reagierte geschockt auf die Vorfälle.

Marburger Bund befürchtet Anstieg der Corona-Infektionen

9.27 Uhr: Der Marburger Bund befürchtet nach dem Ende der kostenlosen Corona-Tests einen Anstieg der Infektionszahlen. "Kostenpflichtige Corona-Tests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden", sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND). "Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus."

Corona-Tests sind von Montag an nicht mehr kostenfrei. Ausnahmen gelten unter anderem für alle Gruppen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht.

Erschwerend zur Abschaffung der kostenfreien Tests kommt Johna zufolge die Unklarheit über die Impfquote der Bevölkerung hinzu. Das Robert-Koch-Institut hatte am Donnerstag gemeldet, dass anhand von Umfragen zur Impfbereitschaft und Meldedaten doch von einer Impfquote von 80 Prozent doppelt geimpfter Erwachsenen ausgegangen werden könne und von bis zu 84 Prozent mindestens einmal Geimpften. Das wären fünf Prozentpunkte mehr als im Digitalen Impfquoten-Monitoring (DIM) erfasst.

In der Diskrepanz sieht Johna ein systematisches Problem: "Es fehlen aktuelle Feldstudien, aus denen wir hochrechnen können, wie hoch etwa die Infektionsrate in der Bevölkerung ist." Die wenigen klinischen Studien, die in Deutschland zu Covid-19 aufgelegt worden seien, hätten im Vergleich zu anderen Ländern nur wenige Patienten eingeschlossen. Verlässliche Zahlen zu Impfquoten seien wichtig, um über Lockerungen der Schutzmaßnahmen entscheiden zu können.

Große Vorlesungen an Unis wohl auch künftig digital

8.13 Uhr: Große Vorlesungen an Universitäten könnten auch nach der Corona-Pandemie dauerhaft per Video übertragen werden. Derartige Veranstaltungen gehörten zu den Angeboten, die für ein dauerhaftes Digitalangebot infrage kämen, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, der Deutschen Presse-Agentur.

An vielen Hochschulen in Deutschland beginnt an diesem und am kommenden Montag die Vorlesungszeit. Nach drei Corona-Online-Semestern können die Studierenden die Mehrzahl der Lehrveranstaltungen wieder direkt an der Uni oder der Fachhochschule erleben. Dafür müssen sie nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind (3G). Große Vorlesungen fänden aber weiter zu einem großen Teil digital statt, sagte Alt.

Er nannte die durch die Corona-Zeit "erzwungenen" Erfahrungen mit der Online-Lehre auch hilfreich. "Es sollte keine einfache Rückkehr zur Situation vor der Pandemie geben. Die Fächer stehen jetzt vor der Herausforderung, einen didaktisch sinnvollen Mix von digitalen und Präsenzveranstaltungen zu gestalten." Körperlich beeinträchtigte Studierende oder solche mit familiären Verpflichtungen würden auch davon profitieren, wenn sie nicht zu jeder Veranstaltung anreisen müssten.

Spahn verteidigt Ende der Gratis-Schnelltests: "Fairness vor dem Steuerzahler"

6.52 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Ende der kostenlosen Bürgertests an diesem Montag als Frage der Fairness bezeichnet: "Kostenlose Bürgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler", sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion. Jeder, für den es empfohlen sei und der wolle, habe sich mittlerweile impfen lassen können. "Deshalb werden Bürgertests ab Montag nur noch für diejenigen kostenlos sein, für die es keine empfohlene Impfung gibt", so Spahn. Das seien insbesondere Kinder und Jugendliche.

Tests in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen oder auf der Arbeit werde es aber ebenfalls weiterhin kostenlos geben, so der Minister. "Das ist wichtig, um gut durch Herbst und Winter zu kommen." Jeder und jede könne sich weiterhin kostenlos impfen lassen, um sich und andere zu schützen, fügte Spahn hinzu.

Lauterbach rechnet mit Zunahme der Impfungen als Reaktion auf kostenpflichtige Schnelltests

5.01 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Zahl der Impfungen durch das Ende der kostenlosen Bürgertests an diesem Montag steigen wird: "Kostenpflichtige Tests werden dazu führen, dass sich sehr viele noch impfen lassen, weil sie eine regelmäßige Testung vermeiden wollen", sagte Lauterbach unserer Redaktion. Es sei nicht zu rechtfertigen, dass Ungeimpfte ihre Tests aus den Steuermitteln der Geimpften bezahlt bekämen.

Corona: Tests ab Montag kostenpflichtig

4.22 Uhr: Ungeimpfte müssen ab Montag für Corona-Schnelltests nicht nur zahlen, sondern möglicherweise auch deutlich längere Wege in Kauf nehmen. Denn: Mit dem Ende der kostenlosen Bürgertests dürfte sich auch das Angebot an Teststellen deutlich reduzieren. Lesen Sie dazu: Ende der Gratis-Tests: Alles Wichtige zur neuen Corona-Regel

Samstag, 9. Oktober: Schwere Ausschreitungen bei Corona-Demos in Rom

  • Bei Protesten gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung ist es in Rom zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere Tausend Demonstranten zogen am Samstag durch die Straßen der Hauptstadt und gerieten immer wieder mit der Polizei aneinander.
  • Business Insider" zufolge, sollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag über eine Testpflicht von Beschäftigten in Unternehmen mit Publikumsverkehr beraten. Dem Portal soll ein Beschlussentwurf vorliegen, in dem es heißt: "Die Länder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen Bundesländern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur für Kundinnen und Kunden, Be­sucherinnen und Besucher oder sonstige externen Personen, sondern auch für Be­schäftigte gelten soll."
  • Die Corona-Ansteckungsrate steigt in Sachsen weiter an und sie liegt auch weiterhin über dem Bundesschnitt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Sieben-Tages-Inzidenz am Samstag bei 80,8. Am Freitag hatte der Wert noch 77,8 betragen und am Donnerstag 74,0. Er gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gemeldet wurden. Bundesweit lag die Inzidenz am Samstag bei 64,4.
  • In Griechenland gibt es von diesem Samstag an zahlreiche Lockerungen für Geimpfte und Genesene. Bars, Restaurants und Cafés, aber auch andere geschlossene Räumlichkeiten wie Fitness-Studios und Kinos dürfen künftig die Höchstgrenze an Gästen zulassen. Voraussetzung ist, dass die Besucher geimpft oder nachweislich in den vergangenen sechs Monaten von einer Corona-Infektion genesen sind.
  • Russland hat am Samstag erneut einen Höchststand bei der Zahl der täglichen Corona-Toten verzeichnet. Nach Angaben der Regierung starben innerhalb von 24 Stunden 968 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Zudem wurden knapp 29.400 Neuinfektionen gemeldet.
  • Die Fälle von Depressionen und Panikattacken sind im ersten Jahr der Corona-Pandemie einer Studie zufolge weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen. Die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie schätzte, dass vergangenes Jahr weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung litten, als es ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Die Zahl der unter Angstzuständen leidenden Menschen lag demnach um 76 Millionen höher.
  • Politiker von Grünen und FDP haben den Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, kritisiert. Hintergrund ist die Korrektur, die das RKI an der bisher veröffentlichten Impfquote vornehmen musste: Die Zahlen liegen höher als angenommen.
  • Der Sozialverband VdK plädiert zum Ende der kostenlosen Corona-Bürgertests für eine Begrenzung der Kosten. "Wir befürchten, dass es wieder zu völlig überteuerten Angeboten kommt", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag). Bislang sei keine Deckelung der Kosten für die Tests vorgesehen.
  • Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf die finanziellen Möglichkeiten von Studierenden ausgewirkt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Direktbank N26, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Sapio Research durchgeführt wurde und unserer Redaktion vorliegt. Demnach sind 20 Prozent der Studierenden in Folge der Pandemie zurück zu ihrer Familie gezogen.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dringt auf eine neue Bund-Länder-Runde, um die Corona-Regeln teilweise zu verschärfen. "Es wäre sinnvoll, dass sich die Ministerpräsidenten zeitnah mit der Kanzlerin noch einmal treffen", sagte er unserer Redaktion. "In der Pandemie stehen sehr viele Entscheidungen an - von den Corona-Regeln bis zu den Booster-Impfungen. Wir dürfen in der Zeit, in der Koalitionsverhandlungen laufen, nicht den Überblick verlieren."

Corona-News von Freitag, 8. Oktober: Lettlands Regierung ruft erneut Corona-Notstand aus

  • Angesichts der starken Ausbreitung des Coronavirus ruft Lettland erneut den Notstand aus.
  • Die luxemburgische Regierung will mit neuen Regeln den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Ab dem 1. November werde in der Gastronomie die 3G-Regel verpflichtend.
  • Karl Lauterbach hat in einem Tweet die Wirksamkeit von Corona-Boosterimpfungen betont.
  • Vor dem Landgericht Hildesheim hat ein Prozess begonnen, in dem eine dreiköpfige Familie den Landkreis Peine aufgrund einer aus ihrer Sicht unrechtmäßigen Quarantäne-Anordnung auf Schmerzensgeld verklagt.
  • Nach Kritik an Reisebeschränkungen für Tausende freiwillige Teilnehmer an Corona-Impfstofftests bietet die britische Regierung den Probanden nun zwei weitere Impfungen an.
  • Der Jenaer Intensivmediziner Michael Bauer sieht angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen eine sich aufbauende neue Corona-Welle.
  • Corona macht internationale Reisen aufwendiger. Praktisch alle Länder fordern von Touristen Nachweise etwa für Impfungen oder PCR-Tests. Lesen Sie auch: Corona: Diese Regeln gelten im Herbst in den Urlaubsländern
  • Israel bemüht sich in der Corona-Pandemie um die Eindämmung einer massenhaften Quarantäne von Schulkindern.
  • Die außerordentliche Kündigung eines Maske-verweigernden Lehrers aus Brandenburg war nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts rechtens. (AZ: 10 Sa 867/21)
  • In der Diskussion um die coronabedinge Maskenpflicht im Schulunterricht ist eine Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) für eine Abschaffung.
  • In Neuseeland wird ein weiterer Landesteil nach der Bestätigung eines einzelnen Corona-Falls unter Lockdown gestellt.
  • Mit teils drastischen Worten hat Schauspieler Jan Josef Liefers von seinem Einsatz auf einer Corona-Intensivstation berichtet. "Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft."
  • Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, erwartet nach der Korrektur der offiziellen Impfquote durch das Robert Koch-Institut baldige Lockerungen von Corona-Restriktionen.
  • Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat das nahende Aus der kostenlosen Corona-Schnelltests für alle kritisiert und schlägt stattdessen eine Verknüpfung mit der Impfkampagne vor.
  • UN-Generalsekretär António Guterres hat reiche Länder mit harschen Worten für das Horten von Corona-Impfstoffen kritisiert.
  • US-Präsident Joe Biden hat weitgehende Corona-Impfpflichten für Arbeitnehmer verteidigt. "Meine Botschaft lautet: Verlangen Sie von Ihren Mitarbeitern, sich impfen zu lassen, damit wir diese Pandemie endlich besiegen können."
  • Laut einer neuen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) paart sich bei vielen Ungeimpften in der Corona-Pandemie Impfskepsis mit Politikverdrossenheit.

Corona-News von Donnerstag, 7. Oktober: Italien lockert Corona-Beschränkungen

  • Angesichts sinkender Fallzahlen hat die italienische Regierung eine Lockerung der Corona-Beschränkungen beschlossen
  • Wegen steigender Corona-Zahlen hat das ukrainische Gesundheitsministerium eine Impfpflicht für viele Staatsbedienstete angeordnet
  • Die Mehrheit der Bürger ist einer Umfrage zufolge für die Abschaffung der Maskenpflicht im Klassenzimmer
  • Als letzter Landesteil des Vereinigten Königreichs will Nordirland Ende Oktober fast alle Corona-Regeln aufheben
  • Die Impfquote in Deutschland ist höher als bislang angenommen - jetzt hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Corona-Regeln teilweise für verzichtbar
  • Das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson bietet nach Auffassung der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur eine unzureichende Schutzwirkung
  • Frankreich hält trotz einer deutlich verbesserten Corona-Lage vorerst an den geltenden Beschränkungen und der Gesundheitspass-Pflicht fest
  • Der US-Pharmakonzern Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung seines zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs für fünf- bis elfjährige Kinder beantragt
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) des RKI empfiehlt allen über 70-Jährigen, sich vor dem kommenden Winter ein drittes Mal gegen Covid-19 impfen zu lassen
  • Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), hat die Corona-Pandemie als "extremen Stresstest" für die Suchthilfe bezeichnet
  • Eine offenbar verwirrte Frau aus NRW hat der Inhaberin einer Tankstelle in Mühlheim mit dem Tode gedroht, weil sie trotz Aufforderung der Maskenpflicht nicht nachkommen wollte
  • Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat eine Beschwerde gegen Test- und Nachweispflichten in Frankreich im Kampf gegen die Corona-Pandemie zurückgewiesen
  • In Indonesien entsteht ein Denkmal für die Opfer der Corona-Pandemie
  • Nach Schweden und Dänemark schränkt nun auch Finnland Impfungen mit dem Corona-Vakzin des US-Biotechnologiekonzerns Moderna ein
  • Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, beobachtet verstärkt Infektionskrankheiten mit schwerem Verlauf
  • Das US-Pharmaunternehmen Moderna plant, rund 500 Millionen Dollar in den Bau einer Fabrik in Afrika zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen zu investieren
  • Im australischen Bundesstaat New South Wales und in der Millionenstadt Sydney sind inzwischen 70 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft
  • Über 140.000 Kinder in den USA haben einer Analyse zufolge im Zuge der Corona-Pandemie mindestens ein Elternteil oder eine für sie sorgende Betreuungsperson verloren
  • Die Stadt Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz gedenkt heute Nachmittag in einer öffentlichen Trauerfeier des vor rund drei Wochen wegen eines Streits um die Maskenpflicht erschossenen Tankstellenmitarbeiters

Corona-News von Mittwoch, 6. Oktober: Auch Dänemark stoppt vorläufig Impfungen mit Moderna für Jüngere

  • Nach Schweden stoppt auch Dänemark vorerst die Impfungen mit dem Vakzin von Moderna bei Jüngeren
  • Die Impfquote in der erwachsenen Bevölkerung ist nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) höher als bislang angenommen
  • Die meisten Reisenden in Kanada müssen künftig vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein
  • Das Disziplinarverfahren gegen den Landrat Hartmut Handschak wegen Verdachts des Verstoßes gegen die vorgegebene Impfreihenfolge ist eingestellt worden
  • Die britische Medienaufsichtsbehörde Office of Communications (Ofcom) hat einen christlichen TV-Sender für die Verbreitung von gefährlichen und irreführenden Meldungen zur Corona-Pandemie bestraft
  • In Afghanistan drohen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1,6 Millionen Corona-Impfdosen demnächst abzulaufen
  • Von der Corona-Pandemie belastete Unternehmen können ab sofort die bis Jahresende verlängerte Überbrückungshilfe beantragen
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Corona-Krise nach eigener Darstellung "überwunden"
  • Pfizer will alle Einwohner einer Stadt in Brasilien über zwölf Jahre mit seinem Covid-19-Impfstoff impfen, um dessen Wirksamkeit weiter zu untersuchen
  • Der Impfstoff von Moderna wird in Schweden vorerst keinen Menschen unter 30 Jahren mehr verabreicht
  • Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die Corona-Ausgangsbeschränkungen vom Frühjahr 2020 in Bayern für unzulässig erklärt
  • Die australische Medizintechnik-Firma Ellume hat nach eigenen Angaben fast 200.000 Corona-Selbsttests in den USA zurückgerufen, weil sie zu viele falsch-positive Ergebnisse lieferten
  • Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie hat Russland mehr als 900 Todesfälle innerhalb eines Tages verzeichnet
  • Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat eine Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen ab dem 2. November in Aussicht gestellt
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Angaben zur Wirksamkeit der Corona-Impfungen nach unten korrigiert und erntet nun Kritik
  • Die deutschen Landkreise dringen auf eine neue Corona-Runde der Regierungschefs, um ein Ende der Schutzmaßnahmen zu vereinbaren
  • In der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es große Zweifel an einer allgemeinen Empfehlung für Corona-Impfungen bei Kindern unter 12 Jahren

Corona-News von Dienstag, 5. Oktober: EMA könnte Prüfung von Corona-Medikament von Merck starten

Corona-News von Montag, 4. Oktober: Auswertung: Corona-Todesfälle auf niedrigsten Wert seit Herbst 2020 gesunken

Corona-News von Sonntag, 3. Oktober: Drei Schweizer Gardisten nach Impfweigerung ausgeschieden

  • Drei Mitglieder der Schweizer Garde des Vatikan, die sich trotz einer Anordnung des Heiligen Stuhls nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten, sind in die Schweiz zurückgekehrt. Leutnant Urs Breitenmoser sagte der Nachrichtenagentur AP, die drei Gardisten seien freiwillig ausgeschieden. Sie seien gebeten worden, sich impfen zu lassen, "um ihre Gesundheit und die anderer zu schützen, die bei ihrem Dienst mit ihnen in Kontakt kommen". Sie hätten sich dagegen entschieden.
  • In Russland spitzt sich die Corona-Lage zu. Heute meldeten die Behörden mit 890 Todesopfern innerhalb von 24 Stunden einen Höchstwert seit Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren. Schon seit Tagen weist die Statistik Negativrekorde jenseits der 800-Marke bei den Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus auf. Größere Corona-Beschränkungen gibt es in Russland derzeit nicht.
  • Aufatmen im Ferienparadies Mallorca: Im Hochsommer gehörte die Mittelmeerinsel genauso wie das spanische Festland noch zu den europäischen Corona-Hotspots. Jetzt, vor den Herbstferien, glänzt ganz Spanien mit einer der niedrigsten Infektionsraten Europas. Lesen Sie hier: Mallorcas Corona-Enstpannung - die Normalität kehrt zurück
  • In Deutschland laufen die "Booster-Impfungen." Eine neue Umfrage aus den USA zeigt, wie die Nebenwirkungen nach dem dritten Corona-Piks ausfallen können. Lesen Sie dazu: Dritte Corona-Impfung - Das sind die Nebenwirkungen
  • Die Corona-Impfstoffe müssen Biontech-Gründer Ugur Sahin zufolge 2022 womöglich an neue Virusvarianten angepasst werden. Im laufenden Jahr sei dies unnötig, denn die Impfstoffe wirkten auch gegen die bisherigen Varianten, auch wenn diese ansteckender seien, sagt Sahin der "Financial Times". "Aber Mitte nächsten Jahres könnte die Situation schon anders aussehen", fügt er hinzu. Gegenwärtig schienen Auffrischungsimpfungen in der Lage zu sein, die Hauptvarianten zu bekämpfen.
  • Ab kommendem Montag gelten in Teilen Neuseelands wieder striktere Corona-Maßnahmen, nachdem drei neue Corona-Infektionsfälle aufgetreten sind. Premierministerin Jacinda Ardern erklärte am Sonntag, die drei Fälle seien außerhalb der Millionenstadt Auckland auf der Nordinsel registriert worden. Die verschärften Regeln in den betroffenen Gebieten sollen nun mindestens fünf Tage andauern. Bildungseinrichtungen müssen schließen, sofern sie wegen der Schulferien nicht ohnehin zu sind, Unternehmen müssen auf kontaktlosen Handel umsteigen.
  • Der Städte- und Gemeindebund hat vor einer Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen gewarnt. Schülerinnen und Schüler seien eine besonders gefährdete Gruppe, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion. "Deswegen ist es weiterhin wichtig, dass Schülerinnen und Schüler regelmäßig getestet werden und insbesondere in Gebieten, wo die Inzidenzzahlen vergleichsweise hoch sind, auch an der Maskenpflicht festgehalten wird", bekräftigte er.
  • In einem Chemnitzer Supermarkt ist ein 20 Jahre alter Mann ausgerastet, nachdem ein Mitarbeiter ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Sonntag mitteilte, warf der Maskenverweigerer zunächst mit einer Bierflasche nach dem 24-jährigen Mitarbeiter und traf ihn am Rücken.
  • Die Deutsche Lufthansa hält eine Corona-Impfpflicht für ihr Flugpersonal für nötig. Ein stabiler, weltweiter Flugbetrieb ist nach Angaben der Airline vom Sonntag künftig nicht darstellbar. Einzelne Länder verlangten die Impfung für Piloten, Pilotinnen, Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen bereits, weitere würden folgen. "Als weltweit operierende Airline befürworten wir eine verpflichtende Impfung für unsere Crews und brauchen darüber hinaus eine Möglichkeit zur Erfassung der Impfdaten", betonte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser in der "Bild am Sonntag".
  • Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, lehnt die Aufhebung aller Corona-Maßnahmen zu einem jetzt schon festgesetzten Datum ab. Es sei allerdings "richtig, dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann wir zur Normalität zurückkehren können", sagte Reinhardt den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Samstag). "Wir dürfen uns als Gesellschaft nicht in einer Infektionsangstneurose einrichten." Dies heiße im Umkehrschluss aber nicht, "dass wir jetzt alles in Laissez-faire-Manier laufen lassen". Infektionen zu verhindern müsse der ärztliche Anspruch sein.
  • Israels Regierung erhöht wegen steigender Corona-Zahlen den Druck auf zweifach Geimpfte: Ab Sonntag sollte der Grüne Pass, der in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens vorgezeigt werden muss, nur noch bis zu sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gelten. Danach ist eine dritte Spritze als Auffrischung notwendig, um den Pass zu verlängern. Wegen technischer Probleme bei der Erneuerung des Grünen Passes teilte das Gesundheitsministerium allerdings am Sonntag mit, die Gültigkeit des alten Passes doch noch um einige Tage zu verlängern.
  • Laufende Nase, Husten und Fieber: Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch, die eigentlich erst in den Wintermonaten zu erwarten wären. Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige, sagte Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund von Kita-Schließungen und anderen Corona-Maßnahmen im vergangenen Winter und Frühjahr seien sie bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen. „Die Infekte werden jetzt nachgeholt.“
  • Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht auf 64,2 zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter meldete, wurden binnen eines Tages 6164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und neun weitere Todesfälle registriert.
  • Die Amtsärzte in Deutschland sprechen sich dafür aus, dass die Gesundheitsbehörden den Corona-Impfstatus von positiv getesteten Personen mitgeteilt bekommen. "Hilfreich wäre es, wenn die knapp besetzten Gesundheitsämter informiert würden, wer von den positiv Getesteten geimpft ist", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, unserer Redaktion.

Corona-News von Samstag, 2. Oktober: Brasiliens Gesundheitsminister nach UN-Besuch erneut Corona-positiv

  • Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist nach einer Dienstreise mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. So könne er an diesem Tag nicht nach Brasilien zurückkehren, schrieb Queiroga am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter. Er habe keine Symptome und werde bald zurück sein.
  • Ein Arzt aus Bayern soll laut Bayrischem Rundfunk (BR) falsche Impfausweise ausgestellt haben. Dem Bericht zufolge werde derzeit geprüft, ob die Zertifikate auf Verlangen der Patienten ausgestellt wurden und ob der Arzt für die Ausstellung bezahlt wurde.
  • Vollständig geimpfte Reisende aus aller Welt können wieder Urlaub im thailändischen Ferienparadies Phuket buchen. Wie das Tourismus-Ministerium in Bangkok am Freitagabend mitteilte, wird die bestehende Regelung für kontrolliertes Einreisen nach Phuket aus bislang rund 80 Ländern ausgeweitet wird. „Das bedeutet, dass Thailand nun Reisende aus allen Ländern der Welt für das Sandkastenprogramm willkommen heißt.“ Lesen Sie dazu auch: In welchen Ländern man trotz Corona im Herbst Urlaub machen kann
  • Vize-Europameister England muss einem Bericht zufolge wegen der Impf-Unwilligkeit einiger Stars um seine Chancen bei der Fußball-WM bangen. Mindestens fünf Nationalspieler im Kader von Trainer Gareth Southgate haben dem Boulevardblatt "The Sun" zufolge bislang eine Impfung gegen das Coronavirus verweigert. Den Profis, von denen drei zum Stammpersonal gehören sollen, droht demnach der Ausschluss von der Weltmeisterschaft in Katar, wenn die Gastgeber eine Impfpflicht auch für Spieler verfügen. Über entsprechende Pläne des WM-Ausrichters war zuletzt mehrfach berichtet worden.
  • Deutschland hat inzwischen mehr als 17 Millionen Corona-Impfdosen für andere Staaten abgegeben. Davon wurden zehn Millionen Dosen des Präparats von Astrazeneca über die internationale Initiative Covax verteilt, wie aus einer neuen Aufstellung des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Gut sieben Millionen Dosen gingen direkt an Länder mit akutem Bedarf - nämlich an die Ukraine, Namibia, Vietnam, Ägypten und Ghana. Außerdem steht demnach noch eine direkte Auslieferung nach Thailand an.
  • Die Virologin Melanie Brinkmann hat den Forderungen von Kinder- und Jugendärzten nach der Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen deutlich widersprochen. "Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist", sagte Brinkmann der "Rheinischen Post".
  • In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki sind die Intensivbetten für Covid-Patienten zu 100 Prozent belegt. Das berichtete am Samstag die griechische Tageszeitung "Kathimerini". In der umliegenden Region Zentralmakedonien seien nur noch vier Betten frei. Seit Freitag gilt für die Millionenstadt Thessaloniki ein nächtlicher "Mini-Lockdown", weil die Zahl der Neuinfektionen dort zuletzt stark angestiegen war. Die Gesundheitsbehörde meldete am Freitagabend für das ganze Land mit seinen elf Millionen Einwohnern 2636 Neuinfektionen, davon knapp 400 in Thessaloniki.
  • Kinder- und Jugendärzte in Deutschland befürworten das Vorhaben mehrerer Bundesländer, in der Corona-Pandemie auf eine flächendeckende Maskenpflicht an Schulen zu verzichten. "Ich halte eine generelle Fortsetzung einer Maskenpflicht in Schulen für unangemessen", sagte Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, unserer Redaktion. Er sehe etwa keinen Grund, warum Grundschüler im Unterricht grundsätzlich weiterhin Maske tragen sollten, zumal sie erheblich weniger zum Infektionsgeschehen beitrügen als Jugendliche und Erwachsene. Die Entscheidung müsse sich jeweils an den Inzidenzwerten und am Lebensalter der Kinder ausrichten.

Corona-News von Freitag, 1. Oktober: Herbstferien: Diese Regeln gelten in den Urlaubsländern

  • Die Herbstferien stehen vor der Tür und viele Familie wollen die freien Tage nutzen, um zu verreisen. Welche Corona-Regeln in den beliebtesten Urlaubsländern gelten, lesen Sie hier.
  • Der US-Bundesstaat Kalifornien will für alle Schulkinder Corona-Impfungen vorschreiben, sobald der Impfstoff für diese Altersgruppen vollständig zugelassen ist. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom kündigte dies am Freitag an.
  • Wer in der Schweiz Freunde, Arbeitskollegen oder Verwandte vom Impfen gegen das Coronavirus überzeugt, soll künftig einen Gutschein erhalten. Mit der Maßnahme soll das Impftempo erhöht werden, wie Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vorschlug.
  • Deutsche Virologen gehen von einer längeren Schutzdauer nach durchgemachter Corona-Infektion aus als bisher angenommen. "Die nachgewiesene Dauer des Schutzes nach durchgemachter Sars-CoV-2-Infektion beträgt mindestens ein Jahr", heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie.
  • In den Schadenersatz-Prozessen um Corona-Infektionen im Skiort Ischgl haben die Rechtsvertreter Österreichs erstmals ein mögliches Zugeständnis in Aussicht gestellt.
  • Ein neues Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck reduziert bei Risiko-Patienten einer klinischen Studie zufolge deutlich die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe.
  • In der Debatte über die Maskenpflicht an Schulen befürwortet der Grundschulverband ein Ende der Tragepflicht für die Jüngsten. Aus pädagogischen Gründen sei man sehr dafür, sagte der Verbandsvorsitzende und ehemalige Grundschulleiter Edgar Bohn am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Das Kennenlernen unserer Erstklässler mit Maske ist schwierig. Wenn Kinder nur die Augen sehen, fehlen viele Ausdrucksmöglichkeiten."
  • In englischen Pflegeheimen könnten einer Analyse zufolge bald Zehntausende Beschäftigte ihren Job verlieren, weil sie nicht vollständig gegen Corona geimpft sind. Der Auswertung des Nachrichtenportals "National World" auf Basis von Daten des englischen Gesundheitsdienstes NHS zufolge könnte England wegen neuer Vorgaben mehr als 40.000 Pflegekräfte verlieren.
  • Volle Kinosäle, Tanzen in Clubs und Restaurantbesuche ohne Maske und ohne Abstand: All das ist seit Freitag im Saarland wieder möglich. Nach einer neuen Verordnung der Landesregierung fallen praktisch alle Einschränkungen für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) weg.
  • Ein knappes halbes Jahr nach dem von der indischen Regierung verfügten Exportstopp will der weltweit größte Impfstoffhersteller ab diesem Monat wieder Corona-Vakzine an arme Länder liefern.
  • Ein weltweites Netzwerk von Hilfsorganisationen hat sich gegen eine Auszeichnung des Mainzer Corona-Impfstoffentwicklers Biontech mit dem Medizin-Nobelpreis ausgesprochen.
  • Eine zweifache Impfung mit dem russischen Impfstoff Sputnik V berechtigt nicht zu einem deutschen Impfzertifikat. Es fehlen die Zulassung in Deutschland und eine entsprechende Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts, wie der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel in einem am Freitag bekanntgegebenen Eilbeschluss entschied.
  • Mit härteren Regeln für Ungeimpfte will Pakistan die Impfrate erhöhen. Erwachsene ohne Corona-Schutzimpfung dürfen von diesem Freitag an keine Inlandsflüge oder Züge nehmen. Auch der Besuch von Einkaufszentren und Restaurants ist ihnen untersagt. Ausgenommen von diesen Regeln sind Kinder und Jugendliche.
  • Mit Rumänien und Litauen stuft die Bundesregierung ab Sonntag zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit.
  • Deutschland will auf zukünftige Pandemien besser vorbereitet sein. Beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) soll dazu ein Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika entstehen.
  • Für Fahrgäste in Fernzügen kommen vorerst keine neuen Nachweispflichten als zusätzlicher Corona-Schutz. Die Bundesregierung erklärte am Freitag, dass die Einführung einer 3G-Regel in ICE und Intercity beim jetzigen Stand der Pandemie derzeit nicht weiter verfolgt werde.
  • Queen-Schlagzeuger Roger Taylor (72) hat Impfgegner als "erbärmlich" kritisiert. Er verstehe solche Menschen überhaupt nicht, sagte Taylor der britischen Nachrichtenagentur PA. Der Musiker nannte Impfpässe bei Großveranstaltungen eine "großartige Idee".
  • Die in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen vor Covid-19 - insbesondere vor einem schweren Krankheitsverlauf mit Hospitalisierung. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht schätzt, beträgt dieser Schutz für alle zugelassenen Impfstoffe für die Kalenderwochen 35 bis 38 etwa 93 Prozent bei den 18- bis 59-Jährigen und 89 Prozent in der Altersgruppe ab 60 Jahren.
  • Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnen Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen in mehreren Bundesländern ab. "Der Verzicht auf Testungen und die zu frühe Abschaffung der Maskenpflicht sowie die zu starke Reduzierung von Quarantänemaßnahmen erhöht die Gefahr, dass die Schule zur Black Box wird, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulässt", sagte der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag).
  • Australien wird im November erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder seine internationalen Grenzen öffnen. Vollständig geimpfte Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz dürfen dann wieder ins Ausland reisen. Grund für die von vielen lang ersehnte Lockerung sei, dass dann in den meisten Regionen des Landes eine Impfquote von mehr als 80 Prozent erreicht sei.
  • Die deutschen Amtsärzte fordern mit Blick auf den Herbst eine Ausweitung der 3G-Regel sowie Corona-Informationspflichten in der Berufswelt.

Corona-News von Donnerstag, 30. September: RKI warnt vor steigenden Infektionszahlen im Herbst

  • Auch das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet für Herbst und Winter wieder einen Anstieg der Infektionszahlen. Im RKI-Wochenbericht werden als Gründe insbesondere eine "noch immer große Zahl" ungeimpfter Menschen und die Zunahme von Kontakten in Innenräumen angeführt.
  • Beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt oder anderen Anlässen gilt in Nordrhein-Westfalen ab diesem Freitag im Freien generell keine Maskenpflicht mehr. In Fußballstadien, Konzerten und bei anderen Großveranstaltungen ist wieder mehr Publikum zugelassen.
  • Angehörige und Freunde wollen in der kommenden Woche bei einer öffentlichen Trauerfeier in Idar-Oberstein Abschied von dem nach einem Streit um die Maskenpflicht erschossenen Tankstellen-Mitarbeiter nehmen. Bis zu 650 Menschen könnten am kommenden Donnerstag, 7. Oktober, an der Gedenkveranstaltung auf dem Messegelände teilnehmen, teilte die Stadt am Donnerstag mit.
  • Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnt angesichts von teils nicht ausreichenden Impfquoten vor einer verschlechterten Corona-Lage in Europa in diesem Herbst. .
  • Das mangelnde Tempo bei den Corona-Impfungen in ärmeren Ländern liegt an fehlendem Impfstoff, und dies ist nach Auffassung eines ranghohen Vertreters der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Marktmanipulationen zurückzuführen.
  • Nach einer langen Corona-Pause hat Bayern nun auch Volksfeste und andere öffentliche Festivitäten wieder erlaubt. Unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz gilt die 3G-Regel, wonach nur Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete Zutritt haben. Das teilte die Staatskanzlei nach einem Kabinettsbeschluss im Umlaufverfahren mit.
  • Kunden von Lufthansa, Ryanair, Eurowings und 13 weiteren Fluggesellschaften können künftig einfacher Erstattungen für zu Beginn der Corona-Pandemie annullierte Flüge bekommen. Zudem wollen die Airlines ihre Gäste besser über ihre Rechte informieren.
  • Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht hat die Lockerungen bei der Maskenpflicht an den Schulen in mehreren Bundesländern begrüßt. "Das freut mich für die Schülerinnen und Schüler sehr", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.
  • Unter dem Hashtag #allesaufdentisch sorgt eine Video-Aktion im Netz für Aufsehen, die unter anderem die Corona-Maßnahmen und die mediale Berichterstattung darüber kritisiert. Mit dabei sind etwa auch die Schauspieler Volker Bruch und Wotan Wilke Möhring, die bereits bei der Aktion #allesdichtmachen mitgemacht hatten.
  • Drei Viertel der Erwachsenen und ein gutes Drittel der Kinder zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag inzwischen 75,0 Prozent aller Menschen ab 18 Jahren bekommen - und 34,1 Prozent derer zwischen 12 und 17 Jahren.
  • Eine mögliche Impfempfehlung für Kinder unter 12 Jahren wird aus Sicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch schwieriger als die für 12- bis 17-Jährige. Kein Kind unter 17 sei in Deutschland ausschließlich an Covid-19 gestorben, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens der "Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag). Der Stiko-Chef erwartet zugleich erneut eine "Welle des politischen Drucks" mit Blick auf die Impfung jüngerer Kinder.
  • In Frankreich gelten die 3G-Regeln und die Gesundheitspass-Pflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie von Donnerstag an bereits für Kinder ab 12 Jahren und zwei Monaten.
  • Der australische Bundesstaat Victoria mit der Metropole Melbourne hat erneut einen massiven Anstieg der Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Nachdem bereits am Mittwoch ein Rekordwert von 950 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden war, kletterte die Zahl am Donnerstag auf 1438.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat davor gewarnt, in der aktuellen Phase der Regierungsbildung die Pandemie-Bekämpfung zu vernachlässigen. Stattdessen könne und müsse die Politik mehr tun, um bislang ungeimpfte Menschen von einer Impfungen zu überzeugen, sagte Lauterbach unserer Redaktion. Zudem setzt er nach eigenen Worten darauf, "dass sich 2G im Herbst stärker durchsetzen wird". Leider gebe es hier keine einheitliche Lösung für alle Bundesländer, sagte er.

Corona-News von Mittwoch, 29. September: YouTube verschärft Maßnahmen gegen Falschinformationen zu Impfungen

  • Zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking werden keine Zuschauer aus dem Ausland zugelassen. Zugang zu den Wettbewerben erhalten nur Einwohner Chinas, die umfassende Corona-Auflagen erfüllen. Ungeimpfte Athletinnen und Athleten müssen sich nach Einreise für drei Wochen in Quarantäne begeben.
  • Internationale Transportverbände und Gewerkschaften haben vor einem "Zusammenbrechen" der Lieferketten infolge der Corona-Pandemie gewarnt.
  • Wegen zahlreicher Corona-Fälle unter Israels arabischer Bevölkerung hat sich Ministerpräsident Naftali Bennett für Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote in dieser Bevölkerungsgruppe ausgesprochen.
  • Bei der US-Fluggesellschaft United Airlines, die eine Corona-Impfpflicht verfügt hat, haben mehr als 96 Prozent der Mitarbeiter die Anforderung erfüllt. Zugleich sei United dabei, knapp 600 Beschäftigte zu entlassen, die sich einer Impfung verweigerten, sagte Firmenchef Scott Kirby am Mittwoch im US-Sender CNBC. Lesen Sie auch: USA: Impfgegner werben nach Covid-Infektion für Impfung
  • Die Video-Plattform Youtube verschärft ihr Vorgehen gegen Falschinformationen von Impfgegnern. Wie die Google-Tochter am Mittwoch mitteilte, werden fortan Videos gelöscht, in denen fälschlicherweise behauptet werde, zugelassene Impfstoffe seien gefährlich. Youtube beschränkt sich dabei nicht auf Impfstoffe gegen das Coronavirus, sondern wendet die Regel auf Vakzine allgemein an. Nach eigenen Angaben löschte Youtube seit dem vergangenen Jahr 130.000 Videos.
  • Mitarbeiter einer Chemiefabrik in Bayern erhalten 500 Euro Impfprämie, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Chemische Fabrik Karl Bucher in Waldstetten (Landkreis Günzburg) will mit der Aktion vor allem Beschäftigte zur Impfung motivieren, die bisher unentschlossen waren.
  • Nach dem Tod einer 20-Jährigen nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson hat Slowenien die Verabreichung des Präparats ausgesetzt. Die 20-Jährige sei wenige Tage nach ihrer Impfung an einer Hirnblutung und einer Thrombose gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Ljubljana am Mittwoch mit.
  • Die Corona-Inzidenz sinkt tendenziell. Gibt es die vierte Welle also gar nicht? Lesen Sie dazu: Drosten und Co.: Das sagen Virologen zur vierten Welle
  • Schülerinnen und Schüler in Bayern sollen von nächster Woche an im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen. Dies kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München an. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zufolge endet die Maskenpflicht im Unterricht am 4. Oktober auch im Sportunterricht.
  • Er galt als einer der bekanntesten Musiker seines Landes und vertrat dieses 2007 sogar beim Eurovision Song Contest (2007) in Helsinki. Nun ist der Sänger und Songwriter Hayko im Alter von 48 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Lesen Sie dazu: Früherer ESC-Teilnehmer stirbt mit 48 Jahren an Covid-19
  • In Aachen sind vier Mitarbeiter eines Impfzentrums festgenommen worden. Es bestehe der Verdacht, dass sie sich möglicherweise in betrügerischer Absicht Originalunterlagen angeeignet hätten, sagte am Mittwoch eine Polizeisprecherin.
  • Die Städte fordern mehr Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene bei Freizeiteinrichtungen. "Wir müssen alles tun, um noch mehr Menschen fürs Impfen zu motivieren und die Impfquote zu steigern", sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Bundesländer haben für Veranstalter eine 2G-Regel als Option eingeführt - ergänzend zum generellen 3G-Modell, also Zugang zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.
  • Trotz eines seit fast zwei Monaten geltenden Lockdowns steigen die Corona-Zahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter. Die Behörden in der Region mit der Millionenmetropole Melbourne meldeten am Mittwoch 950 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Corona-News von Dienstag, 28. September: Virologe Drosten: Corona-Herbstwelle deutet sich mancherorts an

  • Der Virologe Christian Drosten hält die derzeitige Beruhigung der bundesweiten Corona-Infektionszahlen für ein vorübergehendes Phänomen. Es sei bereits zu sehen, dass in ostdeutschen Bundesländern die Inzidenz offenbar unabhängig vom Ferienende wieder Fahrt aufnehme. "Ich denke, da deutet sich jetzt die Herbst- und Winterwelle an, die wir im Oktober wohl wieder sehen werden", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstagabend in einem Auszug aus dem Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info.
  • Vor knapp einem Jahr waren in Dänemark Millionen Nerze wegen des Coronavirus gekeult worden - nun wird die Zucht der Tiere ein weiteres Jahr ausgesetzt. Das Zuchtverbot gelte auch 2022, sagte Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn am Dienstag vor Reportern. Nur so könnten die Bürger von einer Tier-zu-Mensch-Übertragung des Coronavirus geschützt werden.
  • Russland hat am Dienstag die bislang höchste Zahl an Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. Nach Angaben der Regierung starben innerhalb von 24 Stunden 852 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Insgesamt starben seit Beginn der Pandemie in Russland mehr als 205.500 Menschen - das ist die höchste Zahl in Europa.
  • Raucher haben Studien zufolge ein höheres Risiko für schwere Verläufe von Covid-19. Das bestätigen nun weitere Analysen, die britische Forschende in der Fachzeitschrift "Thorax" vorstellen. Demnach liegt der Anteil der Infizierten, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden oder sogar sterben, bei Rauchern merklich höher als bei Nichtrauchern. Die Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, könnte den Ergebnissen zufolge bei Menschen, die aktuell Raucher sind, fast doppelt so groß sein wie bei lebenslangen Nichtrauchern.
  • In Russland hat es so viele Corona-Tote innerhalb eines Tages gegeben wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor gut eineinhalb Jahren. 852 infizierte Menschen seien binnen 24 Stunden gestorben, teilten die Behörden am Dienstag mit. Schon seit Monaten verzeichnet das flächenmäßig größte Land der Erde mit rund 146 Millionen Einwohnern hohe tägliche Todeszahlen, in den vergangenen Tagen stiegen so noch weiter an. Laut offizieller Corona-Statistik starben insgesamt mehr als 205.500 Patienten mit dem Virus. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.
  • Italiens Fußballstadien dürften bald zu Dreivierteln mit Zuschauern gefüllt werden. Die Corona-Expertenkommission in Rom sprach sich dafür aus, die Kapazitäten in den Arenen von 50 auf 75 Prozent zu erhöhen. Dies hatte zuvor die Regierung vorgeschlagen. Voraussetzung für die Öffnung war die Ausweitung des sogenannten "Grünen Passes": In die Stadien dürfen also nur Zuschauer rein, die eine Impfung, Genesung oder einen aktuellen Corona-Test vorweisen können. In Sporthallen dürfen die Ränge zu 50 Prozent belegt werden.
  • Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss will Kabinenpersonal kündigen, das sich nicht gegen das Coronavirus impfen lässt. Das teilte die Swiss in Zürich am Dienstag auf Anfrage mit. Vorher hatten die Tamedia-Zeitungen darüber berichtet. Die Fluggesellschaft hatte im August die Impfpflicht für Besatzungen eingeführt. Bis 1. Dezember müssen alle vollständig geimpft sein. Hintergrund ist, dass viele Länder fliegendes Personal nur geimpft ins Land lassen wollen. Mehr als die Hälfte des Personals sei bereits geimpft, hieß es.
  • Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun fast drei Viertel der Erwachsenen und ein Drittel der Kinder zwischen 12 und 17 Jahren vollständig geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag inzwischen 74,7 Prozent aller Menschen ab 18 Jahren bekommen - und 33,2 Prozent derjenigen von 12 bis 17 Jahren. Mindestens eine erste Impfung haben demnach 78,6 Prozent der Erwachsenen und 41 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erhalten.
  • Vollständig geimpfte ausländische Touristen dürfen ab November wieder in den Iran einreisen. Die Visa erhalten die Touristen bei der Einreise ins Land, wie das Tourismusministerium laut Nachrichtenagentur Ilna am Dienstag mitteilte. Der Iran hatte im April 2020 die Einreise ausländischer Touristen wegen der Corona-Pandemie verboten.
  • Experten haben in Höhlen in Laos in Fledermäusen drei Coronaviren entdeckt - diese sollen Sars-CoV-2 so ähnlich sein wie bislang kein anderes Virus. Das Erbgut der drei Spezies von Hufeisennasen sollen zu mehr als 95 Prozent mit Sars-CoV-2 übereinstimmen.
  • Japan wird den Corona-Notstand zum Monatsende aufheben. Das kündigte der scheidende Ministerpräsident Yoshihide Suga am Dienstag an. Nach dem planmäßigen Ende der Maßnahmen am 30. September steht erstmals seit Anfang April keine Region des Inselreiches mehr unter Notstand oder Quasi-Notstand. Die Zahl der Neuinfektionen sowie der Patienten mit schweren Symptomen habe dramatisch abgenommen, sagte Suga im Parlament.
  • Hochdosis-Impfstoff für mehr Schutz heißt es in diesem Jahr für Menschen ab 60 Jahren, die sich gegen Grippe impfen lassen. Dieser spezielle Impfstoff unterscheidet sich durch bestimmte Wirkverstärker oder eine höhere Menge von enthaltenen Antigenen von den normalen Influenza-Impfstoffen..
  • Malaysia denkt über eine vorsichtige Öffnung seiner Grenzen für Geschäftsreisende und Urlauber nach. Die Regierung werde voraussichtlich noch in dieser Woche entscheiden, ob und wann vollständig geimpfte Malaysier wieder ins Ausland und Ausländer nach Malaysia reisen dürfen, berichtete die Zeitung "The Star" am Dienstag unter Berufung auf den Vorsitzenden des "National Recovery Council" (Rat für die nationale Wiederbelebung), Muhyiddin Yassin.
  • Thailand bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle immer besser in den Griff. Am Dienstag meldeten die Behörden in Bangkok rund 9400 Neuinfektionen - so wenige, wie seit Mitte Juli nicht mehr. Die höchste jemals in dem südostasiatischen Land verzeichnete Zahl waren 23 400 neue Fällen innerhalb von 24 Stunden am 13. August. Bislang ist jedoch nur etwa ein Viertel der rund 70 Millionen Einwohner vollständig geimpft. Lesen Sie auch: Corona-Pandemie: Wo es die Deutschen in den Urlaub hinzieht
  • Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat eine Corona-Impfpflicht für Erzieherinnen, Lehrkräfte sowie Beschäftigte in Gesundheitsberufen und der Pflege ins Gespräch gebracht. "Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken", sagte Fischbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).

(fmg/dpa/afp/epd)

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