Impfschutz

Biontech und Moderna: So gut schützt Impfung vor Omikron

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Omikron-Variante: WHO warnt vor "sehr hohem Risiko"

Omikron-Variante: WHO warnt vor "sehr hohem Risiko"

Die Weltgesundheitsorganisation stuft das Risiko durch die neue Omikron-Variante des Coronavirus weltweit als "sehr hoch" ein. Ein starker Anstieg der Infektionsfälle durch die Omikron-Variante könne schwerwiegende Folgen haben, warnte die WHO in Genf. of the World Health Organization (WHO) headquarters building in Geneva

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Berlin.  Die Corona-Variante Omikron ist in Deutschland mittlerweile dominant. Doch wie gut schützt eigentlich die Impfung vor der Variante?

  • Die Corona-Variante Omikron ist in vielen Ländern vorherrschend
  • Ersten Studien zufolge könnte der Impfschutz gegen Omikron geringer ausfallen
  • Was bisher bekannt ist

Im November 2021 wurde die neue Variante des Coronavirus in Südafrika entdeckt: Omikron. Mittlerweile ist die Variante in vielen Ländern der Welt vorherrschend – auch in Deutschland. Damit hat Omikron die bisher dominierende Delta-Variante weitgehend verdrängt.

Das besondere an der Variante ist die hohe Anzahl an Mutationen des Spike-Proteins – quasi die Brechstange, mit der das Virus in die Zelle einbricht. Gegen das Spike-Protein sind auch viele Impfstoffe gerichtet. Laut RKI-Chef Lothar Wieler gibt es einige Mutationen an Stellen, an die neutralisierende und therapeutische Antikörper binden.

Biontech und Moderna: Wie gut schützen Impfstoffe gegen Omikron?

Sorgen bereitet – neben der offenbar nochmals höheren Ansteckungsgefahr – vor allem die Möglichkeit, dass Omikron in der Lage sein könnte, den Impfschutz auszuhebeln. Zumindest ein Stück weit. "Die neue Variante scheint zum ersten Mal eine echte massive Durchbruchsvariante zu sein", twitterte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Ende des vergangenen Jahres besorgt und teilte einen Tweet des Harvard-Epidemiologen Eric Feigl-Ding.

"Verdammt, sieht so aus, als ob die Variante wirklich den Impfschutz umgehen kann", hatte der Wissenschaftler in für ihn typisch markigem Ton getwittert und seinerseits auf einen Tweet verwiesen, der mitteilte, die beiden B.1.1529-Infektionen in einem Quarantäne-Hotel in Honkong seien bei vollständig mit dem Biontech-Impfstoff geimpften Patienten aufgetreten.

Omikron: Wirksamkeit der Impfstoffe wohl geringer

Bisher gibt es nur wenige Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe in Bezug auf die Omikron-Variante. Grundsätzlich, so schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI), würden allerdings die existierenden Studien darauf hindeuten, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen eine Infektion überhaupt und gegen eine symptomatische Infektion bei Omikron im Vergleich zur Delta-Variante reduziert sein könnte. Vor allem bei Personen, die nur zweimal geimpft sind, nehme die Wirksamkeit nach zwei bis drei Monaten ab.

Der Schutz vor einer Hospitalisierung sei zwar ebenfalls geringer, aber dennoch weiterhin hoch, schreibt das RKI. Nach einer Auffrischimpfung nehme die Impfeffektivität allerdings wieder deutlich zu. Menschen, die eine Booster-Impfung erhalten haben, seien daher auch deutlich besser sowohl gegen eine Ansteckung als auch eine Erkrankung geschützt.

Biontech-Chef Ugur Sahin erklärte bezüglich der Wirksamkeit der Impfung: "Impfstoffe bieten nach wie vor einen hohen Schutz vor schweren Verläufen durch Omikron." Erste Daten würden allerdings darauf hindeuten, "dass der Impfschutz gegenüber Infektionen sowie milden bis moderaten Covid-19-Erkrankungen schneller nachlässt als bei vorherigen SARS-CoV-2-Stämmen."

Booster-Impfung wirksam gegen Omikron

Christian Drosten verwies im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" auf Daten einer dänischen Studie, die zeigten, dass die dritte Impfung das Risiko für eine Omikron-Ansteckung stark senke und daher eine wichtige Rolle für die Eindämmung der Verbreitung spiele.

Auch eine von der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA vorgestellte Studie weist darauf hin, dass Booster-Impfungen der besonders gefährdeten Gruppe der Senioren auch bei Omikron einen hohen Schutz vor schweren Verläufen bieten. Drei Monate nach der Drittimpfung lag der Schutz vor Einlieferung ins Krankenhaus für Menschen ab 65 Jahren demnach bei rund 90 Prozent. Der Schutz vor einer Corona-Infektion mit milden Symptomen betrug hingegen nur noch rund 30 Prozent, wie die vorläufigen Daten zeigen.

So reagieren Biontech und Moderna auf die Corona-Variante

Sowohl Biontech als auch Moderna forschen derzeit an einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff. Beide Impfstoffhersteller haben bereits im Januar mit ersten klinischen Studien zu den neuen Vakzinen begonnen, um die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der Kandidaten zu prüfen. Bis diese zur Verfügung stehen könnten, könnte es allerdings noch etwas dauern.

Entgegen früherer Ankündigungen, dass das Vakzin schon Ende März verfügbar sein könnte, erklärte Biontech-Chef Ugur Sahin im Februar gegenüber "Bild Live", dass der Auslieferungstermin wohl April oder Mai sein werde. Ein Omikron-Booster von Moderna könnte nach derzeitigen Kenntnissen wohl im August verfügbar sein.

(pcl/mit dpa/csr)

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