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Omikron-Variante: Schnelltest besser in Nase oder Mund?

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Corona: Diese verschiedenen Testverfahren gibt es

Corona: Diese verschiedenen Testverfahren gibt es

Eine Übersicht über die Testverfahren für das Coronavirus.

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Berlin  Reichen Nasenabstriche nicht aus, eine Omikron-Infektion zu entdecken? Derzeit wird diskutiert, ob Speichelproben zuverlässiger sind.

  • Corona-Schnelltests gelten im Kampf gegen die Pandemie als wichtiges Werkzeug
  • Doch noch ist nicht ganz sicher, ob Schnelltests bei der Omikron-Variante zuverlässig wirken
  • Einen entscheidenden Unterschied kann machen, ob man im Mund oder in der Nase testet

Führen Nasenabstriche bei Corona-Selbsttests nicht mehr so zuverlässig dazu, dass die Tests Hinweise auf eine Infektion mit der Omikron-Variante liefern? In den sozialen Netzwerken häufen sich derzeit Berichte, nach denen vor allem Abstriche aus dem Mund-Rachenraum positive Testergebnisse liefern. Proben aus dem Nasenraum führten Berichten zufolge auch bei mehreren Tests hintereinander nicht dazu, dass eine Infektion entdeckt wurde.

So empfiehlt etwa der Harvard-Epidemiologe Eric Feigl-Ding bei Twitter, dass Probenmaterial für einen Selbsttest aus dem Rachenraum entnommen werden sollte. Er fordert, dass die Teststrategien angepasst werden. "Es wird zunehmend klar, dass Omikron ein ganz anderes Biest ist", schreibt der Experte dazu unter dem Hashtag #swabyourthroat (dt.: "Mache einen Rachenabstrich"). Speichelproben aus dem Rachenraum eigneten sich viel besser, eine Omikron-Infektion zu entdecken.

Dabei beruft sich der Wissenschaftler nicht nur auf das Hören-Sagen bei Twitter, sondern auch auf eine Studie von der University of Cape Town, im südafrikanischen Kapstadt. "Speichelproben, also Rachenabstriche, sind viel besser bei der Diagnose einer Omikron-Infektion", schreibt Feigl-Ding mit Verweis auf die Arbeit.

Omikron in Speichelproben nachweisbarer?

Die vorläufigen Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Rachenabstriche bei einer Omikron-Infektion tatsächlich zu verlässlicheren Selbsttest-Ergebnissen führen könnten. Die Autorinnen und Autoren der bislang noch nicht in einem Peer-Review-Verfahren begutachteten Arbeit verglichen die Testergebnisse von 382 nicht-hospitalisierten Patientinnen und Patienten, die akute Covid-Symptome zeigten. Speichelproben führten in der Studie verlässlicher als Proben aus dem Nasen-Rachenraum dazu, dass eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus entdeckt wurde.

Die Proben wurden von den Studienteilnehmenden unter medizinischer Aufsicht an den Backeninnenseiten, unter und über der Zunge sowie am Gaumen entnommen. Zuvor sollten die Probandinnen und Probanden mehrfach in die Armbeuge husten.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass bei einer Omikron-Infektion mehr Virusausscheidung im Speichel als in Nasenabstrichen zu finden ist, was zu besseren Diagnoseergebnissen bei Speichelproben führt", schließen die Forschenden aus ihren Daten. Proben, die der Nase oder der Nasen-Rachenschleimhaut entnommen werden, könnten hingegen zur Diagnose einer Omikron-Infektion "weniger geeignet sein". Mehr zum Thema: Warum Omikron das Ende der Pandemie bringen könnte

Studie nur begrenzt aussagekräftig

Die Aussagekraft der Arbeit scheint allerdings begrenzt. Der Virologe Lawrence Young von der Universität Warwick sagte dem britischen "Guardian" dazu, es handle sich lediglich um eine kleine Studie unter Patienten, die akute Symptome zeigten. Zwar bestätige die Studie bisherige Arbeiten, nach denen Speicheltests nützlich sein könnten, weil die Probenentnahme einfacher sei. "Ich halte die Studie aber nicht für aussagekräftig genug, um aus ihr Schlüsse für das Verhalten der Omikron-Variante zu ziehen", so der Forscher.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat zuletzt die in Deutschland erhältlichen Antigen-Selbst- und Schnelltests hinsichtlich ihrer Fähigkeit, eine Omikron-Infektion zu entdecken, überprüft. Auf Grundlage der aktuellen Datenlage geht das PEI davon aus, "dass die allermeinsten der in Deutschland angebotenen und positiv bewerteten Antigentest eine Omikron-Infektion nachweisen können", heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

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