Corona-Impfung

Biontech-Impfung abgelaufen: Weitere Fälle werden bekannt

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Gesundheitsminister der Länder folgen Stiko-Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen

Gesundheitsminister der Länder folgen Stiko-Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen

Die Gesundheitsminister der Länder folgen dem Beschluss der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Corona-Auffrischungsimpfungen bereits nach drei Monaten. Die Stiko hatte am Dienstag eine Auffrischung der Corona-Impfung nach drei Monaten empfohlen - zuvor waren es sechs Monate.

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Tausende wurden mit abgelaufenen Biontech-Dosen injiziert. Sind sie jetzt weniger geschützt? Was das Paul-Ehrlich-Institut dazu sagt.

  • In mehreren Impfzentren in Deutschland hat es Pannen bei der Corona-Impfung gegeben
  • In Bayern und Nordrhein-Westfalen haben Menschen abgelaufenen Impfstoff erhalten
  • Welche Folgen hat das? Mediziner beruhigen – und das Paul-Ehrlich-Institut klärt auf

Es ist eine Impfpanne, die bundesweit Schlagzeilen macht: In Deutschland haben fast 4000 Menschen in verschiedenen Impfzentren eine Corona-Impfung mit abgelaufenem Impfstoff erhalten. In Oberbayern wurden Anfang des Jahres rund 1800 Menschen mit Biontech-Dosen geimpft, deren Verfallsdatum überschritten war.

In Köln wurden rund um den Jahreswechsel fast 2000 abgelaufene Moderna-Dosen verabreicht. Die zuständigen Gesundheitsministerien sprechen in beiden Fällen von menschlichem Versagen, das zur Impfpanne geführt hat.

Biontech-Impfung: Weitere abgelaufene Dosen verimpft

Wie am Donnerstag bekannt wurde, gab es eine ähnliche Panne auch in einem weiteren Impfzentrum. In einem Impfzentrum in Ingolstadt ist ebenfalls versehentlich abgelaufener Impfstoff verwendet worden. In 201 Fällen wurde demnach vergangene Woche (4. und 5. Januar) der Biontech-Impfstoff verimpft, dessen Haltbarkeitsdatum ein bis zwei Tage (am 3. Januar) abgelaufen war, wie die Stadt Ingolstadt mitteilte.

Mitarbeitende der Außenstelle Unsernherrn des Impfzentrums Ingolstadt hätten das Ablaufdatum der Charge übersehen, als sie den Impfstoff aus der Kühlung genommen hatten, erklärte ein Stadtsprecher.

Obwohl das Haltbarkeitsdatum der Impfstoffdosen in beiden Fällen nur wenige Tage überschritten war, haben die Vorfälle dennoch Konsequenzen. Der Fehler sei bei einer internen Kontrolle festgestellt und an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden. Betroffene der Impfpanne in Ingolstadt werden laut Stadtverwaltung vom Impfzentrum kontaktiert und aufgeklärt. Betroffene können einen kostenlosen Bluttest machen, der die Antikörperwerte bestimmt.

Gesundheitliche Folgen bestünden laut der ärztlichen Leitung des Impfzentrums nicht, auch der Impfschutz bleibe bestehen. Dem "Bayerischen Rundfunk" sagte eine Impfexpertin vom Klinikum Rechts der Isar in München, das Vakzin verliere seine Wirksamkeit nicht mit Ablauf des Haltbarkeitsdatums – erst Recht nicht, wenn es sich nur um einige Tage handle.

Abgelaufene Impfdosen: Keine gesundheitliche Gefahr

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland überwacht, teilt mit, dass von abgelaufenen Impfstoffen zwar keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Die Experten können jedoch nicht ausschließen, dass beim Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde „gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit“ auftreten. Das Institut gehe jedoch ausdrücklich nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus.

Weil es bereits Tausende Betroffene gibt, hat das PEI nun bei Fällen von Impfungen mit verfallenem Vakzin eine Empfehlung gegeben.

Manche Betroffene müssen zum vierten Mal geimpft werden

In Fällen von Erstimpfungen mit verfallenen Vakzinen soll eine Zweitimpfung die Wirksamkeitseinbußen ausgleichen. Wer mit falsch gelagertem Impfstoff zum zweiten Mal injiziert wurde, sollte nach drei Monaten mit einer Drittimpfung geboostert werden.

Wer dagegen seine Boosterimpfung mit dem verfallenen Impfstoff erhalten habe, sollte bereits ein viertes Mal geimpft werden – frühestens vier Wochen und spätestens drei Monaten nach der dritten Impfung.

Die Stadt Köln hat den Betroffenen bereits weitere Impfangebote in Aussicht gestellt. „Wir werden die Betroffenen zeitnah anschreiben und ihnen ein kurzfristiges Impfangebot mit den jeweils empfohlenen Zeitfenstern machen“, hieß es in einer Mitteilung. In Oberbayern können Betroffene kostenlos ihre Antikörper bestimmen lassen und sich gegebenenfalls erneut impfen lassen.

Das bayerische Gesundheitsministerium teilte unterdessen mit, dass bayernweit ein weiterer ähnlicher Fall bekannt geworden ist. Details nannte das Ministerium aber nicht. Zuständig für das betroffene Impfzentrum sei ebenfalls die Regierung von Oberbayern.

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