Corona-Maßnahmen

Corona: Was der "Freedom Day" in Deutschland bedeutet

| Lesedauer: 3 Minuten
Scholz kündigt Corona-Lockerungen in drei Stufen an

Scholz kündigt Corona-Lockerungen in drei Stufen an

Am 20. März sollen die meisten Corona-Beschränkungen enden - darauf haben sich Bund und Länder in ihrer Spitzenrunde geeinigt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder verständigten sich auf einen Drei-Stufen-Plan, der die Einschränkungen schrittweise zurückführen soll.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Viele fiebern dem sogenannten "Freedom Day" entgegen, an dem die Corona-Maßnahmen fallen. Lesen Sie, was das für Deutschland bedeutet.

Die Corona-Zahlen in Deutschland liegen immer noch auf einem extrem hohen Niveau. Allerdings sind in der Omikron-Welle die Krankheitsverläufe deutlich milder als während der Delta-Welle. Deshalb beschlossen Bund und Länder am Mittwoch, die meisten Corona-Regeln bis zum 20. März aufzuheben. Der 20. März wird so zum sogenannten "Freedom Day".

Corona: Was bedeutet "Freedom Day"?

Der Begriff "Freedom Day" kommt aus dem Englischen und bedeutet wortwörtlich "Tag der Freiheit". Damit ist in vielen Ländern der Tag gemeint, an dem die meisten Corona-Beschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger wegfallen. In Dänemark und Großbritannien gab es die "Freedom Days" schon; sie sorgten für Bilder von Menschen, die ausgelassen auf den Straßen feierten und die Pandemie quasi für beendet erklärten.

Geprägt wurde der Begriff vom britischen Premierminister Boris Johnson, der den 19. Juli 2021 zum "Freedom Day" machte – vorschnell, wie sich zeigte. Durch die Delta- und Omikron-Welle schossen auch in Großbritannien die Corona-Zahlen erneut in die Höhe. Manche Einschränkungen mussten wieder eingeführt werden.

Wann feiert Deutschland den "Freedom Day"?

Aller Voraussicht nach am 20. März. Auf dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch kündigten BundeskanzlerOlaf Scholz (SPD), Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) an, die meisten Corona-Beschränkungen bis zum 20. März aufzuheben.

Bundeskanzler Scholz will trotzdem nicht vom "Freedom Day" sprechen. "Ich halte von solchen Begriffen nichts", sagte der Kanzler. "Sie wären dem Ernst der Lage auch nicht angemessen."

Für viele andere hat der 20. März allerdings schon etwas mit wiedergewonnener Freiheit zu tun.

In einem ersten Lockerungsschritt sollen zunächst Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene im Privatbereich fallen. Zugangsbeschränkungen zum Einzelhandel sollen bis auf die Maskenpflicht aufgehoben werden. Der zweite Schritt greift bundesweit zum 4. März: Dann gilt für Gastronomie und Hotelübernachtungen wieder die 3G-Regelung. In einem dritten Schritt entfallen ab dem 20. März alle "tiefgreifenderen Schutzmaßnahmen" wie zum Beispiel die Homeoffice-Pflicht.

Corona: Was bedeutet der "Freedom Day für Ungeimpfte"?

Ungeimpfte erleben den "Freedom Day" zeitverzögert. Die geltenden Beschränkungen für private Zusammenkünfte (maximal zehn Personen) bleiben für sie bis zum 19. März bestehen. Für alle anderen laufen sie in den nächsten Tagen aus.

Besser haben es Ungeimpfte in Schleswig-Holstein. In einer Protokollnotiz zu den Beschlüssen von Bund und Ländern kündigt die Kieler Regierung an, die hohe Impf- und Boosterquote in allen Altersgruppen sowie die stabile Situation in den Krankenhäusern ermöglichten bereits im ersten Schritt "eine moderate Anpassung der Kontaktbeschränkungen für Zusammenkünfte an denen auch Ungeimpfte teilnehmen".

Mit negativen Test können Ungeimpfte ab dem 4. März wieder shoppen und ins Restaurant gehen, nicht aber Diskotheken und Clubs besuchen. Auch bei überregionalen Großveranstaltungen müssen sie draußen bleiben.

Ob und wann auch diese Beschränkungen für sie wegfallen, ist offen. Fakt ist, dass Bund und Länder eine allgemeine Impfpflicht anstreben. Eine Entscheidung des Bundestages wird im März erwartet. Bis zum Ende des Sommers bliebe Zeit, sie umzusetzen. Ist eine Impfpflicht erst einmal in Kraft getreten, erübrigt sich jede Differenzierung. Wer danach beispielsweise in einem Club und oder im Fußballstadion ohne Impfnachweis erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe.

Lesen Sie auch: Ärger um Genesenenstatus: Lauterbach entzieht RKI Befugnis

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder