Weitere acht Bundeswehrsoldaten unterstützen Peiner Klinikum

Peine.  Sie helfen in allen Stationen bei der Eindämmung der Corona-Pandemie. Der Landkreis erinnert an Kontrollen auch in Sachen Privatfeiern.

Oberstleutnant Diethard Kaiser (links), Leiter des Kreisverbindungskommandos Peine, mit den abgeordneten Soldaten sowie Pflegekräften des Klinikums Peine.

Oberstleutnant Diethard Kaiser (links), Leiter des Kreisverbindungskommandos Peine, mit den abgeordneten Soldaten sowie Pflegekräften des Klinikums Peine.

Foto: Landkreis

Was wäre Deutschland ohne die Bundeswehr ? Die Kreisverwaltung und das Peiner Klinikum sind sehr froh, dass es die Soldaten gibt – in diesen schwierigen Pandemie-Zeiten. Der Grund: Seit dem heutigen Freitag unterstützen acht Bundeswehrsoldaten das Krankenhaus – „Amtshilfe“ nennt sich das im nüchternen Behördendeutsch. Dabei geht es um Hilfe bei der Eindämmung der Corona-Krise – also um Menschenleben. Eine weitere Soldatin ist bereits seit Montag als Rettungssanitäterin im Klinikum eingesetzt.

„Ich bin froh über die schnelle Abordnung und danke insbesondere Oberstleutnant Diethard Kaiser für sein außerordentliches Engagement “, betont Erster Kreisrat Henning Heiß, Leiter des Krisenstabs des Landkreises Peine. Kaiser ist als Leiter des Kreisverbindungskommandos Peine der für diese Unterstützung Verantwortliche bei der Bundeswehr.

„Dank der Soldaten können wir die Patientenversorgung auf hohem Niveau halten“

Die fünf Rettungssanitäter und vier Hilfskräfte sind im Klinikum je nach Qualifikation in verschiedenen Stationen tätig. „Unsere Einrichtung hat aufgrund der Zunahme von Corona-Patienten einerseits und Krankheits- und Quarantänefällen beim Personal andererseits mit Engpässen zu kämpfen“, macht Klinikums-Geschäftsführer Wolfgang Jitschin deutlich – auch er bedankt sich bei der Bundeswehr für die kurzfristig bereitgestellte „Man- und Womanpower“, denn: „Dank dieser Hilfe in allen Stationen ist es uns möglich, die Patientenversorgung im Kreis Peine weiter auf hohem Niveau zu halten“. Die neun Soldaten werden zunächst für vier Wochen im Klinikum helfen – eine Verlängerung ist aber möglich.

Zur Situation im Klinikum teilt der Landkreis, der das Krankenhaus mit der Stadt Peine betreibt, mit: „Zurzeit haben wir im Klinikum 32 Betten für Corona-Patienten auf der Normalstation – 20 für bestätigte Fälle und 12 für Verdachtsfälle“, informiert Sprecher Fabian Laaß. Zudem halte die Einrichtung auf der Intensivstation sechs Betten für Corona-Patienten vor – alle mit Beatmungsmöglichkeit . „Wir nehmen aber bauliche Anpassungen vor, um die Zahl der ,Corona’-Betten bei Bedarf zu erhöhen“, setzt Laaß hinzu. Am Freitagmittag habe die Belegung der ,Corona’-Betten so ausgesehen: bei den bestätigten Fällen eine Person auf der Intensivstation und neun Menschen auf der Normalstation; bei den Verdachtsfällen ebenfalls eine Person auf der Intensivstation und vier Menschen auf der Normalstation.

Zuzüglich zu den neun Soldaten im Klinikum sind sechs Bundeswehrangehörige an das Kreis- Gesundheitsamt abgeordnet – zur Kontaktnachfolgung (insgesamt also 15 Soldaten): Ein weiterer Soldat wird im Klinikum voraussichtlich ab Montag als Hilfskraft arbeiten.

Landkreis kündigt Kontrollen auch von Privatfeiern an

Vergleichsweise ist der Landkreis Peine in der Region zurzeit stark von „Corona“ betroffen: Die Sieben-Tage-Inzidenz – der Wert bildet die Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ab – ist nur in Salzgitter höher als im Kreisgebiet. Als wichtigen Grund dafür macht die Kreisverwaltung die privaten Feiern aus. „Landkreis, Stadt Peine und Polizei kontrollieren seit Wochen verstärkt die Einhaltung der Corona-Vorschriften “, betont Laaß. Hinweisen aus der Bevölkerung werde nachgegangen, Verstöße würden geahndet – etwa bei Meldungen einer Ruhestörung und damit gegebenenfalls einer nicht den Corona-Regeln entsprechenden privaten Feier. Der Kreissprecher: „Wir setzen auf die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein unserer Bevölkerung, die Corona-Vorschriften einzuhalten, um sich und andere zu schützen.“

Kommentar von Harald Meyer (Redakteur der Braunschweiger Zeitung/Peiner Nachrichten):

Schluss mit diesen Privatpartys

Selbst dem Letzten müsste klar sein: Diese Pandemie hat uns alle fest im Griff, jeden Tag sterben Menschen. Daher: Schluss mit lustig! Private Feiern in verboten großer Runde – damit hat es sich eben in diesen Zeiten, auch in den eigenen vier Wänden. Zwar macht der Landkreis solche Zusammenkünfte als Grund für die hohe Infektionsrate aus, aber es bei Appellen an die Vernunft der Menschen zu belassen, reicht leider nicht aus – genauso wenig wie offenkundig die bisherigen Kontrollen.Alternativlos ist ein Gang höher zu schalten: Im Schulterschluss müssen Landkreis und Polizei in die Offensive gehen und ausdrücklich öffentlich um Hinweise aus der Bevölkerung auf Privatpartys bitten. Klar gibt es die Gefahr des Denunziantentums, doch die ist allemal hinnehmbarer als die Gefahr durch Corona. Zu helfen ist im Kampf gegen die Partylaune nur mit Geldstrafen und der Gewissheit, dass jeder einzelne Übeltäter auch belangt werden kann – das sollte uns allen am Herzen liegen.

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