Leere Tierpension, leere Kasse im Peiner Tierheim

Peine.  Das Corona-Jahr 2020 hat ein Loch in die Kasse des Tierschutzvereins Peine gerissen. Der Verein hofft auf Geld vom Land und Spenden.

Adriana Kötz, Katzen-Chefin im Peiner Tierheim, sieht nach zwei ihrer Pfleglinge.

Adriana Kötz, Katzen-Chefin im Peiner Tierheim, sieht nach zwei ihrer Pfleglinge.

Foto: Tierheim

Das Corona-Jahr 2020 hat den Tierschutzverein Peine finanziell ordentlich gebeutelt. "Die Menschen sind nicht in Urlaub gefahren, unsere Ferien-Tier-Pension ist deshalb leer geblieben", sagt Günter Diederichs, Vorsitzender des Tierschutzvereins. "Das Sommerfest ist ausgefallen, auch das Weihnachtsfest", berichtet er weiter. Erstmals wollte der Verein beim Peiner Weihnachtsmarkt mit einem Stand vertreten sein - aber auch dieses Vorhaben machte Corona zunichte. Den Verlust des Jahres 2020 beziffert Günter Diederichs mit 70.000 bis 75.000 Euro.

Die Spendenbereitschaft ist groß

Der Vorsitzende hofft, dass der Verein aus dem Fördertopf des Landwirtschaftsministeriums für Tierheime zumindest eine kleine Finanzspritze erhält. Wir bekommen aber auch jeden Tag Überweisungen von Tierfreunden, die uns helfen wollen. Die Spendenbereitschaft ist groß.“ Mal seien es 5 Euro, mal zehn, "und jeder Betrag hilft“. Kürzlich habe eine ältere Dame aus Broistedt dem Tierschutzverein sogar 3000 Euro gespendet. Als er sich bei ihr mit einem Blumenstrauß bedankte, habe sie ihm ihren Beweggrund für die große Spende erzählt. "Sie sagte, sie hatte eigentlich eine kleine Kreuzfahrt geplant. Da sie bedingt durch die Corona-Pandemie aber nicht verreisen konnte, spende sie ihr Urlaubsgeld dem Tierheim. Sie sagte: Bei Ihnen ist das Geld gut aufgehoben."


Da will der Vorsitzende des Tierschutzvereins nicht widersprechen: Der Betrieb des Tierheims koste jährlich rund 350.000 Euro, erklärt er. "170.000 Euro bekommen wir von der Stadt und den Gemeinden - den Rest müssen wir finanzieren." Noch lieber als Spenden hier und da wären dem Vorsitzenden allerdings weitere Mitglieder. Diederichs: „Denn die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen sind eine feste Größe, mit denen der Verein planen kann. Ein Jahresbeitrag kostet 24 Euro."

Viele Menschen erfüllen sich Haustier-Wunsch

Wie in fast allen Tierheimen, wurden auch im Peiner Heim während des ersten Lockdowns besonders viele Hunde vermittelt. "Viele Menschen sind zu Hause, haben Zeit", sagt Günter Diederichs. In dieser Situation hätten viele sich den Wunsch nach einem Haustier erfüllt. "Im April und Mai hatten wir zeitweise Tiere mehr. Wir haben deshalb zu anderen Tierheimen Kontakt aufgenommen." Besonders gut sei mittlerweile der Kontakt zum Hamburger Tierheim. Laut Gesetz gelten in Hamburg American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie Mischlinge mit diesen Rassen als gefährlich.

Erfüllen die Halter nicht die erforderlichen Auflagen, solche Hunde zu halten, landen Pitbull & Co im Tierheim. Das Hamburger Tierheim gebe sich große Mühe mit diesen Hunden, könne sie aber wegen der hohen Auflagen kaum vermitteln, der Vorsitzende des Peiner Vereins. "Wir haben aus Hamburg viele tolle Hunde bekommen und vermittelt", sagt Günter Diederichs. Anders als in Hamburg reiche in Niedersachsen ein "Hundeführerschein" aus. "Wir haben aber auch Hunde aus Spanien und Polen vermittelt", berichtet er weiter. Aktuell wolle Rumänien vor allem Welpen abgeben, auch das werde geprüft, "in enger Absprache mit dem Veterinäramt".

Voliere für Kanarienvögel gebaut

Auch Meerschweinchen und Kanarienvögel hat das Peiner Tierheim aus Hamburg aufgenommen. Für die Kanarienvögel wurde eigens eine Voliere gebaut. „Wir haben eine Abstellkammer umgebaut“, berichtet Tierheim-Leiterin Heike Brakemeier beim Rundgang. Durch eine Luke gelangt das bunt gefiederte Völkchen in die Außenvoliere. Auf dem Freigelände tummeln sich Laufenten, auch sie sind „Findlinge“. Bei den Meerschweinchen wird noch abgewartet, ob es Nachwuchs gibt.

Tiertafel soll ausgebaut werden

Weiterhin gut angenommen werde die Tiertafel, die seit Sommer 2019 angeboten wird, berichtet der Vorsitzende weiter. Bedürftige Tierhalter bekommen dort einmal im Monat Futter für Hunde, Katzen, Vögel wie Nagetiere. Bestückt wird die Tafel mit Futterspenden, der Tierschutzverein kauft aus Spendengeldern weitere Futtermittel dazu. An der Tafel bedienen dürfen sich Tierhalter, die ihre Bedürftigkeit
mit einem Arbeitslosengeld II - oder Renten-Bescheid nachweisen können. „Wir wollen das Angebot der Tiertafel noch ausbauen, kündigt der Vorsitzende an. Das Tierheim hat während der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen. Wer sich für ein Tier interessiert, wird gebeten, einen Termin zu vereinbaren. Weitere Informationen gibt es auf der Seite tierheim-peine.de, (05171) 52558 und E-Mail: info@tierheim-peine.de

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