Mord am „Heidkrug“ an der B 214: Polizei ermittelt wieder

Edemissen.  Im Mai 1994 wurde dort der Handwerker Artur L. aus Braunschweig angeschossen und starb. Der unaufgeklärte Fall wird jetzt neu aufgerollt.

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Tatort eines Mordfalls im Jahr 1994: die ehemalige Gaststätte „Heidkrug" bei Edemissen an der Bundesstraße 214 Braunschweig–Celle.

Tatort eines Mordfalls im Jahr 1994: die ehemalige Gaststätte „Heidkrug" bei Edemissen an der Bundesstraße 214 Braunschweig–Celle.

Foto: Polizei Peine

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat in einem Cold-Case- Fall aus dem Jahr 1994 die Ermittlungen erneut aufgenommen. Dafür wurde im Zentralen Kriminaldienst der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel eine Mordkommission eingerichtet.

Es geht um einen ungeklärten Mordfall im Gebiet der Gemeinde Edemissen – passiert am Mittwoch, 4. Mai 1994, gegen 22.10 Uhr, direkt vor der ehemaligen Gaststätte „Heidkrug“ an der Bundesstraße 214 (Braunschweig–Celle).

„Kalte“ Mordfälle können noch nach Jahrzehnten aufgeklärt werden

Als Cold-Case-Ermittlungen werden neue polizeiliche Ermittlungen in einem bisher ungeklärten Kriminalfall bezeichnet. Mord verjährt nicht, und die Kriminaltechnik wird ständig weiterentwickelt (Stichwort: DNA-Analyse). Hinzu kommen neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich Tatort- oder Täterverhaltensanalyse. Deshalb können „kalte“ Mordfälle auch nach Jahrzehnten noch aufgeklärt werden und zur Verurteilung des Täters führen.

Zu dem vorliegenden Fall haben die Staatsanwaltschaft und die Polizeiinspektion am Dienstagabend eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Die bisherigen polizeilichen Ermittlungen haben demnach ergeben, dass der getötete Artur L., damals 52 Jahre alt, zur Tatzeit in seinem Fahrzeug sitzend angeschossen wurde. Das Fahrzeug des Opfers stand zur Tatzeit vor dem Gebäude in unmittelbarer Nähe zur Fahrbahn.

Der Ort ist auch als „Sauerfleischkurve“ bekannt. Die ehemalige Gaststätte befindet sich in Fahrtrichtung Braunschweig.

Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen verstarb der Mann zwei Tage später in einem Krankenhaus in Hannover.

Die Polizei in Peine richtete damals eine Mordkommission ein, um die Tat zu klären. Trotz zahlreicher Ermittlungen im persönlichen und geschäftlichen Umfeld des getöteten selbstständigen Handwerkers aus Braunschweig konnte die Tat nicht aufgeklärt werden. Die Ermittlungen wurden 1995 eingestellt.

Polizei: Auch die kleinsten Hinweise sind von großer Wichtigkeit

Nun sucht die Polizei für die Neuaufnahme der Ermittlungen Zeugen und geht neuen Spuren nach: Gefragt wird, wer sich an jeglichen Personen und an jeglichen Fahrzeugverkehr in diesem Zeitraum und am Tatort erinnern können. „Auch die kleinsten Hinweise sind für die Ermittler von großer Wichtigkeit“, betont Polizeisprecher Matthias Pintak.

Zeugen werden gebeten, sich in jedem Fall bei der Polizei in Salzgitter zu melden: (05341) 18970.

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