Wieder Schwarzer bei Polizeieinsatz in den USA getötet

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Der erschossene Casey Goodson Jr. (23). Der Anwalt von Goodsons Familie hat dieses Foto veröffentlicht.

Der erschossene Casey Goodson Jr. (23). Der Anwalt von Goodsons Familie hat dieses Foto veröffentlicht.

Foto: Attorney Sean Walton

Columbus.  In Amerika ist erneut ein Schwarzer von der Polizei getötet worden. Die Familie des 23-jährigen Casey Goodson erhebt schwere Vorwürfe.

In den Vereinigten Staaten hat es einen neuen Fall von tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze gegeben. Der Vorfall ereignete sich in Columbus, der Hauptstadt des Bundesstaates Ohio. Das Opfer, der 23-jährige , starb durch Schüsse. Das US-Justizministerium teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, die Bundespolizei FBI werde die örtliche Polizei bei den Ermittlungen unterstützen.

Zuvor hatte sich die Generalstaatsanwalt von Ohio geweigert, den Tod Goodsons zu untersuchen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Begründung der Staatsanwaltschaft: Die Polizeibehörde habe nicht frühzeitig angefragt.

Die tödlichen Schüsse ereigneten sich bereits am vergangenen Freitag bei der Fahndung nach Verdächtigen. Goodson sei aber nicht die gesuchte Person gewesen, so die örtliche Polizei.

Die Anwälte der Familie des Getöteten erhoben schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Casey Goodson sei erschossen worden, als er gerade seine eigene Haustür aufgeschlossen habe. Goodson sei von einem Zahnarzttermin zurückgekehrt und habe Sandwiches für sich und seine Familie bei sich gehabt.

Casey Goodson jr: Familie fordert Untersuchung der Todesumstände

Er habe zwar eine Waffe getragen, dafür aber eine Lizenz gehabt. Goodson sei weder vorbestraft gewesen, noch sei gegen ihn ermittelt worden. Seine 72-jährige Großmutter und zwei Kleinkinder seien Zeugen des Vorfalls geworden. „Wir fordern eine gründliche und transparente Untersuchung des tragischen Todes von Casey“, heißt es in der Stellungnahme der Anwälte.

Videoaufnahmen der Schüsse gibt es offenbar nicht. Laut AP waren die Polizisten nicht mit so genannten Körperkameras ausgestattet. Auch habe das Einsatzfahrzeug über keine Frontkamera verfügt.

Ausschreitungen nach Polizeigewalt gegen Schwarze

Im zu Ende gehenden Jahr hat es in den USA mehrfach heftige Proteste wegen Polizeigewalt gegen Schwarze gegeben. Zuletzt war es Ende Oktober in Philadelphia im Staat Pennsylvania zu Ausschreitungen gekommen, nachdem ein 27-jähriger Afroamerikaner von Polizisten erschossen worden war.

Prominentestes Opfer von tödlicher Polizeigewalt war der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota starb, als sich der Polizist Derek Chauvin minutenlang auf den Hals des 46-jährigen Afroamerikaners kniete. Die Videoaufnahmen der Tat sorgten weltweit für Entsetzen und lösten monatelange Proteste unter dem Motto „Black Lives Matter aus.. Landesweit kam es zu Ausschreitungen, US-Präsident Trump drohte mit dem Einsatz von Militär gegen die Demonstranten.

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(dpa/heg)

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