Mallorca

Ukrainer will Yacht von russischem Waffenhändler versenken

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Ukrainische Flüchtlinge: "Wir haben Angst um uns"

Ukrainische Flüchtlinge: "Wir haben Angst um uns"

Hunderttausende Ukrainer sind auf der Flucht. FUNKE-Reporter Jan Jessen berichtet vom Bahnhof Lwiw (Lemberg).

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Berlin   Ein Ukrainer hat auf Mallorca versucht, heimlich eine Luxusyacht zu versenken. Das Boot gehört einem russischen Waffenfabrikanten.

Auf der Ferieninsel Mallorca ereignete sich am Wochenende ein Racheakt gegen einen mutmaßlichen russischen Waffenhändler. Wie die spanische Polizei mitteilte, hatte ein Ukrainer versucht, die 47-Meter-Jacht des Russen zu versenken. Der Sabotageakt, der sich im Hafen Port Adriano in der Feriengemeinde Calvià ereignete, scheiterte jedoch.

Der Täter, ein ukrainischer Maschinenoffizier, der auf der Jacht angestellt war, wurde von der Polizei festgenommen. Nach seiner Anhörung durch den Haftrichter wurde er aber gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Yacht gehört mutmaßlichem Waffenhändler

Das Boot mit dem Namen "Lady Anastasia" gehört nach Angaben der Inselzeitungen "Diario de Mallorca" und "Ultima Hora" dem russischen Millionär Alexander Mijeev. Er soll eine führende Rolle in den staatlichen Waffenkonzernen "Rosoboronexport" und "Rostec" spielen und Russlands Präsident Wladimir Putin nahestehen.

"Mit den Waffen dieses Unternehmens wird jetzt die Ukraine angegriffen", sagte der Ukrainer nach seiner Tat aus. Er hatte heimlich mehrere Ventile im Rumpf des Schiffes geöffnet, doch andere Besatzungsmitglieder konnten ein Sinken im letzten Moment verhindern.

"Das war mein erster Kampf", sagte der 55-Jährige örtlichen Medienangaben zufolge nach seinem gescheiterten Sabotageakt. Er kündigte an, dass er sobald wie möglich in sein Heimatland zurückgehen und dort gegen die russische Armee in den Krieg ziehen wolle.

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Kriegsmeldungen verleiteten Offizier zu Sabotageakt

Er habe sich zu dem Sabotageakt gegen die russische Jacht entschlossen, nachdem er im Fernsehen Bilder von einem mutmaßlichen Raketenangriff auf einen Wohnblock in der Ukraine gesehen habe, sagte der Mann der Polizei. Seine Familie habe in der ukrainischen Hauptstadt Kiew in einem ähnlichen Gebäude gelebt, sei jedoch inzwischen geflohen, um sich im Hinterland in Sicherheit zu bringen.

Bei der Jacht "Lady Anastasi" handelt es sich um ein 47 Meter langes Luxusschiff mit drei Decks und neun Besatzungsmitgliedern. Es bietet Platz für zehn Passagiere, die in fünf Suiten untergebracht sind und sich auch eines Jacuzzis an Bord erfreuen können.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de.

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