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Ukraine: Selenskyj erwartet diese Woche verstärkte Angriffe

| Lesedauer: 111 Minuten
Selenskyj verspricht Rückeroberung der Südukraine

Selenskyj verspricht Rückeroberung der Südukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Rückeroberung der durch Russland besetzten Gebiete in der Südukraine versprochen. Die ukrainischen Streitkräfte würden "den Süden an niemanden abgeben", sagte Selenskyj in einem Video im Online-Dienst Telegram.

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Berlin   Die Ukraine bereitet sich laut Präsident Wolodymyr Selenskyj auf zunehmende Attacken vor. Grund soll der EU-Gipfel sein. Mehr im Blog.

  • Ursula von der Leyen geht fest davon aus, dass der Ukraine eine Beitrittsperspektive gegeben wird
  • Gesperrtes Oligarchen-Vermögen in der EU hat sich seit April fast verdoppelt
  • Nach Besuch an der Frontlinie: Selesnkyj verspricht Rückeroberung von Gebieten der Südukraine
  • Die ukrainische Armee verzeichnet nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn hohe materielle Verluste
  • Nato-Chef Stoltenberg rechnet mit jahrelangem Krieg
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Berlin/Kiew/Moskau. In der Ukraine gehen die russischen Kämpfe vor allem im Donbass mit unverminderter Härter weiter. Die Ortschaften um die umkämpfte Stadt Sjewjerodonezk stehen weiterhin unter intensivem Beschuss. Die ukrainischen Streitkräfte erklärten am Sonntag, es sei ihnen gelungen, russische Streitkräfte um Sjewjerodonezk zurückzudrängen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von schweren, aber auch geschichtsträchtigen Tagen, die dem Land bevorstünden. "Morgen beginnt eine wahrlich historische Woche, wenn wir von der Europäischen Union die Antwort zum Kandidatenstatus der Ukraine hören", sagte Selenskyj. Eben wegen dieser Entscheidung werde Russland aber seine "feindlichen Handlungen demonstrativ verstärken" und dabei nicht nur die Ukraine, sondern auch andere europäische Länder ins Visier nehmen, warnte er.

Liveblog zum Ukraine-Krieg von Montag, 20. Juni: Ende des Newsblogs

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Erzeugerpreise gewerblicher Produkte so stark gestiegen wie noch nie seit 1949

8.55 Uhr: Die Hersteller gewerblicher Produkte haben im Mai deutlich mehr Geld für ihre Waren und Erzeugnisse verlangt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Erzeugerpreise um 33,6 Prozent zu und damit so viel wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Gründungsjahr der Bundesrepublik 1949, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Damit seien bei den gewerblichen Erzeugerpreise seit Dezember "jeden Monat neue Rekordanstiege" erreicht worden.

Im April 2022 hatte die Veränderungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 33,5 Prozent und im März bei 30,9 Prozent gelegen. Die Erzeugerpreise gelten als ein Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise, die infolge des Ukraine-Kriegs und der massiv gestiegenen Energiekosten zuletzt bereits deutlich gestiegen waren; im Mai lag die Inflationsrate bei 7,9 Prozent.

Ein Verletzter bei erneutem Beschuss russischer Grenzregion

7.29 Uhr: In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine ist ein Mann nach offiziellen Angaben durch Artilleriebeschuss verletzt worden. "Heute morgen wurde die Ortschaft Susemka durch die ukrainischen Streitkräfte beschossen", teilte der Gouverneur der Region Brjansk, Alexander Bogomas, in seinem Telegram-Kanal mit. Eine Person sei dabei "zu Schaden gekommen", mehrere "Objekte" beschädigt worden.

Bei dem Verletzten soll es sich um einen Mitarbeiter des örtlichen Energieversorgers handeln. Er erhielt demnach leichte Hautverletzungen durch Splitter. Beschädigt wurden ein Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser. Darüber hinaus wurde die Stromversorgung der Ortschaft teilweise lahmgelegt.

Australien liefert zugesagte Kampffahrzeuge aus

6.41 Uhr: Australien hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums die ersten vier der 14 zugesagten gepanzerten Mannschaftstransportwagen des Typs M113AS4 an die Ukraine geschickt. Sie seien vergangene Woche in Queensland in ein ukrainisches Flugzeug verladen worden, erklärt Verteidigungsminister Richard Marles."

"Australien steht an der Seite der Ukraine und fordert Russland erneut auf, seine unprovozierte, ungerechte und illegale Invasion der Ukraine einzustellen." Die Kampffahrzeuge seien Teil der mehr als 285 Millionen australische Dollar umfassenden Hilfe.

Von der Leyen rechnet mit EU-Kandidatenstatus für Ukraine

5.36 Uhr: Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überzeugt geäußert, dass die Ukraine den Kandidatenstatus bekommen wird. "Ich gehe fest davon aus, dass wir einen positiven Bescheid kriegen, Unterstützung kriegen, die Weichen sind jetzt gestellt", sagte von der Leyen am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Anne Will".

"Natürlich ist das eine historische Entscheidung, die auch der Europäische Rat jetzt treffen muss, aber die Vorbereitungen sind gut", sagte sie und fügte hinzu: "Ich bin zuversichtlich." Die EU-Kommission hatte sich am Freitag dafür ausgesprochen, die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für einen Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen.

Selenskyj: Zunahme von russischen Angriffen wegen EU-Gipfel erwartet

3.06 Uhr: Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wird Russland seine Angriffe in dieser Woche angesichts der Beratungen über das Beitrittsgesuch der Ukraine zur Europäischen Union (EU) verstärken. "Diese Woche sollten wir von Russland eine Intensivierung seiner feindlichen Aktivitäten erwarten", sagt Selenskyj in seiner Videoansprache am Sonntagabend. "Wir sind bereit."

Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU werden die Frage auf einem Gipfel am Donnerstag und Freitag erörtern. Es wird erwartet, dass sie den Antrag der Ukraine trotz Bedenken einiger Mitgliedstaaten befürworten werden. Der Beitrittsprozess könnte sich über mehrere Jahre hinziehen.