Kommentar

Warum der Corona-Lockdown von Xinjiang eine Tragödie ist

UN-Bericht prangert "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" in Xinjiang an

UN-Bericht prangert Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Xinjiang an

Die Vereinten Nationen haben "schwere Menschenrechtsverletzungen" in der chinesischen Region Xinjiang angeprangert und sehen Hinweise auf "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". China weist die Vorwürfe scharf zurück und spricht von einer "Lüge des Jahrhunderts". of Xinjiang

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Berlin.  Xinjiang ist zum Synonym geworden für Umerziehungslager und Zwangsarbeit. Doch der Corona-Lockdown verschlimmert die Lage noch weiter.

Es gibt Gegenden auf der Welt, die sich dem Blick der Öffentlichkeit entziehen. Nordkorea ist so ein Beispiel – und auch Xinjiang.

Die Region im Nordwesten Chinas ist landschaftlich durch Wüsten und Berge geprägt, doch schön ist hier nichts. Das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen sieht Hinweise auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Uiguren und andere muslimische Minderheiten. China weist die Vorwürfe entschieden zurück. Doch Xinjiang ist längst zum Synonym geworden für grausame Umerziehungslager und Zwangsarbeit.

Corona-Lockdown: China kennt keine Gnade

Als wäre das noch nicht schlimm genug, befindet sich die Grenzstadt Yining offenbar seit Wochen im Corona-Lockdown. Offiziell bestätigt ist das nicht. Doch die Bilder und Hilferufe, die via Weibo, dem chinesischen Gegenstück zu Twitter, öffentlich wurden, sind erschütternd.

Frühere Lockdowns in China haben gezeigt, dass die Null-Covid-Politik mit aller Härte durchgesetzt wird. In Yining, so berichtet „Radio Free Asia“, sind die Bewohner seit Wochen in ihren Wohnungen eingesperrt, Dutzende Menschen seien verhungert oder gestorben, weil lebenswichtige Medikamente fehlen.

Die Weltgemeinschaft steht hilflos daneben

Dass die Führung in Peking ihren Kurs ändert, ist nicht zu erwarten. Es gilt die Null-Covid-Politik von Staatschef Xi Jinping, der sich im Oktober zum dritten Mal im Amt bestätigen lassen will. Auch die Umerziehungslager von Xinjiang gehören zu seiner Strategie. Sie seien nötig im Kampf gegen den Terror, heißt es offiziell.

Die Weltgemeinschaft steht hilflos daneben. Das Bundesaußenministerium teilte Anfang September mit: Man werde den Bericht des Hochkommissariats für Menschenrechte zu Xinjiang mit den Partnern in der EU und in der UNO beraten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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