So könnte die Rente in Deutschland revolutioniert werden

Berlin.  Teile der CDU schlagen einen Systemwechsel im Rentensystem vor: Nicht das Alter, sondern die Beitragsjahre sollen entscheidend sein.

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  • Immer wieder wird eine Renten-Reform in Deutschland gefordert, CDU-Politiker haben nun Vorschläge gemacht
  • Ihre Vorschläge kommen einer Revolution gleich: So soll die Regelaltersgrenze auf eine Regelversicherungszeit umgestellt werden
  • Hier erfahren Sie die Vorschläge, wie die Rente reformiert werden könnte

Seit Jahrzehnten gibt im gesetzlichen Rentensystem in Deutschland vor allem das Alter den Ausschlag dafür, ob ein Beschäftigter sein Berufsleben beendet und ohne Abzüge in Rente gehen kann. Nun gibt es Ideen, dieses System zu erneuern. Sozialexperten in der CDU haben sich Gedanken gemacht, welche Reformen sinnvoll sein könnten.

Rente: Neuer Vorschlag kommt aus der CDU

Ihnen schwebt eine grundlegende Umstellung des deutschen Rentensystems vor. Im Entwurf zu einem Papier des CDU-Bundesfachausschusses für Soziale Sicherung und Arbeitswelt wird vorgeschlagen, vom Jahr 2030 an die Regelaltersgrenze auf eine Regelversicherungszeit umzustellen.

Die Ideensammlung der Fachleute lag der Deutschen Presseagentur vor. Den Vorschlägen zufolge müssten zukünftig 45 Jahre Regelversicherungszeit erbracht werden, um abschlagsfrei in Rente zu gehen. Vorzeitiger oder späterer Bezug der gesetzlichen Altersbezüge soll mit Ab- oder Zuschlägen belegt werden. Lesen Sie mehr: Rente: Eintrittsalter sorgt für große Probleme bei Pflege

Berechnung aber dem erstem sozialversicherungspflichtigen Job

Ausgangspunkt für die Berechnung der Versicherungszeit soll der Zeitpunkt des ersten sozialversicherungspflichtigen Arbeits- oder Ausbildungsvertrages sein beziehungsweise spätestens das Datum, an dem es keinen Kindergeldanspruch mehr gibt.

Der Vorstoß wäre insofern ein Systemwechsel, als bislang das Alter den Ausschlag für den Renteneintritt gibt. Versicherte, die vor dem 1. Januar 1947 geborene sind, können derzeit die Vollendung des 65. Lebensjahres abschlagsfrei in Rente. Lesen Sie dazu: Rente mit 63 Jahren: Diese neuen Zweifel äußern Kritiker

In Rente gehen vor 63 Jahren – so wird es möglich
In Rente gehen vor 63 Jahren – so wird es möglich

Bei Versicherten der Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 liegt die Grenze zwischen 65 und 67 Jahren. Wer 1964 und danach zur Welt kam, erreicht die Regelaltersgrenze dagegen mit Vollendung des 67. Lebensjahres. Der Fachausschuss will am 30. November erneut über den Entwurf beraten.

Rente: Diese Vorschläge machen die Politiker

In dem elfseitigen CDU-Papier gibt es zudem auch Vorschläge zur künftigen Finanzierung des Rentensystems.

  • So heißt es dort, steigende Kosten der Alterssicherung könnten nicht nur von Beitragszahlern aufgefangen werden.
  • Deshalb solle es einen zusätzlichen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung geben. Lesen Sie auch: Wie Arbeitnehmer mit Sonderzahlungen ihre Rente erhöhen
  • Bis 2025 solle dazu entschieden werden, ob ab 2030 die Beitragspflicht auf Einkünfte jenseits des Arbeitsentgelts – etwa aus Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen – ausgedehnt werden soll oder
  • eine stärkere Steuerfinanzierung zur Stabilisierung der Höhe der Sozialversicherungsbeiträge sinnvoll sei.
  • Außerdem wird vorgeschlagen, die gesetzliche Rentenversicherung von einem reinen Umlagesystem langfristig in ein Mischsystem aus Umlage und Kapitalanlage umzubauen.
  • In dem Entwurf heißt es, die Rentenversicherung solle beauftragt werden, einen entsprechenden Rentenfonds für die Kapitalanlage aufzubauen.
  • Dazu sollten 2,5 Prozent des Bruttolohns – derzeit seien das etwa 32 Milliarden Euro pro Jahr – in den Aufbau eines Rentenfonds fließen statt in das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Um jeden späteren Missbrauch zu verhindern, solle der Rentenfonds der Aufsicht der Bundesbank unterstellt werden.

In der CDU wurde unterdessen betont, es handele sich bei der Ideensammlung noch nicht um das endgültige Papier des Fachausschusses. Auch habe sich bisher kein weiteres Gremium der Partei mit den Vorschlägen der Sozialexperten befasst.

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