Pandemie

RKI-Chef kritisiert Ende der Corona-Maskenpflicht an Schulen

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Neues Corona-Medikament erweckt Hoffnung

Neues Corona-Medikament erweckt Hoffnung

Erfolg für neues Corona-Medikament “Molnupiravir”: Das Corona-Medikament der US-Pharmakonzern Merck & Co. soll das Risiko einer tödlichen Corona-Erkrankung um die Hälfte reduzieren können.

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Berlin.  Die Aufhebung der Maskenpflicht in einigen Bundesländern stößt im Robert Koch-Institut auf Unverständnis. Spahn empfiehlt weiter Tests.

Über die Aufhebung der Maskenpflicht im Schulunterricht wird seit Tagen heftig gestritten. Mehrere Bundesländer lockern die Vorgaben. In Bayern und im Saarland müssen Schülerinnen und Schüler seit Kurzem keine Mund-Nasen-Bedeckungen mehr zum Schutz vor Corona-Infektionen tragen. In Berlin ist die Maske im Unterricht bis Klassenstufe sechs nicht mehr verpflichtend. In NRW soll eine Entscheidung im Laufe dieser Woche fallen.

Doch das Robert Koch-Institut (RKI) sieht die jüngste Aufhebung dieser Schutzmaßnahme äußerst kritisch. Der Schritt „entspricht nicht unseren Empfehlungen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen seiner Behörde gerade mit Blick auf das wachsende Infektionsrisiko in den kühleren Jahreszeiten Herbst und Winter hätten sich nicht geändert.

RKI-Chef eindeutig: Wir haben Kinder zu schützen!

Wieler verdeutlichte, es gebe keinen Anlass, zumindest bis zum Frühjahr 2022 an der Empfehlung zur Eindämmung des Coronavirus an Schulen, Kitas und in Alten- und Pflegeheimen „zu rütteln“. „Wir wollen, dass Schulen und Kitas auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen“, sagte der Behördenchef.

Er verwies darauf, dass es zwar wenige akute und sehr schwere Erkrankungen gebe unter den Jüngsten. Allerdings bleibe das Risiko von möglichen Langzeitfolgen. Deshalb sei man unverändert der Ansicht, „dass wir Kinder zu schützen haben“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, es sei richtig, dass über die Frage regional je nach Inzidenz vor Ort entschieden werde. „Es generell für ganz Deutschland jetzt sein zu lassen, das kann nicht der richtige Ansatz sein.“ Er sprach sich dafür aus, dass man weiterhin regelmäßig – zwei bis dreimal pro Woche – teste.

Wieler fordert Solidarität mit den Jüngsten

Wieler rief die Bevölkerung allgemein zu Solidarität mit den neun Millionen Kindern unter zwölf Jahren in Deutschland auf, die meist ungeschützt seien vor Covid-19. Für diese Altersgruppe steht bislang kein Corona-Impfstoff zur Verfügung.

Es liege in der Verantwortung aller, diese Gruppe zu schützen, sagte Wieler. „Dazu gehört auch, dass alle, die es können, die mit den Kindern umgehen, sich impfen lassen gegen Covid-19 und auch die anderen Maßnahmen einhalten.“

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