Sprache als Werkzeug – und als Mutprobe am Telefon

Braunschweig  Die angehenden Schulkinder in der Kita Farbklecks des Paritätischen haben selbst eine Taki-Zeitung produziert.

Die Kinder-Redaktion für die Zeitung der Kita Farbklecks des Paritätischen in Braunschweig – im Einsatz (von links) Mila, Elisa, Vic und Sophia.

Die Kinder-Redaktion für die Zeitung der Kita Farbklecks des Paritätischen in Braunschweig – im Einsatz (von links) Mila, Elisa, Vic und Sophia.

Foto: Mentasti

Für echte Zeitungsredakteure ist die Sprache neben Stift, Block und Fotoapparat eines der wichtigsten Werkzeuge. Sie müssen schlaue Fragen stellen und anschließend flüssig lesbare, informative Artikel schreiben. In der Kindertagesstätte Farbklecks in Braunschweig-Broitzem haben die Mädchen und Jungen, die im Sommer zur Schule kommen, nicht nur am Projekt Tageszeitung im Kindergarten (Taki) teilgenommen. Sie haben sogar eine eigene Zeitung hergestellt. Ganzheitliche, bildungsnahe Erziehung liegt der Kita des Paritätischen am Herzen. Da kam das vielseitige Taki-Projekt gerade recht.

Die eigene Bücherei wurde kurzerhand zum Redaktionsraum umgebaut. Dort wurden Buchstaben geklebt, Bilder ausgeschnitten und in einer Redaktionskonferenz über die Inhalte der Farbklecks-Zeitung diskutiert.

Kita-Leiterin Ute Heuer erläutert, warum die Erzieher das Taki-Projekt so bereichernd empfanden und die Mädchen und Jungen über Wochen mit Spaß bei der Sache waren. Ein Schwerpunkt der Kindertagesstätte ist die Sprachentwicklung. „Die Redaktions-Konferenzen haben den Kindern einiges abgefordert“, berichtet Heuer: „Sie mussten sich einsetzen für ihre Ideen, mussten Argumente finden, warum gerade ihr Thema unbedingt in die Kita-Zeitung sollte.“

Zum Konzept der Kindertagesstätte gehört, dass Erkundungstouren in die Umgebung unternommen werden. Dort, außerhalb des geschützten Bereichs, warten ganz neue Herausforderungen auf die Kinder. „Nachdem wir gemeinsam festgelegt hatten, über welche Themen wir berichten wollen, haben die Reporterteams selber telefoniert, um Interviews zu verabreden“, berichten die Erzieherinnen Dorothea Gawlitta und Helena Deisling. „Manch einer dachte erst an einen Spaßanruf, aber die Kinder haben klargestellt, um was es ihnen geht“, ergänzt Sprachfachkraft Gawlitta.

Geübt wurden die Anrufe mit altem Wählscheibentelefon, was den Kindern auch motorisch einiges abverlangte, denn Tasten zum Tippen gab es nicht. Die Kinder haben dann vor Ort mit fremden Menschen Interviews geführt, etwa mit einem Tierpfleger nach der Waschbärfütterung, bei einer Betriebsfeuerwehr, einem Sportverein, in einer benachbarten Kletterhalle und auf einem Ponyhof.

Eine alte Reiseschreibmaschine stand den Kindern leihweise zur Verfügung, damit haben sie ihren Namen getippt. Die mechanischen Tasten langsam nacheinander zu drücken, damit die Typenhebel nicht verklemmen, das Papier gerade einzuziehen – das klappte im Laufe der Zeit immer besser. Die richtigen Artikel für die Taki-Zeitung haben dann die Erzieherinnen in den Computer geschrieben, die meisten Fotos dazu haben aber die Kinder geknipst. Mittlerweile ist die 32-seitige Kita-Zeitung gedruckt und verteilt; sie hat bei den Eltern reißenden Absatz gefunden.

Das Taki-Projekt

Mit dem medienpädagogischen Projekt „Tageszeitung im Kindergarten“ (Taki) unterstützt unsere Zeitung die frühe Lese- und Medienbildung in der Region.

Kontakt

Bei Interesse am Projekt melden Sie sich unter

(0531) 3900 348 oder per

E-Mail an taki@bzv.de

Partner

Das Projekt wird von der Autostadt GmbH, der Grossohaus Salzmann GmbH & Co. KG sowie der Phaeno gGmbH unterstützt.

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