Landeskirche Braunschweig steht finanziell gut da

Wolfenbüttel.  Trotz sinkender Steuereinnahmen durch Corona kann die Kirche investieren. Die Synode wählt Kirchenregierung.

Die neue Kirchenregierung der Landeskirche Braunschweig mit Synodenpräsident (von links):  Peter Abramowski, Henning Böger, Catarina Köchy, Thomas Ehgart,  Christoph Meyns, Andrea Mitzlaff, Jürgen Hirschfeld, Jörg Mayer. Die Personen wurden corona-gerecht einzeln fotografiert und nachträglich digital gruppiert. 

Die neue Kirchenregierung der Landeskirche Braunschweig mit Synodenpräsident (von links):  Peter Abramowski, Henning Böger, Catarina Köchy, Thomas Ehgart,  Christoph Meyns, Andrea Mitzlaff, Jürgen Hirschfeld, Jörg Mayer. Die Personen wurden corona-gerecht einzeln fotografiert und nachträglich digital gruppiert. 

Foto: Klaus G. Kohn

„Landessynode trotz Corona“ – so lautete das Motto der November-Synode der Landeskirche Braunschweig. Die zweitägige Zusammenkunft des Kirchenparlaments fand unter Einhaltung der Corona-Regeln in der geräumigen Lindenhalle in Wolfenbüttel statt. Im Mittelpunkt standen die Beratung und Verabschiedung eines Haushalts für die kommenden Jahre, die Wahl einer neuen Kirchenregierung und ein zukunftsfähiges Kommunikationskonzept.

Landeskirche investiert in Digitalisierung und Klimaschutz

Erfreuliche Erkenntnis der Landessynode war die Tatsache, dass man in finanzieller Hinsicht aktuell „erstaunlich gut“ durch die Corona-Krise komme. So jedenfalls prognostizierte es Jörg Mayer, Oberlandeskirchenrat und Herr der Zahlen. Der Kirchensteuerrückgang sorge zwar dafür, dass die Einnahmen im laufenden Jahr geringer seien als im Jahr zuvor, die Planzahlen des Haushalts für 2020 würden aber vielleicht sogar erreicht, sagte der Finanzreferent. Es fehlten aber noch die Zahlen aus den Monaten November und Dezember. Deswegen sei noch nicht klar, ob ein Griff in die Rücklagen notwendig sei.

Der neue Doppelhaushalt geht von rückläufigen Steuereinnahmen in Höhe von rund 5,8 Millionen Euro aus. Der Gesamt-Etat sieht für das Jahr 2021 ein Volumen von 109 Millionen Euro und für 2022 ein Volumen von 110 Millionen Euro vor. Nach 93 Millionen in diesem Jahr.

Die gute Botschaft sei: Strukturelle Kürzungen sind nicht notwendig und man könne trotz rückläufiger Kirchensteuermittel sogar neue Projekte anfassen, so Mayer Zum Beispiel beim Gebäudemanagement, der Digitalisierung und medialen Kommunikation sowie mit der Neuauflage eines klimafreundlichen Energiesparprogramms.

Pfarrer werden weiter eingestellt, doch viele wollen nicht aufs Land

Auch das Einstellungsprogramm für Pfarrerinnen und Pfarrer werde fortgeführt. Problematisch sei mehr denn je das Stadt-Land-Gefälle bei den Pfarrstellen, betonte Jürgen Hirschfeld aus der Propstei Gandersheim-Seesen. Hier habe es in den vergangenen Monaten 15 Vakanzen gegeben. Es bestehe die Gefahr, dass in Kirchengemeinden mit unbesetzten Pfarrstellen keine Gottesdienste mehr stattfinden können und Bestattungen freien Trauerrednern überlassen werden müssten, ergänzte Pastor Thomas Ehgart von der Stiftsgemeinde Bad Gandersheim. Ein Ungleichgewicht, dem man entgegen steuern müsse.

Eine der Forderungen: Mehr finanzielle Unterstützung für Personal. Aktuell würden sich die unbesetzten Stellen immerhin auf 10,5 reduzieren, erwiderte Personalchefin Ulrike Brand-Seiß.

Synodale kritisieren mangelnde Beteiligung und Transparenz

Kritische Worte musste sich auch die Kommunikationsabteilung der Landeskirche anhören. Wortführer hier unter anderem Magni-Pfarrer Henning Böger und Sebastian Ebel (Vorsitzender des Finanzausschusses). Man wünsche sich eine transparentere Beteiligung der Synodalen, so Böger. Deutlicher wurde Ebel. Er sprach von einem „unerträglichen“ Zustand. Die schon länger eingeforderte Einbindung habe, gerade auch in Zeiten der Corona-Krise, nicht stattgefunden.

Pressechef Michael Strauß wies den Vorwurf der mangelnden Beteiligung der Gremien zurück: „Das ist nicht mein Verständnis von Kommunikation“, sagte er. Man arbeite intensiv an einem neuen Kommunikationskonzept. In Zeiten der Digitalisierung müsse und wolle man die mediale Kommunikation ausbauen und insbesondere im Bereich der sozialen Medien und der Vernetzung der Landeskirche neue Akzente setzen.

Landeskirche stellt Fachkräfte für Medienkommunikation ein

Auch Landesbischof Christoph Meyns plädierte dafür, die Weiterentwicklung der medialen Kommunikation in den Zukunftsprozess der Landeskirche einzubinden. Die Medienkommunikation müsse als Teil der Gesamtstrategie der Kirche verstanden werden. Im Zuge der Haushaltsberatungen hat die Synode dann auch beschlossen, zwei neue Stellen mit Fachkräften für Medienkommunikation zu besetzen. Und der Gemeindeausschuss sowie die Kammer für Kommunikation wurden damit beauftragt, bis zur nächsten Synodentagung im Mai ein entsprechendes Konzept vorzulegen.

Kirchenregierung :

Neu gewählt für sechs Jahre wurde die Kirchenregierung als Oberaufsicht über alle kirchlichen Stellen in der Landeskirche: Pfarrer Henning Böger aus Braunschweig; Pfarrer Thomas Ehgart aus Bad Gandersheim; Jürgen Hirschfeld, Landwirt aus Seesen; Catarina Köchy, Hauswirtschaftsmeisterin aus Jerxheim; Andrea Mitzlaff, Richterin am Oberlandesgericht in Braunschweig, sowie Oberlandeskirchenrat Jörg Mayer als nichtordiniertes Mitglied des Landeskirchenamtes. Den Vorsitz der Kirchenregierung hat Landesbischof Christoph Meyns, Synodenpräsident Peter Abramowski (Cremlingen) ist beratend an den Sitzungen der Kirchenregierung beteiligt.

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