LupoLeo-Award: Campino, „Rock your life!“ und Sayed Agha Zakhel

Braunschweig.  Die Sieger des ersten LupoLeo-Award wurden bekannt gegeben. Die United Kids Foundation der Volksbank vergibt 115.000 Euro Fördergelder.

Sayed Agha Zakhel gewann den "Wahre Helden"-Award für sein Projekt „Zeigen, wie Streit ohne Gewalt zu lösen ist“.

Sayed Agha Zakhel gewann den "Wahre Helden"-Award für sein Projekt „Zeigen, wie Streit ohne Gewalt zu lösen ist“.

Foto: Erik Hart / United Kids Foundation

Das Komitee des LupoLeo-Award hat am heutigen Samstag die Preisträger bekannt gegeben. Dies teilte die Volksbank BraWo am Vormittag mit. Der mit insgesamt 115.000 Euro dotierte Förderpreis für gesellschaftliches und soziales Engagement in Deutschland geht in der Kategorie „Projekte des Jahres“ an „Rock your Life!“. Der LupoLeo Award 2020 „Wahre Helden“ geht an Sayed Agha Zakhel. Und in der Kategorie „Persönlichkeit des Jahres“ hat sich Campino, Sänger der Toten Hosen, Platz eins gesichert.

„Rock your Life!“ überzeugte die Jury mit seinem Mentoring-Programm und erhält dafür 30.000 Euro Fördermittel. Das Projekt aus München schlägt Brücken zwischen soziale benachteiligten Jugendlichen auf der einen Seite und Studenten und Unternehmen auf der anderen Seite, um den Jugendlichen den Start in eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen. Campino wird für seinen unermüdlichen Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, rechte Gewalt und Armut mit Fördermitteln in Höhe von 20.000 Euro ausgezeichnet. Und der „Wahre Held“ Sayed Agha Zakhel erhält als Sieger der Online-Wahl bei FOCUS Online für sein Projekt „Zeigen, wie Streit ohne Gewalt zu lösen ist“ ebenfalls 20.000 Euro Fördermittel.

Award zum 15. Geburtstag des Kindernetzwerks „United Kids Foundation“ ins Leben gerufen

United Kids Foundations, das Kindernetzwerk der Volksbank Braunschweig Wolfsburg (Volksbank BraWo), hat anlässlich seines 15. Geburtstags den LupoLeo Award ins Leben gerufen. Über 400 Projekte, Personen und Persönlichkeiten von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen hatten sich beworben. Das renommierte Analysehaus PHINEO aus Berlin hat die Projekte geprüft und die Wahl durchgeführt. Ein nationales Jugendkomitee hat die Kandidaten nominiert. Und eine Jury namhafter Persönlichkeiten – unter anderem Dr. Brigitte Mohn, Peter Maffay, Uschi Glas, Henry Maske, Felix Neureuther, Eckart von Hirschhausen – hat dann über die Preisträger entschieden.

Der LupoLeo Award stand 2020 unter dem Motto „Zusammen stark sein“ . Es konnten sich Projekte und engagierte Menschen aus ganz Deutschland bewerben, die sich im Kinder- und Jugendbereich für Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft einsetzen. Bei der Bewertung kam es darauf an, dass das Projekt das selbstbestimmte Handeln von Kindern und Jugendlichen fördert, konkrete Erfolge vorweisen kann sowie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt.

„Ganz besonders freut es mich, dass der LupoLeo Award im Premieren-Jahr 2020 bundesweit so erfolgreich angenommen wurde. Gerade der gewählte Themenschwerpunkt ‚gesellschaftliches Engagement‘ ist während der Corona-Pandemie so wichtig für unsere Gesellschaft“, freute sich Dr. Brigitte Mohn , Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, als Vorsitzende der LupoLeo Award-Jury über den Premieren-Erfolg. Und: „Besonders Kinder und Jugendliche müssen sich in den letzten Wochen in einer völlig neuen Lebenssituation zurechtfinden. Die Projekte mit dem Award in die Mitte der Gesellschaft zu stellen und ihnen durch die Auszeichnung unsere Anerkennung für ihr Engagement zu zeigen, ist für mich ein wichtiges soziales und politisches Zeichen. Danke United Kids Foundations für diesen wunderbaren Preis.“

United Kids Foundations hat seit seiner Gründung über 23 Millionen Euro für rund 500 Projekte in der Region Braunschweig-Wolfsburg bereitgestellt, damit über 66.000 Kindern und Jugendlichen signifikant geholfen.

„Mit dem LupoLeo Award wollen wir Projekte und Menschen ehren, die von dem gleichen Spirit beseelt sind, wie die Menschen der „United Kids Foundations“-Familie. Gerade jetzt, in diesen Zeiten, gilt es Menschen und Projekte persönlich zu danken und zu ehren, die sich für das Wohl unserer Kinder, und damit für das Wohl unserer Gesellschaft, stark machen“, sagt Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BraWo , zusammen mit dem Münchner Unternehmer Robert Lübenoff, Initiatoren von United Kids Foundations und des LupoLeo Awards. Und Lübenoff fügt an: „Die Jugend von heute ist die Zukunft von morgen. Sie braucht Vertrauen, Ansporn und Inspiration. Die Verantwortung unserer Generation liegt darin, Voraussetzungen zu schaffen, die unseren Kindern eine eigenständige Entwicklung ermöglichen, ihnen alle Chancen offenlassen und Freiraum für Kreativität und Zukunftsgestaltung bieten.“

Ursprünglich sollte die Vergabe der LupoLeo Awards am heutigen Samstag, dem 15. Geburtstag von United Kids Foundations, im Staatstheater in Braunschweig stattfinden. Corona bedingt wurde die Veranstaltung aber ins kommende Jahr verschoben.

Die Preisträger in der Übersicht: Der Projekt-Award

1. Platz (30.000 Euro): „Rock your Life!“ Das Münchener Projekt baut mit seinem Mentoring-Programm Brücken zwischen sozial benachteiligten Jugendlichen, Studierenden und Unternehmen. Dadurch unterstützt es die Jugendlichen bei einem erfolgreichen Start in ihre Zukunft. Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen treffen dazu auf junge Studierende, denn beide Seiten stehen vor ganz ähnlichen Herausforderungen und Entscheidungen.

In Trainings entdecken die Jugendlichen eigene Potenziale und Stärken, entwickeln berufliche Wunschvorstellungen und realistische Zielsetzungen für den Start ins Berufsleben. Sie vereinbaren mit ihren Mentorinnen und Mentoren individuelle Handlungspläne und erlangen berufsrelevante Kompetenzen. Das Projekt legt ebenfalls großen Wert auf den Kontakt mit Unternehmen. So lernen die Jugendlichen während des Programms verschiedene Firmen und Branchen durch Besuche kennen.

2. Platz (20.000 Euro): Kickfair e. V. mit dem Projekt „Fußball-Lernen-Global: Wer bin ich, wer bist du, wer sind wir gemeinsam?“ Das Projekt aus Ostfildern in Baden-Württemberg bringt Kinder und Jugendliche deutschlandweit über vielfältige Straßenfußballangeboten (z.B. Spieletreffs, Straßenfußball-AGs, Pausenligen) an ihren Schulen in Kontakt und Begegnung. Einige Besonderheiten: Jungen und Mädchen spielen gemeinsam Fußball. Sie handeln die Regeln vor jedem Spiel selbst aus und besprechen deren Einhaltung nach dem Spiel in der Dialogzone. Fairness zählt in Punkten genauso viel wie geschossene Tore. Anstelle von Schiedsrichtern helfen Straßenfußball-Mediatoren (Jugendliche aus der Zielgruppe selbst) bei Diskussionen auf dem Spielfeld. Mit Bildkarten werden Sprachbarrieren im Spiel überbrückt.

3. Platz (10.000 Euro): Stiftung Bildung aus Berlin mit dem Projekt „Chancenpatenschaften“ Dieses Projekt setzt in Kitas und Schulen an und schafft Begegnungsräume für Kinder und Jugendliche gleichen Alters aus ganz unterschiedlichen Lebensumständen, die nicht dieselben Chancen im Leben haben. Sie gehen eine Patenschaft miteinander ein, um gemeinsam etwas zu unternehmen oder an einem Schulprojekt außerhalb des Kita- und Unterrichtsalltags zu arbeiten. Durch die gemeinsamen Erlebnisse und den Austausch von Erfahrungen können sich (vorhandene und noch zu entdeckende) Stärken und Kompetenzen gegenseitig ergänzen. Oft entwickelt sich daraus eine Freundschaft. Vorurteile werden abgebaut; echte Inklusion wird erlebbar.

Der „Wahre Helden“-Award

Sayed Agha Zakhel gewinnt den Award und damit 20.000 Euro für das Projekt „Zeigen, wie Streit ohne Gewalt zu lösen ist“. Wenn Kinder in einem konfliktreichen Umfeld aufwachsen, dann ist ihr Alltag häufig von belastenden Lebensumständen, fehlenden Vorbildern und sozialer Benachteiligung geprägt. Unfaires Verhalten, Ausgrenzung und Auseinandersetzungen werden so Mittel im Kampf um soziale Anerkennung. Das will der 14-jährige Sayed Agha Zakhel ändern: Mit Coolnesstrainings bei seinem Verein ZKV Kampus.

2015 flüchtete er aus Afghanistan und lebt seitdem mit seiner Familie im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Bereits mit elf Jahren nahm er an einem ZKV Kampus Kurs teil und stärkte den Zusammenhalt der Kinder in seiner Wohnunterkunft. Seitdem engagiert sich Sayed in der Sportsozialarbeit des Vereins. Mit innovativen Ideen und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gestaltet Sayed in den Coolnesstrainings bereits eigenständig Übungen zur Konflikt- und Gewaltvermeidung mit Jüngeren. Bei Gremien oder Events vertritt Sayed die Initiative redegewandt, selbstbewusst und mit viel Humor. Er schafft es, mediale Aufmerksamkeit auf die Anliegen von ZKV Kampus zu lenken. Längst zählt Sayed, der mittlerweile ein Hamburger Gymnasium besucht, zu den prägenden Gesichtern des Vereins.

Der „Persönlichkeit des Jahres“-Award

1. Platz (20.000 Euro): Campino

Der Sänger und Frontmann der „Toten Hosen“ engagiert sich seit fast 40 Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit, rechte Gewalt und Armut. Er unterstützt u. a. Pro Asyl und „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. 2019 wurde er zusammen mit seiner Band mit dem Julius Hirsch Ehrenpreis des DFB für Lebensengagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung ausgezeichnet.

2. Platz (10.000 Euro): Tarik Tesfu – Moderator, YouTuber, Content Creator

Sein Online-Format „Jäger Sammler“ (ZDF) war u.a. für den Grimme-Preis und den Grimme Online-Award nominiert. Tesfu setzt sich vor allem gegen Rassismus, Sexismus, Homo-, Trans-, und Islamfeindlichkeit und für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Mit dem Video „Stadt. Land. Heimat.“ gewann er 2019 den „CIVIS“, Europas Medienpreis für Integration. Er hält regelmäßig Vorträge, Workshops und moderiert Veranstaltungen, z. B. Jugendaktionscamp der Aktion Mensch, für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”.

3. Platz (5.000 Euro): Sibell Kekilli – Schauspielerin

Die Tochter türkischer Einwanderer ist in Deutschland geboren sowie aufgewachsen und bekannt als Schauspielerin in deutschen und internationalen Produktionen. Die Botschafterin von „Terre des Femmes“ engagiert sich für Frauen- und Mädchenrechte. Außerdem äußert sie sich immer wieder öffentlich zu Alltagsrassismus und ist Gründungsmitglied von „Unidas“, dem Netzwerk von und für Frauen aus Deutschland, Lateinamerika und der Karibik. 2017 wurde sie für ihren Einsatz für Frauen- und Mädchenrechte mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum LupoLeo-Award finden Sie hier .

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