Dialog e.V. bietet offene Sprechstunden für Opfer von Gewalt an

Wolfsburg.  Bei der Fachberatungsstelle „Dialog“ in Wolfsburg können Opfer über die erlebte Gewalt sprechen, sich einen Rat und Hilfe holen.

Daniela Cevik und Sabine Huth (von links) sind die Geschäftsführerin der Fachstelle Dialog, die es in 2021 seit 15 Jahren gibt.

Daniela Cevik und Sabine Huth (von links) sind die Geschäftsführerin der Fachstelle Dialog, die es in 2021 seit 15 Jahren gibt.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Bücher und Gesellschaftsspiele. Eine gemütliche Ecke mit einer Schaukel, einem Puppenhaus und zahlreichen Kuscheltieren. Die Möglichkeiten sind da – und werden von den Hilfesuchenden auch genutzt. Vor allem natürlich von Kindern, die die Fachberatungsstelle „Dialog“ in der Wolfsburger Goethestraße besuchen. Sie sind hier, weil sie Gewalt erlebt haben. Sexuelle Gewalt. Häusliche Gewalt. Hier können sich unter anderem eine Höhle bauen und über Erlebtes sprechen.

„Es gibt auch andere Möglichkeiten – und nicht nur das Erzählen“, betont Daniela Cevik. Gemeinsam mit Sabine Huth ist sie Geschäftsführerin der Fachstelle Dialog, die es in 2021 seit 15 Jahren gibt. In ihrem Team arbeiten gut ein Duzend Beratungskräfte. Neben den zahlreichen Frauen ist auch ein Mann vertreten. Denn schließlich erfahren auch Männer Gewalt – und deshalb findet Cevik eine männliche Kraft absolut notwendig. Einige wollen sich lieber einem Mann anvertrauen, andere auf gar keinen Fall. „Wir beraten Kinder, ältere Menschen. Täter allerdings beraten wir nicht“, betont Cevik.

Auch Nachbarn oder Angehörige können sich beraten lassen

Die Beratung ist kostenlos und kann auf Wunsch anonym erfolgen. Einige, so berichtet Cevik, kämen nur einmal. Andere stehen nach Jahren wieder vor der Tür. „Es gibt Menschen, die haben Gewalt in ihrer Kindheit erlebt. Im Erwachsenenalter holt es sie ein. Gefühle, Bilder überrollen sie“, schildert die Sozialpädagogin.

Offene Sprechstunden stehen Betroffenen übrigens am Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag zur Verfügung. Doch nicht nur Betroffene suchen Rat. „Die Nachbarin, der Freund oder die Schwester können sich ebenfalls beraten lassen. Beispielsweise, wenn frühere Erlebnisse wieder hochkommen“, betont Cevik.

Auch rund 80 Männer holen sich im Jahr einen Rat

Die Zahlen sind übrigens laut Cevik in der Pandemiezeit entgegen vieler Befürchtungen nicht explodiert. „Im November aber steigen die Zahlen ohnehin. Sie sind aber in diesem Jahr nicht außergewöhnlich höher“, berichtet die Wolfsburgerin. Rund 80 Männer suchen sich nach ihren Informationen Rat im Jahr, bei den Frauen sind es 300. Hinzu kommen 100 Kinder und Jugendliche, die beraten werden, so Cevik.

Neben den Schwerpunkten der Kinder- und Jugend-Beratung und der Hilfe für Frauen und Männer widmet sich das Team um Daniela Cevik und Sabine Huth Mädchen und jungen Frauen. So ist ein besonderes Angebot das des Mädchentreffs „Rote Zora“. Dienstags gibt es stets ein Frühstückstreffen junger Schwangerer und Mütter, die 25 Jahre alt und jünger sind. Dialog setzt hier auf den Austausch der jungen Frauen. Bei Problemen können die Pädagoginnen unterstützen. Darüber hinaus bietet die Fachstelle Ferienprojekte an. So gibt es kreative Angebote ebenso wie Ausflüge: beispielsweise auf den Jugendzeltplatz nach Almke.

Neben den sogenannten Selbstmeldern kooperiert die Fachstelle zudem mit der Polizeiinspektion Wolfsburg/Helmstedt. In Helmstedt besteht darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband. Und seit einiger Zeit gibt es eine Außenstelle von Dialog in Gifhorn.

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