Jede Menge „Bock auf Rock“ in Salzgitter-Bad

Salzgitter-Bad.  Beim Musikfestival sorgen Bands aus Salzgitter und Umgebung für gute Stimmung im Martin-Luther-Gemeindesaal. Es gibt auch eine Bilderausstellung.

Trotz der sportlichen Aufgabe, gegen Mitternacht als letzte von sechs Bands beim „Bock auf Rock"-Festival aufzutreten, machten auch die jungen Lokalmatadore von „Pymp" Stimmung im Martin-Luther-Gemeindesaal in Salzgitter-Bad.

Trotz der sportlichen Aufgabe, gegen Mitternacht als letzte von sechs Bands beim „Bock auf Rock"-Festival aufzutreten, machten auch die jungen Lokalmatadore von „Pymp" Stimmung im Martin-Luther-Gemeindesaal in Salzgitter-Bad.

Foto: Stefan Lohmann

Ein Rockfestival mit sechs Bands und Live-Publikum – bei den aktuell steigenden
Covid-19-Infektionszahlen klingt das fast wie eine Utopie. Doch der Verein „Bock auf Rock“ hat genau dies am Samstagabend mit gleichnamiger Veranstaltung ermöglicht. Ort des Geschehens war der Saal des Martin-Luther-Gemeindezentrums in Salzgitter-Bad.

„Eine Absage war für uns keine Option“, erklärte Vorstandsmitglied Bastian Bartsch die Beweggründe der Kulturinitiative, das Festival trotz aller Widrigkeiten stattfinden zu lassen. „Die Leute sind hungrig nach Live-Musik“, wisse er nicht nur aus seinem eigenen Umfeld. Digitale Wohnzimmer-Konzerte seien zwar „eine nette Sache“, das Konzept würde sich auf Dauer jedoch abnutzen. Zudem seien die Reaktionen eines Live-Publikums vor allem für die Nachwuchs-Bands, die man besonders fördern wolle, das Salz in der Suppe.

„Bock auf Rock“: Songwriter Paul Brunner aus Braunschweig macht Auftakt vor rund 60 Musikfans

Wie dankbar Musiker und Zuschauer für die mutige Entscheidung der Veranstalter waren, zeigte sich gleich zum Auftakt des gut fünfstündigen Konzertabends, den eine umfangreiche Ausstellung des Malers Frederik Bartsch umrahmte. Etwa 60 Musikfans (88 Plätze standen zur Verfügung) feierten den Auftritt des Braunschweiger Songwriters Paul Brunner mit seinem Gute-Laune-Pop à la Max Giesinger fast schon wie eine Erlösung aus dem Musik-Dornröschenschlaf.

Kein Wunder, sind in Salzgitter doch die meisten vergleichbaren Ereignisse abgesagt worden. „Es ist so wertvoll, wieder vor Publikum spielen zu können!“, rief Einheizer Bartsch den Besuchern zu, die brav auf ihren reservierten Plätzen saßen und zugleich jeden fetzigen Song der Band mitklatschten. Wie alle nachfolgenden Musiker unterstrich auch Brunner den Stellenwert der Veranstaltung. „Einfach großartig, dass ihr diesen Abend möglich gemacht habt!“, bedankte er sich bei den Initiatoren.

Rockfestival mit Corona-Hygienekonzept – und eigenwillig-spaßigen Musikbeiträgen

Die Corona-Regeln galten aber natürlich auch hier: Im Konzertsaal gab es ein mit den Behörden abgestimmtes Hygienekonzept. Kontaktdatenerfassung, Handdesinfektion und Mund-Nasen-Schutz waren geboten. Die Einhaltung wurde von Mitarbeitern des beauftragten Sicherheitsdienstes kontrolliert.

Als nächstes trat dann die Braunschweiger Schülerband „Orys“ auf – und zwar genauso rockig, wie es das Motto des Abends vorgab. Die Kombo um Sängerin Laura Wos spielte einen durchaus eigenwilligen Stil-Mix aus Rock, Pop, Funk und Metal. Weiter ging es mit spaßigem Power-Pop von „Blaupause“, ebenfalls aus der Löwenstadt, die sich in tanzbarer Sportfreunde-Stiller-Art an Themen von Liebe bis Lebenslust abarbeiteten.

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Apropos tanzen: Unter normalen Umständen hätte es beim nächsten Act wohl wilde Pogo-Bewegungen im Saal gegeben. Was die Hildesheimer Rocker von „Blaufuchs“ dem Sitz-Publikum nämlich boten, war reinrassiger Punk – inklusive politischer Statements, speziell gegen Fremdenhass.

Nach Alternative-Rock mit „Tilt!“ aus Goslar hatten die Salzgitteraner Lokalmatadore von „Pymp“ schließlich die schwierige Aufgabe, mit ihrer fröhlichen Pop-Musik Stimmung im nun sichtlich geleerten Saal zu machen. Alles in allem war „Bock auf Rock“ jedoch als ein erfolgreiches Wagnis der Macher gegen den totalen Stillstand in der lokalen Musikszene zu sehen.

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