Baddeckenstedter Bahnhof soll bis 2028 umgestaltet sein

Baddeckenstedt.  Auch das Bahnhofsumfeld soll attraktiver werden. Zusätzlicher Personentunnel soll die Nord- und die Südseite des Bahnhofs für Reisende erschließen.

Foto: Andrea Leifeld

Mehrfach hatte unsere Zeitung im vergangenen Jahr über den Baddeckenstedter Bahnhof berichtet. Zunächst mit der Hoffnung von Samtgemeindebürgermeister Klaus Kubitschke, der zum Jahresbeginn 2020 von guten Gesprächen zwischen der Samtgemeinde, dem Regionalverband und der Bahn AG berichtete. Später im Jahr, im September, standen der Architekt Roland Neumann (Agentur BahnStadt Berlin), Ronald Matern (Regionalverband Braunschweig) und Kreisbaurat Claus-Jürgen Schillmann (Landkreis Wolfenbüttel) als Trio für fachlichen Ausführungen und Fragen dem Rat parat. Die Grundüberlegung selbst war damals denkbar einfach: Wie könnte der Bahnhof Baddeckenstedt demnächst aussehen? Wie kann er für wartende Fahrgäste attraktiver gestaltet werden?

Die erlösende Nachricht als Weihnachtsgeschenk

Aber die entscheidende, und vor allem erlösende Nachricht flatterte der Samtgemeinde als fettes Geschenk noch nur vor dem Weihnachtsfest in die Verwaltung: Die Deutsche Bahn und der Regionalverband Großraum Braunschweig unterzeichneten zwei Vereinbarungen und brachten damit die Planung für den barrierefreien Umbau der Bahnhöfe in Baddeckenstedt, Dettum, Schönewörde und Vorhop ins Rollen. Bis Ende 2028 sollen diese vier Bahnhöfe im Gebiet des Regionalverbandes barrierefrei ausgebaut sein, heißt es in der erlösendenden Pressemitteilung.

„Dann sind bis auf den Bahnhalt in Frellstedt alle 46 Bahnhöfe in unserer Region barrierefrei ausgebaut“, blickt Verbandsdirektor Ralf Sygusch voraus. Ein sehr wichtiges Anliegen des Regionalverbandes und der Deutschen Bahn. „Auch für uns als Eigentümer und Betreiber der Infrastruktur ist es wichtig, für alle Menschen einen einfachen Zugang zum Bahnfahren zu ermöglichen und damit die Mobilitätswende zu unterstützen“, fügte Bärbel Aissen, Leiterin Regionalbereich Nord DB Station&Service AG an.

Wichtig: Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität


Neben der Barrierefreiheit sei dem Regionalverband auch die Verbesserung der Aufenthaltsqualität ein großes Anliegen. „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn und den Kommunen machen wir den ÖPNV attraktiver und wollen so dafür sorgen, dass immer mehr Menschen die guten Angebote auf Schiene und Straße nutzen“, erläuterte Sygusch.

Und was ist konkret für Baddeckenstedt geplant? Mit einem Verkehrsaufkommen von 410 Ein- und Aussteigern (durchschnittlicher Werktag; Stand 2016) hatte Roland Neumann dem Bahnhof gute Fahrgastzahlen bescheinigt. Die verkehrsgünstige Lage der Bahnstrecke Hannover- Hildesheim – Goslar – Halle, direkt an der B6 sei für Reisewillige in Baddeckenstedt ein weiters, deutliches Plus. Die deutlich sichtbaren Defizite an den Bahnsteigen und der Erreichbarkeit, die nicht barrierefreie Bushaltestelle, unzureichende Wartefunktionen und die geringe Attraktivität und Funktionalität der Bike & Ride - Anlagen müssten dringend aufgewertet werden, bemängelte der Architekt Roland Neumann damals.

All das soll nun umgesetzt werden: Konkret geplant sei, den Baddeckenstedter Bahnsteig auf 175 Meter Länge und 55 Zentimeter hoch auszubauen, um die erforderliche Barrierefreiheit herzustellen. Der Bau von zwei Wetterschutzhäusern sei geplant und die Umstellung auf eine energiesparende Beleuchtung. Auch ein neuer Personentunnel soll gebaut werden. Er soll die Nord- und die Südseite des Bahnhofs für Reisende erschließen. Bisher war das Bahnhofsgelände in Baddeckenstedt nur von der B 6 erreichbar. Durch illegale Gleisüberquerungen kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen auf den Gleisen und 2020 sogar zu einen tödlichen Unfall (unsere Zeitung berichtete). Vorgesehen sei in den Planungen, entweder Rampen oder Aufzüge als Bahnsteig-Zuwegungen zu schaffen, was aber noch nicht endgültig entschieden sei.

Neue Erschließung er Bahnsteige von der Südseite

Zusätzlich zum unterzeichneten Vertrag mit der Deutschen Bahn AG solle das Bahnhofsumfeld in Baddeckenstedt umgestaltet werden. Dabei solle der Stationsrahmenplan, den der Regionalverband auch für Baddeckenstedt erarbeiten ließ, im Wesentlichen umgesetzt werden. Dieser beinhalte unter anderem eine neue Erschließung der Bahnsteige von der Südseite. Hier sollen Park & Ride- sowie Bike & Ride- Anlagen entstehen.
Der Regionalverband übernehme mit dem Vertrag zunächst die Planungskosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro für die vier Stationen. Die Baukosten der Maßnahmen werden im Zuge der Planung ermittelt.

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