An das Sehlder Feuerwehrhaus wird nicht einfach nur angebaut

Sehlde.  Vorschriften und Bedürfnisse sorgen für viele neue Aspekte in der Planung. Rund eine Millionen Euro wird das Vorhaben kosten.

Das Foto zeigt (von links)  Klaus Kubitschke, Burkhard Behne und Patrik Franke beim Ortstermin.

Das Foto zeigt (von links)  Klaus Kubitschke, Burkhard Behne und Patrik Franke beim Ortstermin.

Foto: Andrea Leifeld

Es geht voran im westlichen Zipfel der Samtgemeinde Baddeckenstedt. Die Erweiterung des Feuerwehrhauses liegt im Zeitplan und bot nun auch den Anlass für einen Ortstermin mit Samtgemeindebürgermeister Klaus Kubitschke, Bauamtsleiter Burkhard Behne und Ortsbrandmeister Patrik Franke. Die Kosten des Vorhabens werden rund 1 Million Euro betragen. Wenn der Zeitplan gelingt, sollen die Um- und Anbaumaßnahmen Mitte Januar 2021 abgeschlossen sein.

Eine von drei Stützpunktwehren

„Ich sehe es schon kommen, das wird ein Aufreger sein. 1 Million Euro. Wie konntet ihr das bewilligen? In einem Ort mit grade mal 1000 Einwohnern, werde die Leute sagen. Aber wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, schilderte Kubitschke. Schließlich ist Sehlde, neben den Wehren in Baddeckenstedt und Burgdorf, eine von drei Stützpunktfeuerwehren in der Samtgemeinde“, erinnert er.

Auch Schlauchbootstandort

50 Kameraden versehen in der Einsatzabteilung ihren Dienst, 14 davon sind Frauen. In Sehlde sind der Einsatzleitwagen (ELW) der Samtgemeinde und auch der Hochwasseranhänger mit dem Schlauchboot untergestellt. Die Ersatzbeschaffung des 29 Jahre alten LF 8/18 ist mit einem LF 20/20 bereits angeschoben, und auch ein zusätzlicher MTW (Mannschaftstransportwagen) steht zeitnah der Sehlder Wehr ins Haus.

Schlicht zu klein

Und genau da begannen die (Platz-)Probleme: „Unser Feuerwehrhaus wurde 1967 gebaut. Da passt ein modernes Löschfahrzeug von der Größe her gar nicht mehr rein“, erklärte Ortsbrandmeister Patrik Franke. Der erste Gedanke, „schnell mal eine Fahrzeughalle anzubauen“, erwies sich als unmöglich.

Vorschriften nach DIN

„Wenn man anfängt zu bauen, müssen die aktuellen DIN-Vorschriften in jedem erdenklichen Bereich erfüllt werden“, betonte der Samtgemeindebürgermeister. Und diese Normen gestalteten sich unglaublich vielseitig: Da kam nicht nur ein neuer Garagenanbau, sondern gleich ein kompletter Umbau auf die Sehlder Feuerwehrkameraden zu, die dort, wo es möglich ist, ganz viel Eigenleistung einbringen.

Altbau wird weiter genutzt

Im Neubau wird sich, neben der Stellfläche für zwei Einsatzfahrzeuge, auch die Damen- und Herren-Umkleide befinden. Im Altbau verbleiben drei Stellplätze, die Sanitäranlagen für Männer und Frauen, und auch die Jugendfeuerwehr wird dort einen eigenen Raum bekommen.

Einsatzleitstelle im Erdgeschoss

Aber das Wichtigste: Die technische Einsatzleitstelle der Samtgemeinde, also ein separater Büroraum für die Koordinierungskräfte bei großen Schadenslagen, wird künftig im Erdgeschoss untergebracht sein. Der Aufenthalts- und Schulungsraum hingegen wird unter das Dachverlegt. „Dafür müssen wir eine zusätzliche Außentreppe als Flucht- und Rettungsweg anbauen“, so Bauamtsleiter Burkhard Behne.

Zusätzlicher Parkraum

Einmal mit den Planungen begonnen, nahmen die Veränderungen kaum ein Ende. Außerdem musste zusätzlicher Parkraum geschaffen werden. Die Vorschrift besagt, es müssen so viele PKW-Parkplätze vorhanden sein, wie die Anzahl aller Plätze in den Feuerwehrfahrzeugen. Im Falle der Sehlder Wehr sind das 20.

Land von der Gemeinde

Auch Begegnungsverkehr mit den ausrückenden Feuerwehrfahrzeugen und nachrückenden Einsatzkräften dürfe es nicht geben. Das für den Parkplatzneubau erforderliche Land wurde von der Gemeinde Sehlde erworben.

Samtgemeinde finanziert

„Den An- und Umbau des Feuerwehrhauses finanziert die Samtgemeinde Baddeckenstedt. Aber die Ausstattung der Feuerwehr sehen wir längst nicht nur als Pflichtaufgabe. Wir wollen, dass unsere Einsatzkräfte gut ausgestattet sind bei dem, was sie alles für uns leisten“, betonte Klaus Kubitschke.

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