Dritte Mitfahrbank in Heere ist da

Heere.  Awo und SPD gaben die Anregung. Geld wurde beim Maibaumaufstellen erwirtschaftet. Aber es gibt auch noch ein paar Sorgen mit dem Projekt.

Brigitte Kippenberg (von links), Gabi Bludau und Bettina Eisenbarth freuen sich über die neue Mitfahrbank an der Kindertagesstätte in der Schützenstraße.

Brigitte Kippenberg (von links), Gabi Bludau und Bettina Eisenbarth freuen sich über die neue Mitfahrbank an der Kindertagesstätte in der Schützenstraße.

Foto: Andrea Leifeld

Mit dem Aufstellen der dritten Mitfahrbank im Ort rückt erneut ein Bürgerprojekt in den Focus, das bislang nicht so gut angenommen wird. Nach den zwei bereits vorhandenen Mitfahrbänken, unter der Eiche und an der Hauptstraße, fand ein drittes Sitzmöbel an der Schützenstraße einen zentralen Standort. Ein munteres Damen-Trio feierte gemeinsam die offizielle Inbetriebnahme.

Für jede Fahrtrichtung

„Die Idee, auch an diesem Standort eine weitere Mitfahrbank aufzustellen, kam im Awo- und SPD-Ortsverein auf“, erinnerte die SPD-Frontfrau Bettina Eisenbarth. Gemeinsam mit der Awo-Vorsitzenden Brigitte Kippenberg und Awo-Mitglied Gabriele Bludau hegte sie den Wunsch „in jede Fahrtrichtung“ eine Wartebank aufzustellen.

Das erforderliche Kapital für die dritte Bank kam beim Kaffee- und Kuchenverkauf rund um das Maibaumaufstellen 2019 zusammen. „Jürgen Karbstein aus Elbe baute auch diese Bank aus solidem Fichtenholz und wieder mit Unterstützung von Flüchtlingen“, ergänzte Kippenberg.

Gesagt getan. Nun ist sie da, die dritte Mitfahrbank in Heere. Aber wie wird das Projekt, das der „Verein Vielfalt Innerste“ 2018 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt anschob, überhaupt angenommen? „Wenn im Nachbarort eine Veranstaltung ist, muss doch nicht jeder mit dem eigenen Auto fahren“, nannte Bludau den Umweltgedanken. Auch seien Gottesdienste längst nicht mehr jeden Sonntag im eigenen Ort, sondern auch häufig in den Kirche der Nachbargemeinden.

Ideen für die vierte Bank

Keine Frage, die drei Frauen sehen den Bedarf. Eine vierte Bank, Höhe des Friedhofs, wäre aus ihrer Sicht noch wünschenswert.

„Wir führen zwar keine Statistiken, aber die Nachfrage ist leider kaum da“, erklärte Reinhard Lingner als Vorsitzender des Vereins „Vielfalt Innerste“ auf Nachfrage unserer Zeitung. Vereinsziel sei es gewesen, in jeden Ort der Samtgemeinde eine Bank aufzustellen und so ein Gerüst an Mitfahrmöglichkeiten zu schaffen.

Bürger haben ausgesucht

Die Standorte wurden durch die Bürger ausgewählt. In manchen Ortschaften wurden später weitere Mitfahrbänke durch das Engagement der Bürger und örtliche Vereine aufgestellt. In der Gemeinde Burgdorf schuf der Verein „Burgdorf mobil“ (Bumo) parallel ein vergleichbares Angebot, aber auch das werde kaum nachgefragt, berichtete er.

Eine besondere Kennzeichnung, beispielsweise eine Plakette an der Fahrzeugscheibe, die den Autofahrer sichtbar vertrauenswürdig für eine Mitfahrgelegenheit macht, gebe es nicht. „Das ist in Burgdorf so, hier bei uns nicht.“ Lediglich durch einen drehbare, roten Pfeil könne der Fahrgast die gewünschte Richtung einstellen. Alles andere regelten die Sympathien zwischen dem Autofahrer und Reisewilligen.

Idee muss ins Rollen kommen

„Vielleicht müssen wir nochmal die Werbetrommel rühren“, betonte Lingner, damit die Mitfahr-Idee endlich ins Rollen kommt. Annehmen und nutzen müssten die Bürger das Angebot dann aus eigenem Antrieb. Der Verein „Vielfalt Innerste“ plante zum derzeitigen Zeitpunkt nicht, weitere Mitfahrbänke aufstellen.

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