Corona-Chaos vor dem Start der Handball-Weltmeisterschaft

Kairo.  18 US-Handballer und der Trainer haben sich infiziert. Auch Tschechien kratzt ein neues Aufgebot zusammen. Der WM-Spielplan wackelt.

Die Handball-WM in Kairo erlebt noch vor dem ersten Spieltag eine Bewährungsprobe: Nach etlichen Coronafällen müssen die Teams von USA und Tschechien neue Aufgebote einfliegen.

Die Handball-WM in Kairo erlebt noch vor dem ersten Spieltag eine Bewährungsprobe: Nach etlichen Coronafällen müssen die Teams von USA und Tschechien neue Aufgebote einfliegen.

Foto: dpa

Corona-Chaos schon vor dem ersten Anwurf: Am Tag vor Beginn der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten haben etliche positive Befunde für Wirbel gesorgt. In den Teams der USA und Tschechiens ist das Coronavirus ausgebrochen. Medienberichten zufolge sollen auch beim deutschen Vorrundengegner Kap Verde sieben Coronafälle aufgetreten sein. Welche Auswirkungen die Fälle haben, war zunächst unklar. Nordmazedonien wäre im Falle einer WM-Absage eines Teams der erste Nachrücker.

Wie US-Nationaltrainer Robert Hedin der norwegischen Zeitung Aftenposten bestätigte, sind in seiner Mannschaft 18 Spieler an COVID-19 erkrankt. Auch er selbst habe sich angesteckt. „Das ist unglaublich heftig“, sagte der Coach.

Die US-Handballer sind nicht die einzigen Betroffenen. Laut eines Berichts der Sportschau haben sich auch bei den Tschechen mehr als zehn Teammitglieder aus Mannschaft und Betreuerstab mit dem Virus infiziert, darunter seien auch die Cheftrainer Jan Filip und Daniel Kubes.

USA haben keine Abwehr, aber einen Torhüter

Beide Nationen basteln nun an einem neuen WM-Kader, sie wollen die Reise unbedingt antreten. „Wir schicken am Mittwoch zwölf Spieler nach Ägypten, aber wir haben keine Abwehr“, sagte Hedin und ergänzte: „Aber wir haben einen Torhüter.“

Für die US-Handballer ist der Ausbruch ein schwerer Schlag. Erstmals seit 20 Jahren ist der krasse Außenseiter wieder bei einer WM dabei. Mit zum vor dem Ausbruch nominierten Team zählen auch sieben in Deutschland aktive Spieler, allerdings steht keiner von ihnen bei einem Erstligisten unter Vertrag.

Angereister Spieler soll Virus mitgebracht haben

Wie es zu den Infektionen kam, konnte Hedin nicht klar beantworten. „Wir wurden die ganze Zeit getestet. Am Montag haben wir noch einen Schnelltest absolviert, der war negativ“, berichtete der Schwede. Es gebe die Vermutung, dass ein aus den USA angereister Spieler das Virus mitgebracht habe. Das Team bereitet sich in Norwegen auf das Mega-Turnier am Nil vor.

In Gruppe E steht für die US-Handballer planmäßig am Donnerstag das erste Vorrundenspiel gegen Österreich an, weitere Gegner sind Mitfavorit Norwegen sowie Rekordtitelträger Frankreich.

Eintritt in die "Bubble" wird Herausforderung

Tschechien bestreitet laut aktuellem Spielplan ebenfalls am Donnerstag sein erstes Spiel gegen Schweden, das Team ist am Samstag außerdem Vorrundengegner des Gastgebers Ägypten. „Es gibt keine Überlegungen, die Teilnahme abzusagen“, sagte eine Sprecherin des tschechischen Handballverbandes der Sportschau.

Klar ist schon jetzt: Der Eintritt in die Turnierblase wird für beide Nationen eine Herausforderung. Nach ihrer Ankunft in Ägypten werden alle Nationen laut Protokoll auf COVID-19 getestet. Anschließend begeben sie sich bis Bekanntwerden des Testergebnisses in Isolation. Wer einen negativen Befund vorweisen kann, zählt zur „Bubble“. Anschließend stehen Corona-Tests im Zwei-Tages-Rhythmus an.

Alle Tests im deutschen Team bislang negativ

Das deutsche Team von Bundestrainer Alfred Gislason reiste am Dienstag von Düsseldorf aus nach Kairo. Bislang waren alle Corona-Tests bei der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) negativ ausgefallen. Die WM beginnt am Mittwoch mit dem Eröffnungsspiel zwischen Ägypten und Chile.

Am Donnerstag starten dann weitere der insgesamt 32 Teams in das Turnier. Eine Änderung des Spielplans scheint spätestens seit Dienstag aber nicht mehr ausgeschlossen. (dpa/sid)

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