32. Spieltag

Frankfurt will BVB jagen - Mainz vor Rettung

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Der Mainzer Jonathan Burkhardt (l) und der Frankfurter Djibril Sow kämpfen resolut um den Ball.

Der Mainzer Jonathan Burkhardt (l) und der Frankfurter Djibril Sow kämpfen resolut um den Ball.

Foto: dpa

Trotz des erneuten Rückschlags im Kampf um die Champions-League-Plätze für Eintracht Frankfurt wollte Kevin Trapp gar keine Zweifel aufkommen lassen.

"Ja!", sagte der Nationalkeeper knapp und bestimmt auf die Frage, ob die Hessen auch nach dem 1:1 (0:1) gegen den fast geretteten FSV Mainz 05 noch Vierter werden. Coach Adi Hütter stand am Ende seines 100. Bundesligaspiels für die Frankfurter allerdings mit versteinerter Miene an der Seitenlinie - mit einem Zähler Rückstand auf den neuen Tabellenvierten Borussia Dortmund bei zwei ausstehenden Partien war die Ernüchterung groß.

"Das Unangenehme an der Situation ist, dass wir es nicht mehr in der Hand haben", sagte Hütter. "Wir haben noch zwei unangenehme Spiele vor uns, aber Dortmund auch. Abgerechnet wird zum Schluss." Der Österreicher muss sich womöglich ohne die Krönung einer Königsklassen-Qualifikation zu Borussia Mönchengladbach verabschieden. Durch die zweite sieglose Partie in Serie fielen die Hessen hinter die Dortmunder zurück und können die erstmalige Teilnahme an der Champions League nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. "Aber es ist noch alles möglich", sagte Trapp bei Sky. "Wir müssen weiter dran glauben."

Karim Onisiwo erzielte in der elften Minute die Führung für die Mainzer, die mit einem Sieg bereits sicher den Abstieg verhindert hätten. Die Rheinhessen können aber maximal noch auf den Relegationsrang fallen und würden mit einem weiteren Zähler die Rettung perfekt machen. Glückwünsche wollte Coach Bo Svensson aber noch nicht entgegennehmen. Es fühle sich noch nicht wie der Klassenerhalt an, sagte der Däne. "Die Geschichte von Mainz zeigt, dass man sich auf nichts verlassen soll", sagte das Vereins-Urgestein in Erinnerung an viele Last-Minute-Dramen des Clubs.

Auch in Frankfurt kam die Ernüchterung für Mainz spät. Ajdin Hrustic (86.) sorgte für den späten Ausgleich der Eintracht. "Wir haben leider nicht gut gespielt, uns fehlten die Kreativität und die Spielidee", sagte Frankfurts Kapitän Makoto Hasebe. "Wir haben noch Chancen und müssen bis zum Ende alles geben."

Mainz-Coach Svensson hat weiter beste Chancen, das schier Unmögliche möglich zu machen: Nach nur sieben Punkten in der Hinrunde stehen die Mainzer kurz davor, den Abstieg zu verhindern - das ist mit dieser Ausgangslage zuvor keinem anderen Bundesligaclub gelungen. Mit Svensson holten die 05er in bisher 15 Rückrundenspielen 29 Punkte. Die Mainzer könnten der Eintracht (57 Punkte) noch Schützenhilfe leisten: Sie spielen am nächsten Sonntag gegen Dortmund (58) und am letzten Spieltag beim Ligadritten VfL Wolfsburg (60).

Mit dem Selbstbewusstsein aus acht ungeschlagenen Spielen in Serie waren die Mainzer zum Nachbarn an den Main gereist. Die Gäste machten es den Frankfurtern von Anfang an schwer, effektive Offensivaktionen zu inszenieren. Zunächst sorgte vor allem Mainz für Impulse und nach 35 Sekunden durch einen Flachschuss aus zwölf Metern von Jonathan Burkardt, den Trapp parierte, für schnelle Gefahr.

Die Gastgeber hatten gegen die zugleich in der Defensive sehr gut organisierten Rheinhessen wenig entgegenzusetzen - und bekamen dafür früh die Quittung: Nach einer Vorlage des Eintracht-Leihspielers Dominik Kohr schoss Onisiwo unbehelligt aus 16 Metern in die linke Ecke zur Führung für die Mainzer ein.

Erst danach erhöhten die Frankfurter den Druck, wenn auch nur sporadisch und nicht konsequent. Dies galt vor allem für Leihstürmer Luka Jovic von Real Madrid, der in der 16. und 20. Minute zweimal zu lange zögerte, so dass seine Schüsse abgeblockt werden konnten. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich hatte Sekunden später Filip Kostic, dessen Volleyschuss 05-Schlussmann Robin Zentner mit einer Glanzparade abwehrte.

Auch nach dem Wiederanpfiff blieben sehenswerte Aktionen der Frankfurter eher Mangelware. In der 76. Minute hätte Onisiwo für die Vorentscheidung sorgen können, doch bei seinem Sprint-Solo legte er sich selbst den Ball zu weit vor. In der Schlussphase drängte Frankfurt immer stärker auf den Ausgleich und wurde kurz vor Ende zumindest mit einem Punkt belohnt.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-530803/5

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