Diese beiden Grizzlys-Sternchen sollen noch heller leuchten

Wolfsburg.  Charly Fliegauf, der Manager des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten, spricht über die Sturmtalente Valentin Busch und Jan Nijenhuis

Valentin Busch lieferte vergangene Saison die beste Leistung aller Talente im Grizzlys-Team ab.

Valentin Busch lieferte vergangene Saison die beste Leistung aller Talente im Grizzlys-Team ab.

Foto: imago/Jan Huebner

Eine durchwachsene Saison liegt hinter den Grizzlys Wolfsburg. Doch obwohl 2019/2020 nur Platz 9 in der Deutschen Eishockey-Liga heraussprang und die Play-offs wegen Corona ausfielen, gab es auch ein paar Lichtblicke. Zu denen gehörten zwei Youngster: die Stürmer Valentin Busch (22) und Jan Nijenhuis (18).

Die größte positive Überraschung war Busch. Seine in 43 Einsätzen erzielten vier Tore und sieben Assists waren die beste DEL-Saisonausbeute in seiner Karriere. Dank seines U23-Status’ avancierte er zum Stammspieler, ließ aber von der Leistung her den einen oder anderen Ü23-Profi hinter sich. „Valentin ist wendig, schnell, besitzt Hockey-Instinkt und einen guten Schuss“, zählt Grizzlys-Manager Charly Fliegauf die Vorzüge des 22-jährigen Außenangreifers auf.

Dank dieser Stärken stieg Busch – etwas unerwartet – zum U23-Spieler Nummer 1 der Wolfsburger auf. Im Vorfeld der Spielzeit waren Verteidiger-Neuzugang Maximilian Adam und Mittelstürmer Eric Valentin, der mittlerweile den Klub verlassen musste, als Favoriten auf die beiden U23-Plätze im Spieltagskader gehandelt worden. Doch es kam anders.

Auch deshalb, weil das „Küken“ im Team vor allem zu Saisonbeginn auf sich aufmerksam machte. Nijenhuis, gerade erst vom deutschen Junioren-Meister Jungadler Mannheim zu den Grizzlys gewechselt, schaffte es in seiner ersten DEL-Saison erstaunliche 34 Mal in den Kader. Es wäre sogar mehr möglich gewesen, denkt Fliegauf. Denn: „Jan besitzt einen sehr guten ansatzlosen Schuss. Im Training habe ich den oft von ihm gesehen. Er muss ihn aber auch im Spiel bringen.“

So blieb Nijenhuis in den DEL-Partien noch ohne Torerfolg. Der Manager und die Trainer erwarten nun, dass der Flügelstürmer seine Hausaufgaben erledigt. „Die guten Eishockeyspieler werden im Sommer gemacht“, zitiert Fliegauf eine alte Binsenweisheit mit Blick auf das vergangenen Sommer 77 Kilogramm wiegende und 1,76 Meter große Talent. „Körperlich sehe ich bei ihm noch viel Potenzial. Er muss sich nun neu beweisen. Dabei hilft ihm, dass er vergangene Saison bei uns fast alles mitgemacht hat, was möglich war.“

Etwas anders ist die Erwartungshaltung in Buschs Fall. Er ist dreieinhalb Jahre älter als Nijenhuis und steht vor seinem letzten Jahr als U23-Spieler in der DEL. Danach fällt der Schutzstatus weg. Trotzdem erhöht Fliegauf den Druck auf den Linksschützen nicht. „Erst einmal ist es wichtig, dass er seine Leistung aus der vergangenen Saison bestätigt, bevor wir vom nächsten Schritt sprechen. Wir brauchen konstante Leistungen von den jungen Spielern, damit wir sie auch spielen lassen können“, sagt der Manager.

Und sieht in einem Punkt auf jeden Fall Steigerungsbedarf. „Valentin muss noch an seiner körperlichen Statur arbeiten. Er besitzt gute Anlagen, aber an den richtigen Stellen kann er ruhig zulegen.“ Buschs 78 Kilogramm bei einer Größe von 1,82 Metern aus der vergangenen Saison seien ein durchaus steigerbares Kampfgewicht.

Wenn sich beide Youngster die Worte des Managers zu Herzen nehmen, werden gute Leistungen von ihnen in der Spielzeit 2020/2021 keine Überraschungen mehr sein.

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