Grizzlys Wolfsburg nach 1:2 n. V. weiter in der Krise

Wolfsburg.  Es hätte der Schritt raus aus der Mini-Krise sein sollen. Doch Wolfsburgs Eishockey-Erstligist gerät nach der Pleite gegen die DEG unter Druck.

Grizzlys-Routinier Jeff Likens (rechts, hier im Duell mit Düsseldorfs Eugen Alanov) schlittern weiter rein in die Krise.

Grizzlys-Routinier Jeff Likens (rechts, hier im Duell mit Düsseldorfs Eugen Alanov) schlittern weiter rein in die Krise.

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys / oh

Die 20 Spieler auf dem Eis haben mit der nächsten maximal durchschnittlichen Leistung den Schritt aus der Mini-Krise heraus verpasst, aber eine einzelne Person wird nun wieder besonders für das Misslingen verantwortlich gemacht werden. Der zuletzt schon bei Management und Fans in die Kritik geratene Grizzlys-Cheftrainer Pat Cortina muss sich nach der 1:2 (0:1, 0:0, 1:0, 0:1)-Heimpleite nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG am Mittwochabend nun auf noch mehr Gegenwind einstellen. Sein Team bleibt Vorletzter in der Gruppe Nord der Deutschen Eishockey-Liga, der Abstand auf Rang 4 beträgt drei Punkte. Ein neuer Ausfall droht zudem.

Der Grizzlys-Treffer durch Anthony Rech reichte nicht, um zumindest den knappen Hinspielsieg (5:4 n. V.) zu wiederholen. Die Gäste sicherte sich zwei der drei Punkte durch Tore von Alexander Barta und Daniel Fischbuch.

Zwei Rückkehrer gegen Düsseldorf

Personallage: Erstmals seit langem hatte Cortina die Qual der Wahl. 22 Spieler standen durch die Rückkehr der zuvor verletzt ausgefallenen Sebastian Furchner und Mathis Olimb zur Verfügung. Der Trainer verzichtete auf den jungen Verteidiger Steven Raabe und ließ im Tor rotieren. Dustin Strahlmeier raus, Chet Pickard rein. Angesichts von sechs Verteidigern und 13 Stürmern im 21er-Spieltagsaufgebot absolvierten einige Außen nicht jeden turnusmäßigen Wechsel. Furchner, Phil Hungerecker und Jan Nijenhuis waren anfangs davon hauptsächlich betroffen. Janik Möser (Herzmuskelentzündung) und Dominik Bittner (Bauchmuskelverletzung) fehlen vorerst weiter.

Erstes Drittel: Nach Schüssen (15:11) und Bullys (11:6) lagen die Grizzlys nach den ersten 20 Minuten vorn, nur nicht in der wichtigsten Statistik: nach Toren. DEG-Kapitän Alexander Barta hatte nach 5:25 Minuten mit der ersten Düsseldorfer Chance zum 0:1 getroffen. Spencer Machacek aus aussichtsreicher Position mit einem zu unpräzisen Abschluss (8.) und Fabio Pfohl mit einem Pfostentreffer (12.) vergaben die besten Chancen der Wolfsburger. Die hatten kurz vor Drittelende Glück, dass Ken Andre Olimb am langen Pfosten des Grizzlys-Tores am Puck vorbeischlug. Eine verletzungsbedingte Unterbrechung hatte es Mitte des Duchgangs gegeben. Mathis Olimb fügte bei einem unglücklichen Zusammenprall Linienschiedsrichter Wayne Gerth einen Cut an der Oberlippe zu. Gerth wurde in der Grizzlys-Kabine behandelt und kehrte erst kurz vor der ersten Pause zurück aufs Eis.

Fauser verletzt raus

Zweites Drittel: Die DEG kam besser aus der Kabine. Tobias Eder (20.), ein Pfostentreffer (25.) und der frühere Wolfsburger Alexander Karachun (27.) – es gab richtig Druck aufs Grizzlys-Tor. Zweimal parierte Pickard glänzend. Auch in ihrem ersten Powerplay kam die DEG schnell in die Aufstellung, während sich das Cortina-Team schon im ersten Abschnitt in einem Überzahlspiel sehr schwergetan hatte und auch im zweiten Drittel eine Powerplay-Chance ungenutzt ließ. Nur gut, dass auch die Gäste nicht durchkamen mit ihren Schüssen. Die Gegentorflut von zuletzt 19 Gegentreffern aus vier Partien war zwar aus Wolfsburger Sicht erst einmal gestoppt, doch in der Offensive fiel den Grizzlys wenig ein. Die Sorgenkinder waren dieselben wie schon die ganze Saison. Vorjahres-Torjäger Anthony Rech (20 Treffer in 2019/20) und -Topvorbereiter Mathis Olimb (26 Torvorlagen in 2019/20) schwächeln weiter. Rech ist noch torlos, bei Olimb steht gar die Doppelnull. Pech, dass kurz vor Drittelende Vize-Kapitän Gerrit Fauser verletzt ausschied.

Drittes Drittel: Auch nach einer Woche Spielpause hätten die Grizzlys spätestens nun im Spiel sein sollen. Ein Konditionsvorteil der ausgeruhten Gastgeber im Vergleich zu den erst am Montag im Einsatz gewesenen Düsseldorfern (5:4 n. V. gegen Berlin) war jedenfalls nicht zu erkennen. Der Spielaufbau wirkte behäbig, es dauerte meist zu lange, bis die Grizzlys-Stürmer anspielbar in Position waren. Die Zeit lief gegen die jetzt zumindest kämpfenden Grizzlys, als bei einem der Knoten platzte: Rech! Der Franzose jubelte nach seinem ersten Saisontor überschwänglich – 1:1 (51.). Die Vorarbeit ging zudem aufs Konto von Mathis Olimb. Die Sorgenkinder brachten die Grizzlys zurück ins Spiel. Furchner und Max Görtz (53.) hatten erstmals die Führung auf den Schlägern. Es war die beste Phase der Hausherren, sie drückten kurzzeitig. Ausgerechnet Rech kassierte aber 1:23 Minuten vor der Sirene eine Strafe. Nach 60 Minuten blieb es jedoch beim 1:1 dank des dieses Mal guten Wolfsburger Penaltykillings.

Fischbuch als Matchwinner

Die Verlängerung: Die ersten 37 Sekunden der maximal fünf Minuten mussten die Grizzlys mit 3 gegen 4 bestreiten. Die Unterzahl überstanden sie zwar, doch kurz darauf bei 3 gegen 3 sicherte Daniel Fischbuch seinem Team mit dem 1:2 den Zusatzpunkt. Die Kritik an Grizzlys-Trainer Cortina wird vorerst nicht verstummen. Im Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr) gegen Iserlohn ist er zum Siegen verdammt, wenn es nicht richtig ungemütlich für ihn im Allerpark werden soll.

Das Spiel kompakt:

Grizzlys Wolfsburg: Pickard – Bruggisser, Wurm; Adam, Button; Likens, Melchiori – Görtz, Järvinen, Hungerecker; Rech, M. Olimb, Boucher; Fauser, Pfohl, Nijenhuis; Machacek, Festerling, Busch.

Düsseldorfer EG: Hane – Cumiskey, Jensen; Nowak, Ebner; Johannesen, Zanetti; Eder – Fischbuch, K. Olimb, Alanov; Flaake, Barta, Kammerer; From, Carey, Karachun; Ehl, Buzas, Jahnke.

Tore: 0:1 (05:26) Barta (Flaake), 1:1 (50:08) Rech (M. Olimb, Boucher), 1:2 (62:01) Fischbuch (Jensen, Carey).

Strafen: Wolfsburg 6 Minuten, Düsseldorf 6 Minuten.

Schiedsrichter: Gordon Schukies und Bastian Steingroß.

Zuschauer: keine.

Nächstes Spiel:

Grizzlys Wolfsburg – Iserlohn Roosters,

Freitag, 18.30 Uhr (live auf Magenta Sport).

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