Tobias Rau: Wir suchen Spieler, die den Unterschied ausmachen

Braunschweig.  Obwohl bisher noch kein Neuzugang verpflichtet wurde, lobt Eintracht-Aufsichtsrat Tobias Rau die akribische Arbeit von Sportdirektor Peter Vollmann.

Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann und Aufsichtsratsmitglied Tobias Rau brauchen Geduld auf dem Transfermarkt.

Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann und Aufsichtsratsmitglied Tobias Rau brauchen Geduld auf dem Transfermarkt.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Das 0:0 von Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig gegen den 1. FC Magdeburg schaute sich Tobias Rau vor Ort an. Das Aufsichtsratsmitglied der Löwen, das als Lehrer in Bielefeld arbeitet, hatte den Test zum Anlass genommen, um seiner Heimatstadt einen Besuch abzustatten und sich persönlich einen Überblick über die Entwicklung bei den Blau-Gelben zu verschaffen. Anschließend beantwortete der Ex-Profi unserer Zeitung einige Fragen zu Eintrachts Transferpolitik.

Herr Rau, bisher konnte Eintracht noch keinen Erfolg auf dem Transfermarkt vermelden. Auch ein Abgang ist noch nicht zu verzeichnen. Woran liegt das?

Wir haben eine ganz andere Situation als im vergangenen Winter. Damals mussten wir die Mannschaft in allen Bereichen verändern, um noch eine Chance im Kampf um den Klassenerhalt zu haben. Das waren in erster Linie Spieler aus der 3. Liga oder Regionalliga. Diesmal sind wir auf der Suche nach ein, zwei Spielern, die in der 3. Liga den Unterschied ausmachen können und sich hundertprozentig mit der Aufgabe bei uns identifizieren. Nur unter diesem Gesichtspunkt machen Neuverpflichtungen Sinn. Deshalb dürfen wir nicht hektisch werden und keine Schnellschüsse tätigen. Wir brauchen eine sehr gute Lösung, die aber auch wirtschaftlich machbar ist. Und die ist nicht so einfach zu bekommen.

Gleichzeitig sollen gleich mehrere Profis Eintracht verlassen. Vor allem die Entscheidung, Orhan Ademi abgeben zu wollen, wird bei den Fans diskutiert und teilweise auch hart kritisiert. Was sagen Sie dazu?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, unseren Kader auch mit Blick auf mögliche Neuzugänge zu verkleinern und gerade Orhan hatte in den vergangenen Monaten viele Chancen, sich zu beweisen. Sowohl im Training als auch in den Spielen, zuletzt während des einwöchigen Trainingslagers in Belek. Unsere Entscheidung haben wir den betreffenden Spielern jeweils in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Im Übrigen gibt es bei uns auch keine Trainingsgruppe 2. Wir versuchen, mit den Beratern der Spieler für beide Seiten akzeptable Lösungen zu finden. Übrigens gehört Mike Feigenspan nicht zu den Spielern, die wir abgeben wollen. Wir haben seine Situation mit ihm besprochen und die Sache damit geklärt.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Sportdirektor Peter Vollmann?

Wir sehen Peter Vollmann und seine Arbeit extrem positiv. Er verfügt über ein riesiges Netzwerk in der Fußball-Szene und arbeitet sehr akribisch, um unser Risiko eines Fehlgriffs auf dem Transfermarkt zu minimieren. Dazu hat er einen guten Blick auf die Entwicklungen im Klub und in der Mannschaft und reagiert darauf auf ruhige und unaufgeregte Weise. Peter macht einen super Job.

Trotzdem ist die Stimmung im Umfeld der Eintracht nicht gerade euphorisch, obwohl man als Tabellenvierter noch alle Chancen auf den Aufstieg hat. Wie erklären Sie sich das?

Natürlich stellen wir uns berechtigter Kritik und nehmen sie auch an. Trotzdem habe ich hin und wieder das Gefühl, dass hier an der einen oder anderen Stelle versucht wird, die Atmosphäre bewusst zu vergiften, indem auf Basis falscher Informationen argumentiert wird. Wir haben in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft. Nun stehen wir auf dem vierten Tabellenplatz und sind punktgleich mit dem Dritten. Auch wenn nicht alles gut lief in der Hinrunde, wird mir diese Entwicklung von einigen doch zu gering geschätzt. Dabei kann eine positive Atmosphäre gerade im Aufstiegsrennen entscheidend sein. Wir brauchen das ganze Stadion, die Stadt und die Region in unserem Rücken, ansonsten wird es schwer, unsere Ziele zu erreichen.

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