Philipp Hofmann: Das habe ich auch Eintracht zu verdanken

Braunschweig.  Philipp Hofmann ist der Unterschiedsspieler beim Karlsruher SC. Vor dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig sprach er über seinen Ex-Verein.

Philipp Hofmann hat in Karlsruhe erstmals in seiner Profi-Karriere dauerhaft seinen Torriecher gefunden. Nun wartet das Duell mit Ex-Verein Eintracht Braunschweig.

Philipp Hofmann hat in Karlsruhe erstmals in seiner Profi-Karriere dauerhaft seinen Torriecher gefunden. Nun wartet das Duell mit Ex-Verein Eintracht Braunschweig.

Foto: Tom Weller / dpa

Nach seinem Abgang aus Braunschweig hat sich Philipp Hofmann zu einem der besten Zweitliga-Stürmer gemausert. Erstligisten und der Hamburger SV wollten ihn im Sommer. Dennoch trifft er am Samstag (13 Uhr) mit dem Karlsruher SC auf seinen ehemaligen Verein. Vorab sprach er über die Gründe für seinen Lauf, das anstehende Duell und die intensiven Momente mit der Eintracht.

Philipp Hofmann, 22 Tore in 42 Spielen - für keinen Verein haben Sie in Ihrer Profi-Laufbahn mehr Tore geschossen als in nun etwas mehr als einer Saison für den Karlsruher SC – Kann man sagen, dass für Sie erst nach Ihrem Abgang aus Braunschweig der Knoten so richtig geplatzt ist?

Das ist schwer zu sagen. Nachdem ich in der Zweitliga-Saison zu Braunschweig gewechselt bin und wir abgestiegen sind, habe ich regelmäßig meine Spiele gemacht – das war vorher nicht immer der Fall. Ich hatte keinen Spielrhythmus. In der dritten Liga habe ich viel gespielt. Und das hat mir gut getan. Ich hatte mit Henrik Pedersen und André Schubert zwei Trainer, die auf mich gesetzt haben. Und in Karlsruhe ging es weiter so (lacht). Dass es jetzt so gut für mich läuft, habe ich auch der Eintracht zu verdanken.

Die Eintracht haben Sie vor der abgelaufenen Saison 2019/20 verlassen? Wie intensiv haben Sie den Weg Ihrer ehemaligen Mitspieler daraufhin verfolgt?

Sehr intensiv. In der vergangenen Saison habe ich jedes Spiel geguckt. Und wenn ich es nicht live sehen konnte, habe ich es mir im Nachgang angeschaut. Ich habe noch guten Kontakt zu Manuel Schwenk oder Felix Burmeister. Und auch Martin Kobylanski kenne ich schon länger, weil wir uns oft als Gegenspieler auf dem Platz begegnet sind. Ich freue mich, die Jungs wieder zu sehen.

Was war das intensivste Erlebnis während Ihrer Zeit in Braunschweig?

Der Abstieg war schon ziemlich hart, nachdem ich im Winter gekommen bin. Danach kam der Umbruch, die Entlassung von Torsten Lieberknecht, zwei neue Trainer. Das Jahr in der dritten Liga war sehr intensiv. Im Winter waren wir abgeschlagen Letzter. Dann die Aufholjagd, das letzte Spiel gegen Cottbus, als wir es wegen eines Tores geschafft haben, drinzubleiben - für die Fans war das fast wie ein Aufstieg.

Sie wurden phasenweise von Fans kritisiert, weil die Tore nicht fielen. André Schubert hat Ihnen in dieser Zeit oft den Rücken gestärkt. War es am Ende auch ein Thema mangelnder Wertschätzung, aufgrund derer Sie im Sommer 2019 eine neue Herausforderung suchten?

Wir hatten andere Vorstellungen. Es war nicht klar, wer Trainer wird. Und ich wollte zurück in die zweite Bundesliga. Die Wertschätzung hat gestimmt, ich habe oft gespielt vorher. Aber ich wollte mich dann wieder verändern. Und weil ich die zweite Liga ganz gut kenne, habe ich den Schritt nach Karlsruhe gewagt.

Mit dem KSC befinden Sie sich im traditionell schwierigen zweiten Jahr nach dem Aufstieg. Warum sind Sie und Ihre Mannschaft nicht optimal aus der Sommerpause gestartet?

Wir haben die ersten Spiele verloren, obwohl wir spielerisch gut drauf und dem Gegner ebenbürtig waren. Wir hätten schon mehr Punkte auf dem Konto haben müssen, haben uns aber zuletzt dann endlich belohnt.

Seit dieser Saison gehört auch die Eintracht wieder der zweiten Liga an. Wie schätzen Sie die Mannschaft und ihre Chancen ein?

Ich denke, die Eintracht hat eine gute Mannschaft. Ich hoffe natürlich, dass sie in der Liga bleibt. Die Mannschaft hat viel Qualität mit Martin Kobylanski und vielen erfahrenen Spielern, die dazugekommen sind. Durch Kobylanski ist die Eintracht stark bei Standards. Der Teamgeist ist gut – so wie bei uns. Ich hoffe, dass wir das Spiel am Samstag gewinnen, aber Braunschweig danach die nötigen Punkte holt.

Auch wenn keine Zuschauer da sind: Wird es für Sie ein besonderes Spiel an alter Wirkungsstätte?

Ich freue mich auf die alten Teamkollegen, und ich habe auch immer gerne in dem Stadion gespielt, in dem ich viele gute Spiele absolviert habe.

Sie haben bereits vier Saisontore erzielt. Rechnen Sie damit, dass Ihre ehemaligen Mitspieler gegen Sie besonders aufmerksam verteidigen?

Das mag schon sein. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das jede Mannschaft in der Liga macht. Ich habe es immer besonders schwer, weil ich meistens zwei Gegenspieler habe. Aber ich hoffe, dass die Jungs am Samstag ein bisschen Rücksicht auf mich nehmen (lacht).

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