Eintracht Braunschweig

Nächste Nullrunde – Eintracht Braunschweig verliert in Kiel

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Eintracht Braunschweig: Fünf Fakten über den Fußballverein aus Niedersachsen

Eintracht Braunschweig- Fünf Fakten über den Fußballverein aus Niedersachsen

Das ist der Fußballverein Eintracht Braunschweig.

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Kiel.  Eintracht Braunschweig bleibt auch nach vier Spielen in der 2. Fußball-Bundesliga punkt- und torlos. Das Team wirkt auf der Suche nach seinem Stil.

Der Fußball, der auf einem standardisiert 105 Meter langen und 68 Meter breiten Feld ausgetragen wird, ist manchmal ein Spiel der Zentimeter. Dass Kleinigkeiten die Duelle auf höchstem Niveau entscheiden, ist allseits bekannt, doch selten wurde diese Weisheit so stark sichtbar wie am Samstagmittag in Kiel in der Anfangsphase der Zweitliga-Partie zwischen Holstein und Eintracht Braunschweig das nach 90 Minuten mit 0:3 (0:1) aus Sicht des BTSV endete. Die vierte Niederlage im vierten Saisonspiel, und wieder blieben die Blau-Gelben ohne eigenes Tor.

Aber erst einmal zu den knappen Angelegenheiten des Tages: In der 4. Minute lenkte Braunschweigs Immanuel Pherai den Schuss Niko Kijewskis an den Außenpfosten, von dem die Kugel ins Aus sprang. In der 12. Minute schoss Kiels Steven Skrzybski an den Pfosten des Eintracht-Tores, von dem der Ball an Jasmin Fejzic’ Rücken sprang und die Torlinie überquerte – 0:1 aus Braunschweiger Sicht und der Beweis, wie entscheidend Zentimeter sind. Am Ende wurde das Tor vom DFB noch Skrzybski zugeschrieben.

Aus Eintracht-Sicht hätte es dieses Beweises in der Hitze des Holstein-Stadions nicht bedurft – und erzwungen haben ihn die Gastgeber auch nicht unbedingt. Zwar hatten sie im ersten Durchgang die klareren Chancen durch den sehr präsenten Jann-Fiete Arp (4., 20.), Finn Porath (20.) und erneut Skrzybski (44.), aber auch das Team von Trainer Michael Schiele versteckte sich an der Ostsee nicht.

Eintracht Braunschweig reagiert positiv aufs frühe 0:1

Es war von Beginn an keine Verunsicherung zu erkennen nach drei Liga-Niederlagen zum Saisonstart. Auch das unglückliche 0:1 in der Anfangsphase sorgte nicht für hängende Schultern – im Gegenteil. Der Geist der Mannschaft stimmt, was die Abschlussmöglichkeiten durch Fabio Kaufmann (14.), Lion Lauberbach (16.) und Luc Ihorst (40.) belegen.

Allerdings sucht das Team derzeit etwas nach einem Stil, in dem es sich wohlfühlt. Mal versuchen die Blau-Gelben, kontrolliert hinten raus zu spielen, was aber meist an passenden Verbindungen zwischen den Mannschaftsteilen scheitert. Dann suchen sie die Lösung in langen Bällen auf die kantigen Lauberbach und Ihorst, denen die Aufgabe zuteil ist, die nachrückenden Pherai und Kaufmann zu bedienen.

Aber auch nach den nächsten 45 Minuten schafft Braunschweig noch kein Tor

Das waren noch die vielversprechendsten Ansätze, da mit wenig Aufwand und Risiko große Raumgewinne erzielt und über das Sichern zweiter Bälle Tormöglichkeiten im Anfangsstadium kreiert werden wurden – allerdings wie schon in den ersten drei Liga-Partien ohne durchschlagenden Erfolg.

Das Ende der Torlosigkeit wäre in Minute 48 beinahe erreicht gewesen, als erst Ihorst nach einer Hereingabe des aktiven Jan-Hendrik Marx am starken Holstein-Keeper Thomas Dähne scheiterte und danach Pherai den Ball aus komplizierter Position über den Kasten setzte – das hätte das 1:1 sein können.

Zur Wahrheit gehört aber auch, das nach dieser Chance rund 20 Minuten kaum etwas Konstruktives von der Eintracht kam. Kiel hingegen hatte durch Arp sowie Skrzybski (54.) und Alexander Mühling (68.) noch zwei gute Möglichkeiten, schon vor der Schlussphase auf 2:0 zu stellen. Doch zunächst rettete die Eintracht-Abwehr im Verbund und danach Fejzic.

Wolfgang Haslberger feiert ein stabiles Debüt als Zweitliga-Schiedsrichter

Glück hatte Jannis Nikolaou, dass er die Schlussphase noch aktiv auf dem Rasen mitgestalten durfte, da er schon gelb-verwarnt zwei weitere Fouls beging, die beide eine Verwarnung hätten nach sich ziehen können. Aber der 29 Jahre alte Schiedsrichter Wolfgang Haslberger in seinem Zweitliga-Debüt fuhr eine großzügige Linie – Glück für Blau-Gelb.

Anthony Ujah kommt für die Schluss-Offensive

Kurz darauf nahm Schiele dann Nikolaou vom Platz und brachte mit Anthony Ujah einen weiteren Stürmer für die Schluss-Offensive. Der Neuzugang traf in der 79. Minute noch einmal das Außennetz, köpfte kurz danach Holsteins Keeper Dähne in die Arme (81.). Kurz darauf machte Benedikt Pichler mit seinem Treffer aus Nahdistanz alles klar (82.).

Das 3:0 war am Ende aufgrund der klareren Chancen der Kieler verdient. Eintracht verkaufte sich zunächst teuer, hatten aber ab Mitte der zweiten Hälfte nichts mehr entgegenzusetzen. Das war dann einfach zu schwach. Obwohl es mit zwei ganz knappen Aktionen losgegangen war, die beide zuungunsten der Blau-Gelben ausfielen. Aber davon kann sich nach der nächsten Nullrunde auch niemand etwas kaufen.

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Spiel kompakt

Holstein Kiel: Dähne – Becker (59. Wahl), Erras, Komenda (65. Ignjovski) – Schulz – Korb, Porath (59. Mühling), Sander, Arp (59. Reese) – Skrzybski, Pichler.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Krauße, Behrendt, Schulz, Kijewski (46. Donkor) – Henning, Nikolaou (75. Ujah) – Kaufmann (66. Multhaup), Endo, Ihorst (60. Endo) – Lauberbach.

Tore: 1:0 Skrzybski (12.), 2:0 Skrzybski (73.), 3:0 Pichler (82.).

Gelbe Karten: Becker, Arp / Nikolaou, Kijewski.

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang).

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