Tuchels klare Ansage: Chelsea-Coach greift durch

London  Die bisherige Bilanz des neuen Chelsea-Trainers Thomas Tuchel kann sich sehen lassen. Doch am Dienstag wartet ein anderes Kaliber als Newcastle oder Sheffield. Vor dem Champions-League-Duell mit Atlético Madrid setzt der Coach ein klares Signal in seiner Mannschaft.

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Chelsea-Trainer Thomas Tuchel machte seinen Profis eine klare Ansage.

Chelsea-Trainer Thomas Tuchel machte seinen Profis eine klare Ansage.

Foto: dpa

Thomas Tuchel duldet keine Nachlässigkeiten. Das bekamen seine Spieler vom FC Chelsea vor dem Champions-League-Duell mit dem spanischen Tabellenführer Atlético Madrid deutlich zu spüren.

Im Auswärtsspiel beim FC Southampton wechselte Tuchel zur Pause Callum Hudson-Odoi ein - und nur 30 Minuten später beim Stand von 1:1 wieder aus. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass er richtig im Spiel war", sagte Tuchel später. "Das muss er jetzt schlucken und im Training für Atlético bereit sein."

Tuchels harte Maßnahme, die der Coach selbst als "vielleicht ein bisschen unfair" bezeichnete, sorgte für Aufsehen. Der 47-Jährige habe "etwas von der Rücksichtslosigkeit gezeigt, die hinter seiner Fassade lauert", schrieb der "Guardian". TV-Experten werteten die Maßnahme als öffentliche Demütigung. Ein Statement war es allemal - nicht nur für den sichtlich verärgerten Hudson-Odoi, sondern für das ganze Team, mit dessen Torausbeute der neue Blues-Coach hadert.

Ansonsten kann sich Tuchels bisherige Bilanz sehen lassen. In sieben Spielen unter dem früheren Mainzer und Dortmunder Trainer ist Chelsea unbesiegt. Fünfmal gewann das Team um die deutschen Nationalspieler Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger. Damit ist man wieder in Schlagdistanz zu den wichtigen Champions-League-Plätzen und auch im FA Cup noch dabei. Die Partie gegen Atlético am Dienstag wird der nächste Härtetest für den ehrgeizigen Tuchel, der im Vorjahr mit Paris Saint-Germain im Finale stand, aber gegen die Bayern verlor.

"Ich denke, wir sind auf Augenhöhe", sagte Timo Werner vor dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Madrid im "Kicker"-Interview. "Beide Mannschaften kassieren wenige Gegentore und können sehr guten Fußball spielen. Vielleicht ist es ein kleiner Vorteil, dass wir nicht in Madrid antreten müssen, sondern in Bukarest – wir werden sehen." Aufgrund der Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie wurde die Partie in die rumänische Hauptstadt verlegt.

Unter Tuchels Vorgänger Frank Lampard hatten die Blues eine gute Vorrunde gespielt - sieht man mal vom mageren 1:1 gegen FK Krasnodar zum Abschluss ab. Werner hatte mit drei Toren seinen Anteil daran. Nach monatelanger Torflaute traf der frühere Leipziger, der für RB sieben Tore in der Königsklasse erzielt hatte, vergangene Woche auch in der Liga wieder - und hofft nun in Bukarest nachzulegen.

Atlético hatte sich hingegen eher schwer getan und mit nur zwei Siegen gegen RB Salzburg die Gruppenphase überstanden. In La Liga sind die Rojiblancos Spitzenreiter, verloren allerdings zuletzt am Wochenende mit 0:2 gegen UD Levante. Gegen Chelsea muss Trainer Diego Simeone verletzungsbedingt auf die drei Stammspieler Jose Gimenez, Yannick Carrasco und Sime Vrsaljko verzichten.

Bei den Blues ist unklar, ob Kai Havertz wieder zur Verfügung steht. Der Ex-Leverkusener sollte eigentlich bereits am Wochenende sein Comeback nach Verletzung geben, stand dann aber doch nicht im Kader. Havertz sucht seit seiner Ankunft an der Stamford Bridge nach seiner Form. Für Tuchel kein Grund zur Besorgnis. "Ich habe keine Zweifel, dass er uns früher oder später seine Bestform zeigt", sagt er.

Das erhofft er sich schon am Dienstagabend von Callum Hudson-Odoi, dessen Auswechslung am Wochenende "keine große Sache" sei. Der Trainer stellte dem Angreifer gegen Atlético sogar einen Einsatz von Beginn an in Aussicht. "In dem Spiel hat er jede Chance, in der Startelf zu stehen", stellte Tuchel klar. "Ich will, dass er mir zeigt, dass er ein zuverlässiger Typ für die Mannschaft ist - ob er von der Bank kommt oder von Beginn an spielt."

© dpa-infocom, dpa:210222-99-544464/2

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