Doppelschlag raubt den Freien Turnern die Punkte

Braunschweig.  Das Braunschweiger Schlusslicht der Fußball-Oberliga verspielt in den letzten Minuten den möglichen Sieg und verliert.

Ein satter Schuss gelingt in dieser Szene Niels Wiese von den Freien Turnern, doch zu einem Treffer für die Braunschweiger kam es hier nicht.

Ein satter Schuss gelingt in dieser Szene Niels Wiese von den Freien Turnern, doch zu einem Treffer für die Braunschweiger kam es hier nicht.

Foto: Peter Sierigk

Der Befreiungsschlag für die Freien Turner sollte gegen den starken Aufsteiger SV Ramlingen-Ehlershausen her. Doch nach dem 1:2 (1:0) in einem für Corona-Bedingungen gut besuchten Spiel wartet das Team aus dem Prinzenpark nach sieben Fußball-Oberliga-Spieltagen weiterhin auf den ersten Saisonsieg.

„Ärgerlich, dass wir hier nicht einmal einen Punkt mitnehmen“, äußerte sich nach dem Spiel Angreifer und 1:0-Torschütze Nico Müller frustriert über die Niederlage: „Wir standen vielleicht in der zweiten Halbzeit einen Tucken zu tief, dennoch darf uns so ein Doppelschlag nicht passieren.“

Torwart Keul reagiert glänzend

Damit bezog sich Müller auf die Schlussphase des Spiels, als Ramlingen-Ehlershausen in der zweiten Hälfte immer druckvoller wurde und zunehmend aufs Tor des gut aufgelegten Turner-Schlussmanns Timo Keul drängte. Dieser parierte unter anderem in der 52. Minute einen Kopfball der Gäste aus der Nahdistanz glänzend. Erst fünf Minuten vor Schluss offenbarte das Heimteam die entscheidende Lücke, als der agile eingewechselte Matchwinner Utku Kani nach einer Hereingabe auf den zweiten Pfosten frei und Keul machtlos war.

Den Ballbesitz nach dem folgenden Anstoß gaben die Braunschweiger dann viel zu schnell her. Was folgte, war der schönste Spielzug der Partie, in welchem die Hannoveraner nach einem Flankenball durch Stürmer Mitchell Jordan trafen. So ging die Partie am Ende verloren, obwohl die Freie Turnerschaft lange defensiv wenig zugelassen hatte und auch ohne eigene Topchancen mit einer geschlossenen Teamleistung und viel Kampfgeist defensiv überzeugte.

Unruhe durch zu viele Wechsel

FT-Coach Kosta Rodrigues war enttäuscht: „In den entscheidenden Momenten geben wir zu schnell die Mitte frei – vielleicht haben uns die Wechsel am Ende etwas zu viel Unruhe hineingebracht“ analysierte der selbstkritische Rodrigues.

Beim Führungstreffer (38.) profitierte die Prinzenpark-Elf von der Verunsicherung bei den Gästen, nachdem diese nach einer halben Stunde Verteidiger Steffen von Pless und wenige Minuten später Torwart Marcel Maluck aufgrund deren schweren Zusammenpralls verletzungsbedingt austauschen mussten. Zwischen den Auswechslungen spitzelte Mittelfeldspieler Niklas Neudorf bei einem Konter den Ball auf Nico Müller, der überlegt vollendete. Doch dieses eine Tor sollte sich als zu wenig für auch nur einen Punkt herausstellen.

„Wir hätten nachlegen müssen“

Sturmspitze Müller meinte: „Die Mentalität der Mannschaft fand ich heute an sich gut, aber wir hätten nachlegen müssen.“ Unabhängig vom neuerlichen Rückschlag sei das Potenzial für die Oberliga trotz des weiterhin letzten Tabellenplatzes definitiv vorhanden, so Müller.

Tore: 1:0 Müller (38.), 1:1 Kani (85.), 1:2 Jordan (86.).

Freie Turner: Keul – Moslener, Fricke, Kunze, Hintersdorf – Wiese, Vrancic – Bollonia, Neudorf (53. Evers), Mastel (76. Chandra) – Müller (71. Franke)

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