GR-Serie: Gamsenerinnen stapeln seit 2011 hoch

Gamsen.  Serie „Kinder in Bewegung“ ­– Cheerleading: Vokabeln, Ehrgeiz und Teamfähigkeit sind für die aus den USA stammende Sportart vonnöten.

Cheerleading: Gamsenerinnen stapeln seit 2011 hoc. Video: Regios24 / Andre Schneider

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Cheerleaderinnen müssen eines: Vokabeln lernen. Sie beherrschen eine Vielzahl von Begriffen, Tricks und Würfen. Auch beim MTV Gamsen geben die Trainerinnen Jennifer und Vanessa Koch die Anweisungen auf Englisch.

Der Diamant ist in Gamsen omnipräsent

Da ist es nur folgerichtig, dass sich die Gruppe aus dem Gifhorner Stadtteil auch einen englischen Namen gibt: Diamonds. „Meine Lieblingsfarbe ist Blau. Ich wollte unbedingt etwas Blaues in den Teamnamen haben. Wir verbinden Diamanten oft mit dieser Farbe“, erklärt Jennifer Koch. Die Diamonds, sie schreiben ihre Erfolgsgeschichte beim MTV Gamsen.

2011 entstand das erste Team: die Sweet Diamonds. Im Laufe der Jahre kamen immer weitere Gruppen dazu, die je nach Alter und Leistungsstand trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Namentlich sind das die Rising und Royal Diamonds sowie die Stunt Groups Magic und Black Diamonds und die Diamonds Explosion. Der Edelstein, er darf einfach in keinem Teamnamen fehlen. „Wir haben die Teams in unser Herz geschlossen“, gesteht Vanessa Koch. Entsprechend engagiert fördern die Trainerinnen ihre Tänzerinnen.

Aber welchen Platz nehmen die Cheerleaderinnen innerhalb des MTV ein, der vor allem für seine erfolgreiche Fußball- und Volleyball-Abteilung bekannt ist? Trainerin Jennifer Koch berichtet aus dem vielfältigen Vereinsalltag in Gamsen: „Wir arbeiten sehr viel mit den anderen Abteilungen und Vereinen zusammen.“ So treten die Formationen etwa vor den Volleyballspielen, auf der eigenen Sportwoche oder dem Altstadtfest am kommenden Wochenende auf.

Und erfolgstechnisch müssen sich die Schützlinge von Jennifer und Vanessa Koch vor den Kickern und Volleyballern wahrlich nicht verstecken. Vor allem die Black Diamonds machten bei den vergangenen Turnieren auf sich aufmerksam. Bei der letztjährigen Cheer-Trophy, einem Turnier im Wolfsburger Congresspark, sicherten sie sich Rang 2 und setzten mit dem Sieg bei der diesjährigen Auflage noch einen drauf. Zudem holte die Gruppe bei den Harzer Cheeropen in Liebenburg den zweiten Platz im Gesamtklassement.

Ein Cheerleading-Training beim MTV läuft übrigens immer ähnlich ab. Zunächst beginnen die Trainerinnen mit dem Warm-up, der klassischen Aufwärmphase, die vor jedem Training oder einem Wettkampf fünf bis zehn Minuten dauert und Elemente wie Laufen sowie Dehnübungen für den ganzen Körper beinhaltet. Im Anschluss sind sie gefragt: die Vokabel-Kenntnisse der jungen Mädchen.

Jeder muss sich auf jeden verlassen

Cheerleading – das ist eine Sportart, die vor allem eines soll: gut aussehen. Viele denken sofort an Filme aus Hollywood-Produktionen oder Highschool-Musicals. Aber Cheerleading – das ist weit mehr als nur die Unterstützung für andere Sportler am Spielfeldrand. Es ist eine eigenständige Sportart, der die Aktiven mit großem Ehrgeiz nachgehen. „Wir konzentrieren uns auf jeden Fall auf den Leistungssport“, sagt Jennifer Koch, Trainerin der Cheerleaderinnen des MTV Gamsen.

Doch bis die Choreographien so richtig sitzen, ist es ein weiter Weg. Auf diesem Weg nehmen die Athletinnen einige Dinge mit, die auch außerhalb des Sportes eine wichtige Rolle spielen können.

Cheerleaderinnen benötigen „Willensstärke und Spaß an der Sache“, betonen Jennifer und Vanessa Koch. „Sie brauchen aber auch den Ehrgeiz, neue Sachen auszuprobieren und Ziele zu erreichen“, so die Trainer-Schwestern. Alles andere, etwa die akrobatischen Bewegungen, könne man lernen.

Darüber hinaus seien die MTV-Gruppen für die Athletinnen „wie eine zweite Familie“, wie es Jennifer Koch ausdrückt. Ausflüge, wie beispielsweise ins Braunschweiger Jump-Haus, oder Übernachtungen sind fester Bestandteil im Jahresprogramm. „Dadurch lernen die Mädchen, als Team zusammenzuwachsen“, erklärt Vanessa Koch und fügt hinzu: „Es ist ein Teamsport. Da muss sich jeder auf jeden verlassen. Deshalb ist es einfach wichtig, dass sich die Mädchen auch menschlich untereinander verstehen.“

Cheerleading im Kreis Gifhorn

Auch körperlich sei Cheerleading eine Herausforderung, weiß Jennifer Koch: „Die Mädchen lernen an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen. Sie testen, was sie schaffen können.“ Im Nachhinein hätten die Sportlerinnen einen Grund, stolz auf sich zu sein. Denn sie zeigen nicht nur ästhetische Elemente, sondern überzeugen auch sportlich – Cheerleading, das ist eben auch eine Sportart, die viel Disziplin abverlangt.

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